Recht und Lizenzen bei OER – Wo und wie finde ich geeignete Informationen dazu?

open-closed, Foto: Robert Couse-Baker (Flickr), CC BY 2.0.

Es gibt viele Unsicherheiten bezüglich des Urheberrechts und der Verwendung von Creative Commons-Lizenzen. Geeignete Informationen zu diesem Themenkomplex zu finden, ist aber manchmal nicht so einfach. Wir zeigen, wo und wie relevante Informationen zu Rechtsfragen rund um OER und Freie Lizenzen gefunden werden können.
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So funktioniert die neue CC-Search-Suchmaschine

von Henry Steinhau

Seit Ende April steht die neueste Version der Suchmaschine „CC Search“ online. Sie ermöglicht das Auffinden und Nachnutzen CC-lizenzierter Werke. Das neue CC Search ist deutlich einfacher zu bedienen und übersichtlicher gestaltet. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie sie funktioniert.

Screenshot CC-Search-Suchmaschine

Auffälligste Neuerung des überarbeiten CC Search ist, dass die Suchergebnisse unmittelbar im geöffneten Browserfenster und mit Voransichten angezeigt werden. Zudem kann man kann diese direkt nach Lizenzart, Quelle und weiteren Kriterien filtern. Besonders praktisch ist, dass sich die aufgefundenen Werke ohne Umweg herunterladen und die zugehörigen Lizenzhinweise übernehmen lassen.
Derzeit beschränkt sich das neue CC Search noch auf digitale Fotos und Bilder. Hierfür bezieht es knapp 20 unterschiedliche Anbieter ein, wie Flickr, Rawpixel, Deviant Art und eine ganze Reihe Museen aus aller Welt. In all diesen Quellen finden sich laut Creative Commons derzeit rund 300 Millionen CC-lizenzierte und freigegebene Werke.
In ihrer Roadmap sehen die Entwickler vor, die Suchoptionen nach und nach zu erweitern. Zukünftig wollen sie die Suche nach freien Text- sowie freien Audiowerken integrieren. Danach sollen weitere Werkkategorien hinzukommen, wie beispielsweise Videos. Erklärtes Ziel ist, mit CC Search einen schnelleren Zugang zu allen lizenzierten und lizenzfreien CC-Werken im Internet zu ermöglichen, derzeit geschätzt etwa 1,4 Milliarden.

One-Stop-Shop für CC-lizenzierte Bilder

Das neue CC Search nahe an einem One-Stop-Shop für CC-lizenzierte und CC0-freigegebene Bilder. Man wird nach der Suchbegriffeingabe nicht mehr umgeleitet zu anderen Webseiten, sondern bleibt auf der Search-Webseite – und das bis zum Herunterladen und Übernehmen des Lizenzhinweises. Allerdings sind die Werke hier derzeit nur in einer Größe verfügbar – dank integriertem Direktlink lässt sich die Quelle aber direkt aufsuchen.
Die von CC Search übernommenen Lizenzhinweise der gefundenen Bilder sind in der Regel ordentlich und lizenzkonform aufgebaut und getextet und liegen als sogenannter Rich Text und in HTML-Form vor. Sie können also unmittelbar übernommen werden, ohne dass man noch etwas dran machen muss. Der eingebaute Kopierknopf ist eine zusätzliche Hilfestellung. Mit ihm wird der Lizenzhinweis vollständig in die Zwischenablage kopiert – so läuft man nicht Gefahr, beim händischen Auswählen des Codes einzelne Zeichen oder Zeilen zu vergessen. Nutzer*innen müssen sich daher wenig bis keine Gedanken darüber machen, wie der Lizenzhinweis aufzubauen ist und was er beinhalten muss.

So benutzt man das neue CC Search

Wie die generalüberholte CC Search-Suchmaschine im Einzelnen funktioniert und wie man die jeweiligen Lizenzhinweise nutzt, erklärt der folgende Schritt-für-Schritt-Artikel – am Beispiel des Suchwortes „Spargel“. Derzeit liegt die CC-Search-Oberfläche nur in englisch vor. Das betrifft Buttons, Menüs und auch die Suchoperatoren. Deutsche (beziehungsweise anderssprachige) Suchbegriffe lassen sich trotzdem verwenden. Die Suchalgorithmen finden dann entsprechend deutsch verschlagwortete Bilder und Werke.

Suche starten

Ruft man die Seite auf, bietet CC Search zunächst nur ein Suchfeld für die freie Eingabe von Suchbegriffen an (siehe Aufmacherabbildung dieses Artikels). Nach Eingabe des Suchbegriffs – hier zunächst „Spargel“ – erscheinen die Suchtreffer als Bilderkacheln.

Screenshot CC Search

Die von anderen Suchmaschinen bekannten Such-Operatoren lassen sich nutzen, um die Suche zu spezifizieren – etwa AND, OR, NOT. Im Beispiel unten ist das etwa „Spargel AND Grün“. Natürlich sind die Ergebnisse für eine eingegrenzte Suche immer nur so gut, wie die Werke in ihren Metadaten verschlagwortet sind.

Suchergebnisse sichten

Wird die Suchmaschine in den berücksichtigten Sammlungen und Quellen fündig – wie schon erwähnt, derzeit funktioniert sie nur für Bilder –, bietet sie die Treffer direkt in Voransichten an, die je nach Abmessung des Originals unterschiedlich groß ausfallen. Die Anzahl der Treffer wird links oben eingeblendet, und mit Auswählen der Option „Prevent Overscaling“ erscheinen alle Bilder in einer einheitlichen Größe.

Screenhot CC-Search

TIPP: Besonders praktisch für alle, die mit dem Mozilla-Firefox-Browser arbeiten: Es gibt ein Add-On, mit dem das neue CC Search direkt im Suchfenster des Browsers platziert wird.

Screenshot CC Search

Mit diesem Add-on verknüpfen die CC-Search-Entwickler ein weiteres Ziel: Die CC-Suche soll über die integrierte Programmschnittstelle in möglichst vielen Plattformen oder Webservices integriert werden, etwa in Textverarbeitungen oder Online-Editoren. CC-lizenzierte Werke können dann direkt aus dem jeweiligen Programm gesucht und verwendet werden.

Suchergebnisse filtern

Zeigt die Suche nun Treffer an, erscheint in CC Search ein Filter-Button. Klickt man diesen an, erscheinen im oberen Balken drei Menüs für unterschiedliche Filterwerkzeuge.

Screenshot CC Search

In allen dreien kann man eine oder mehrere Optionen festlegen, indem man sie nacheinander im Menü auswählt. Daraufhin erscheinen sie jeweils als grüne Markierungen, die sich bei Bedarf – per Klick auf ein kleines Kreuz – auch wieder löschen lassen.
Im ersten dieser drei Menüs lässt sich festlegen, ob man die Werke bearbeiten und anpassen („modify and adapt“) beziehungsweise für kommerzielle Zwecke nutzen will („Use for commercial purposes“). Diese Filter entsprechen den Lizenzvarinten „ND“ („No Derivates“ – Keine Bearbeitungen) und „NC“ („Non Commercial“ – Keine kommerzielle Nutzung). Wählt man eine oder beide dieser einschränkenden Optionen, wird das zweite Menü deaktiviert.

Screenshot CC Search

Im zweiten Filtermenü lässt sich die Suche auf einzelne Lizenzvarianten hin festlegen, etwa CC BY.

Screenshot_CC_Search

Dort ist auch die Freigabe „CC Zero“ (CC0) und die „Public Domain Mark“ (PD) wählbar.

Screenshot_CC_Search

Das dritte Menü ermöglicht, einen oder mehrere Sammlungen beziehungsweise Anbieter als Quelle/n auszuwählen („Providers“).

Screenshot_CC_Search

Werke auswählen und näher ansehen

Eine nützliche Funktion bietet das sogenannte „Mouseover“: Gleitet man mit dem Cursor auf ein Vorschaubild, wird nach einem kurzen Moment am oberen Rand des Fotos die zugehörige Lizenz anhand der bekannten CC-Symbole eingeblendet, im unteren Rand die Quelle beziehungsweise die Sammlung.

Screenshot_CC_Search

“Bund Grüner Spargel” by multipel_bleiben is licensed under CC BY-NC-ND 2.0

Mit Klick auf das Bild selbst erscheint dieses in großer Darstellung.

Screenshot_CC_Search

“Grüner Spargel” by Tim Reckmann | a59.de is licensed under CC BY 2.0
Unter dem Bild stehen zugehörige Schlagworte sowie drei Optionen zur Verfügung:

  • „Attribution“: Vollständiger Lizenzhinweis als lesbarer Text sowie in HTML formatiert.
  •  Screenshot_CC_Search

  • „Info“: Informationen zum Werk, wie Titel, Urheber, Quelle, Maße, Lizenz.
  • Screenshot_CC_Search

  • „Share“: Buttons zum direkten Teilen des Werks in sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter, Pinterest.
  • Screenshot_CC_Search

Werke laden und Lizenzhinweise übernehmen

Jedes Bild lässt sich mit den üblichen Browserfunktionen direkt herunterladen – oder mit den Social-Media-Buttons direkt an eines der Netzwerke übergeben.
Für den Lizenzhinweis bietet CC Search jeweils einen Kopierknopf an, über den man entweder den lesbaren Text in die Zwischenablage seines Geräts kopiert. Die Bezeichnung „Copy rich text“ meint, dass die notwendigen Links zur Quelle, zum Urheber und zum Lizenztext auf der Creative-Commons-Seite enthalten sind. Diese Textformatierung funktioniert allerdings nur in Editoren, die automatisch erkennen, dass unter dem lesbaren Text Links eingebaut sind und diese Links von sich aus aktivieren. Das ist heutzutage recht verbreitet, sollte also meistens klappen.

Screenshot_CC_Search
Alternativ steht der Lizenzhinweis ebenfalls als HTML-Code bereit. In dieser Variante sind auch die CC-Lizenz-Symbole eingebettet.
Wünschenswert wäre, dass die Entwickler eine dritte Lizenzhinweis-Variante für die Nutzung in Drucksachen anbieten. Darin sollten neben integrierten Links auch die jeweiligen URLs in ausgeschriebener Form enthalten sein. Das würde es vielen Nutzer*innen erleichtern, sie zu übernehmen.
Dringend beachten sollte man den obligatorischen Hinweis, dass die Creative Commons Corporation die gefundenen Bilder nicht selbst zur Verfügung stellt und daher die Lizenzhinweise nicht auf Richtigkeit prüft. Vielmehr sollte man den Lizenzstatus und die Zuordnungsinformationen noch einmal verifizieren, am besten durch den Besuch der Ursprungswebsite.

Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer Kooperation von iRights.info, dem Deutschen Bildungsserver und OERinfo.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Henry Steinhau

Nach Unsplash stellt auch Pixabay auf eine eigene Lizenz um – welche Plattform eignet sich noch für Bilder?

Collage, Foto: Jane Fresco, CC BY 4.0.

Nachdem der Fotodienst Unsplash bereits 2017 von der Lizenz CC0 auf eine eigene selbsterstellte Lizenz umgestellt hatte, folgte Anfang des Jahres der Dienst Pixabay diesem Beispiel. Die Bilder beider Plattformen eignen sich damit nicht mehr zur Verwendung für Open Content-Materialien. Wir zeigen Alternativen und geben Tipps, wo man eigene Fotos jetzt noch hochladen und zur Verwendung in freien Materialien zur Verfügung stellen kann.

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OER051: OER als Selbstläufer – Sandra Schön und Paul Klimpel über die Eigendynamik freier Bildungsmaterialien

zugehOERt 051 – OERinfo-Telefon-Podcast mit Sandra Schön und Paul Klimpel

Was genau passiert eigentlich mit Open Educational Resources (OER), wenn sie einmal veröffentlicht sind? Sandra Schön (Bims e.V.) und Paul Klimpel (irights) sprechen über ihre Erfahrungen mit dem Kontrollverlust.

Nicht zitierfähig
Ein allgemeiner Hinweis: Die Podcasts sind Gespräche, keine Vorträge. Es wird viel gemeinsam nachgedacht und spekuliert. Selbstverständlich kann gerne Bezug auf Inhalte aus den Podcasts genommen werden. Aber die Aussagen der Beteiligten können nicht im Sinne wissenschaftlicher Zitate genutzt werden.

Sandra Schön (Bims e.V.) berichtet über den OER Canvas, der mittlerweile in mindestens 20 Sprachen vorliegt. An lediglich zwei Sprachfassungen hat Sandra Schön selbst gearbeitet, danach übernahm die Community. Ähnlich dynamisch sind ihre Erfahrungen mit Zeichnungen, die sie auf Pixabay eingestellt hat. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt habe, so Sandra Schön, sei Kontrollverlust eine tolle Sache. Dem stimmt Paul Klimpel (irights) zu. Am Beispiel seiner Broschüre „Freies Wissen Dank Creative Commons Lizenzen. Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung «nicht kommerziell» – NC“ lässt sich lernen, welche Dynamik eine Veröffentlichung unter einer freien Lizenz entwickeln kann. Auch Paul Klimpel ist froh über den unerwarteten und unplanbaren Weg seiner Broschüre. Das Gespräch führt Jöran Muuß-Merholz für OERinfo.

Die Idee zum Podcast entstand im Zusammenhang mit dem Artikel „Kontrollverlust ist bei OER keine Nebenwirkung, sondern Sinn der Sache“, einem Beitrag aus der Reihe jOERans Meinungsbeitrag auf OERinfo.

Der Podcast



Gesprächspartner

Foto Paul Klimpel von Jürgen Keiper unter CC BY 3.0.
Dr. Sandra Schön, Foto von Werner Moser | Salzburg Research 2014 unter CC BY 3.0 DE
Dr. Sandra Schön, Foto von Werner Moser | Salzburg Research 2014 unter CC BY 3.0.

Linkliste: Erwähnte Organisationen, Projekte, Personen, Studien etc.

Eckdaten

Aufgezeichnet am 17.04.2018 in Hamburg.

Creative Commons LizenzvertragText und Podcast stehen unter der CC BY 4.0-Lizenz. Die Namen der Urheber sollen bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: … für den Text: Sonja Borski für www.open-educational-resources.de – OERinfo – Informationsstelle OER. … für den Podcast: Jöran Muuß-Merholz und Valentin Dander für www.open-educational-resources.de – OERinfo – Informationsstelle OER. Der Podcast-Jingle verwendet einen Ausschnitt aus dem Track „I dunno“ von grapes, lizenziert unter CC BY 3.0.

Verwirrung um CC0 bei Pixabay und Unsplash – Artikel bei irights.info sortiert die Fakten

Screenshot, nicht unter freier Lizenz.
Screenshot, nicht unter freier Lizenz.

Sind die Anbieter für freie Fotos Unsplash und Pixabay jetzt nicht mehr ohne weiteres für OER zu nutzen? Diese Frage kam auf, nachdem die beiden Fotoplattformen ihre Regeln geändert hatten. Irights.info erklärt die Änderungen und ihre Hintergründe in dem Artikel Streit um freie Bilder: Fotodienste Unsplash und Pixabay stören sich an Copycats.
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Weitere Wortspiele, neue Formate, Wohlfühlatmosphäre und ein Termin für Berlin! – das war das #OERcamp17 Nord

Making und OER
Making und OER, Foto von Melanie Kolkmann, CC BY 4.0
 

Auch beim #OERcamp17 in Hamburg haben die Teilgeber*innen zwei Tage zugehOERt, gewOERkshopt und viele weitere Wortspielereien an zwei Standorten der Uni Hamburg erleben können.
Etwa 170 Praktiker*innen aus allen Bildungsbereichen, Wissenschaftler*innen, Entwickler*innen und OERcamp-Fans waren am 23. und 24. Juni 2017 zum dritten der insgesamt vier #OERcamps in 2017 angereist, um zwei Tage lang über OER zu diskutieren, zu lernen und um sich zu vernetzen. Weiterlesen >

OER-Recht, Hacking H5P, Barrierefreiheit im Digitalen und unterschätzte OER-Formate

Impressionen vom OERcamp West

Plenum beim OERcamp in Köln, Foto: Gabi Fahrenkrog, CC BY 4.0
Plenum beim OERcamp in Köln, Foto: Gabi Fahrenkrog, CC BY 4.0

Rund 160 Interessierte aus allen Bildungsbereichen kamen am 12. und 13. Mai zum zweiten der insgesamt vier #OERcamps 2017 an die TH Köln. Unter den insgesamt 67 Workshops und Sessions boten sich den Teilgebenden ungewöhnliche Formate wie etwa eine Gerichtsverhandlung zu OER-Fragen oder eine H5P-Hacking-Session.

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Offene Lehr-Lern-Ressourcen im Netz – 15 gute Anlaufstellen für wirklich freie Unterrichtsmaterialien

Dieser Artikel erschien zuerst (in einer leicht veränderten Fassung) bei irights.info.

Auch wenn im Klassenzimmer die meisten Medien noch analog funktionieren – digitale Medien spielen eine große Rolle. Denn selbst wenn Lehrkräfte Arbeitsblätter auf Papier verteilen, so suchen und finden sie die Vorlagen dafür immer häufiger im Internet. Kostenlose Unterrichtsmaterialien im Internet gibt es an vielen Orten. In den letzten Jahren wächst hier ein großer Trend: Open Educational Resources oder kurz: OER. Dabei handelt es sich um Materialien, die nicht nur kostenlos sind, sondern auch unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden. Besonderes Potential wird solchen Inhalten zugeschrieben, die offen oder frei im Sinne der Open Definition sind. Das bedeutet, dass man auf Materialien frei zugreifen, sie nutzen, verändern und teilen kann – eingeschränkt höchstens durch Maßnahmen, die Ursprung und Offenheit des Wissens bewahren. In diesem Sinne haben wir für die folgende Auswahl nur Angebote berücksichtigt, die auch im strengeren Sinne als OER gelten können, also eine CC BY oder CC BY SA Lizenz aufweisen. Die Liste konzentriert sich auf Angebote für den Bereich Schule, macht aber zum Ende auch einen Schlenker in die Welt von Hochschule und lebenslangem Lernen. Weiterlesen >