ÖWR – OERinfo – Lessons Learned in 5×5 Zeilen

Fragen von OERinfo an Jan Pawlowski von der Hochschule Ruhr West

Foto, CC0
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Dass OER und Verwaltungen gut zusammen passen, ist die feste Überzeugung von Jan Pawlowski, der als Professor an der Hochschule Ruhr West arbeitet. Mit dem Projekt Offene Wissensressourcen im öffentlichen Sektor (ÖWR) sollten öffentliche Verwaltungen für OER sensibilisiert werden und Interessierte sich vernetzen können. Welche Erkenntnisse er aus dem Projektverlauf gewonnen hat, schildert Jan Pawlowski für OERinfo.

Jan Pawlowski. Foto von Blanche Fabri (Ausschnitt), CC BY 4.0
Jan Pawlowski. Foto von Blanche Fabri (Ausschnitt), CC BY 4.0
Das Projekt ÖWR war ein Verbundprojekt der Hochschule Ruhr-West Bottrop und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim. Ziel war es, öffentliche Verwaltungen für OER zu sensibilisieren und durch Schulungen und Workshops praktische Erfahrungen zu ermöglichen.

Wenn Sie auf die Projektzeit zurückblicken, was würden Sie dann sagen…

Was war für Sie ein unerwartetes, überraschendes Ergebnis?

Unsere Zielgruppe waren öffentliche Verwaltungen. Es war überraschend, wie aufgeschlossen öffentliche Verwaltungen für die Idee der Offenheit sind. Grund scheinen die bereits etablierten Tätigkeiten in Bezug auf Open Data und Open Government zu sein. Auch wenn Open Educational Resources neu für die Zielgruppe waren, kann das Konzept – so es in einem integrierten Ansatz aufgegriffen wird – sehr erfolgreich werden.

Was war eine Maßnahme Ihrer Arbeit, die besonders spezifisch auf Ihre Zielgruppe (welche?) zugeschnitten war?

Im Projekt haben wir schnell festgestellt, dass OER spezifisch für den Verwaltungskontext eingeführt werden müssen. Dies umfasst

  • Einbindung in eine Gesamtstrategie zu Open Data, Open Government, Open Education
  • Anpassung der Terminologie: Offene Wissensressourcen statt OER, da OER oft mit grundständiger Bildung gleichgesetzt wird
  • Schaffung von konkreten Anknüpfungspunkten: Lösung von Problemen, z.B. durch demographischen Wandel (Wissenserhalt)

Was fehlt? Was müsste es in Deutschland geben, um die OER-Landschaft deutlich zu verbessern? (Und warum?)

OER müssen integraler Bestandteil öffentlicher Projekte und öffentlicher Verwaltungen werden. Häufig entstehen in Projekten, aber auch in der täglichen Arbeit großartige Produkte, wie etwa Lernmaterialien. Es wäre sinnvoll, diese auch unter offenen Lizenzen verfügbar zu machen. Weitergehend kann es sinnvoll sein, Arbeiten aus öffentlichem Dienst und Hochschulen ebenfalls offen zu stellen.

Werden Sie als Projektbeteiligte*r sich auch nach der Förderung noch mit dem Thema OER beschäftigen? In welcher Weise?

Das Forschungsthema OER ist seit Jahren einer unserer Schwerpunkte und wird es auch bleiben. Neue Fragestellungen haben sich in der Projektlaufzeit ergeben: Es hat sich etwa herausgestellt, dass OER-basierte Kooperationen umfassend genutzt und analysiert werden sollten („Open Educational Ideas“).

Welche Zielsetzung sollte eine zukünftige Förderlinie anvisieren? Für welche Anschlussprojekte würden sich Projektträger wiederbewerben um auf jetzt vorhandenem Wissen aufzubauen?

Zwei Punkte sind hervorzuheben: Die streng nationale Orientierung sollte in einer nächsten Förderlinie aufgegeben werden. Während des Projektes wurde deutlich, dass internationales Interesse an der Arbeit in Deutschland besteht. Dieses sollte in der Zukunft genutzt werden. Ebenso sollte eine stärkere Fokussierung auf forschungsorientierte Projekte erfolgen. Der pragmatische Ansatz der Förderlinie war für einen Auftakt geeignet, die Erfahrungen können aber aufgrund fehlender Forschungsorientierung nicht durchgehend systematisiert und abstrahiert werden.


Dieser Artikel ist Bestandteil der Reihe „Lessons Learned in 5×5 Zeilen“, die zum Abschluss der Projektförderung der OERinfo-Projekte entstanden ist.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Pawlowski für ÖWR und Jöran Muuß-Merholz für OERinfo – Informationsstelle OER.

Nachhaltige Geschäftsmodelle zu Open Education an Hochschulen – Martin Weller zu den Ergebnissen der OOFAT-Studie

Martin Weller im Interview für OERinfo bei der Konferenz #OER18

Die von Martin Weller und Dominic Orr gemeinsam erarbeitete Studie „Models for online, open, flexible and technology enhanced higher education across the globe – a comparative analysis“ (kurz: OOFAT-Studie), die im April 2018 veröffentlicht wurde, untersucht, welche Voraussetzungen es für nachhaltige Geschäftsmodelle für Open Education an Hochschulen braucht. Im Interview für OERinfo gibt Martin Weller einen Überblick der Ergebnisse

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OER054: OER und die Notwendigkeit neuer Ansätze in der Organisations- und Institutionenentwicklung

Thomas Köhler von der TU Dresden im Podcast-Interview

Foto: Gabi Fahrenkrog, CC BY 4.0.

Wie war das, als das Thema Open Educational Resources (OER) von Seiten der Wissenschaftsinstitutionen und der Kultusministerkonferenz (KMK) aufgegriffen wurde? Wo steht OER in Deutschland heute und welche Auswirkungen hat die Debatte um den Platz von OER im Bildungssystem? Thomas Köhler von der TU Dresden gibt Auskunft zu diesen Fragen im Podcast zugehOERt.

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OER053: Inhalte frei zur Verfügung stellen reicht nicht, um OER erfolgreich zu machen.

Der Open-Advokat Alek Tarkowski im Gespräch über Policy Making und Erfolgsfaktoren für OER

Foto: Sebastiaan ter Burg, CC0.

Alek Tarkowski aus Polen will die Kultur des „Open“ in die Bildungssysteme bringen. Dafür hat er sich zunächst in Polen, später auch auf europäischer Ebene in den Prozess der Regulierung von Bildungsangeboten durch die politische Akteure (policy-making) eingebracht. Im Podcast erzählt er von Erfolgserlebnissen aber auch von den Herausforderungen, die er bei seiner Arbeit erlebt.
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OER052: Slide Wiki: OER für das am meisten unterschätzte Format für offene Bildungsmaterialien – die Präsentationsfolien

Roy Meissner vom Projekt SlideWiki, Uni Leipzig im Podcast-Interview

Podcast SlideWiki. Foto: Simon Hrubesch, CC BY 4.0.

SlideWiki ist ein mulitnationales Forschungsprojekt, aus dem die OER-Plattform SlideWiki hervorgegangen ist. Dort können Präsentationen als freie Bildungsmaterialien hochgeladen und präsentiert werden. Im Podcast erzählt der an der Entwicklung des Projekts beteiligte Informatiker Roy Meissner, warum Slide Wiki auch ein Inklusionsprojekt ist und was wir in Zukunft vom Projekt erwarten können.

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#Open #Education und #Connect – die Mission des Rijksmuseums in Amsterdam

Screenshot Rijksstudio, nicht unter freier Lizenz

Bei der Konferenz #OEglobal18 vom 24. bis 26.4.2018 im niederländischen Delft erfreute sich die Keynote von Annemies Broekgaarden, Leiterin der Abteilung „Public and Education“ des Rijksmuseums in Amsterdam, großer Begeisterung. Sie sagt: „Sharing is the new having“.

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OER051: OER als Selbstläufer – Sandra Schön und Paul Klimpel über die Eigendynamik freier Bildungsmaterialien

zugehOERt 051 – OERinfo-Telefon-Podcast mit Sandra Schön und Paul Klimpel

Was genau passiert eigentlich mit Open Educational Resources (OER), wenn sie einmal veröffentlicht sind? Sandra Schön (Bims e.V.) und Paul Klimpel (irights) sprechen über ihre Erfahrungen mit dem Kontrollverlust.

Nicht zitierfähig
Ein allgemeiner Hinweis: Die Podcasts sind Gespräche, keine Vorträge. Es wird viel gemeinsam nachgedacht und spekuliert. Selbstverständlich kann gerne Bezug auf Inhalte aus den Podcasts genommen werden. Aber die Aussagen der Beteiligten können nicht im Sinne wissenschaftlicher Zitate genutzt werden.

Sandra Schön (Bims e.V.) berichtet über den OER Canvas, der mittlerweile in mindestens 20 Sprachen vorliegt. An lediglich zwei Sprachfassungen hat Sandra Schön selbst gearbeitet, danach übernahm die Community. Ähnlich dynamisch sind ihre Erfahrungen mit Zeichnungen, die sie auf Pixabay eingestellt hat. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt habe, so Sandra Schön, sei Kontrollverlust eine tolle Sache. Dem stimmt Paul Klimpel (irights) zu. Am Beispiel seiner Broschüre „Freies Wissen Dank Creative Commons Lizenzen. Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung «nicht kommerziell» – NC“ lässt sich lernen, welche Dynamik eine Veröffentlichung unter einer freien Lizenz entwickeln kann. Auch Paul Klimpel ist froh über den unerwarteten und unplanbaren Weg seiner Broschüre. Das Gespräch führt Jöran Muuß-Merholz für OERinfo.

Die Idee zum Podcast entstand im Zusammenhang mit dem Artikel „Kontrollverlust ist bei OER keine Nebenwirkung, sondern Sinn der Sache“, einem Beitrag aus der Reihe jOERans Meinungsbeitrag auf OERinfo.

Der Podcast



Gesprächspartner

Foto Paul Klimpel von Jürgen Keiper unter CC BY 3.0.
Dr. Sandra Schön, Foto von Werner Moser | Salzburg Research 2014 unter CC BY 3.0 DE
Dr. Sandra Schön, Foto von Werner Moser | Salzburg Research 2014 unter CC BY 3.0.

Linkliste: Erwähnte Organisationen, Projekte, Personen, Studien etc.

Eckdaten

Aufgezeichnet am 17.04.2018 in Hamburg.

Creative Commons LizenzvertragText und Podcast stehen unter der CC BY 4.0-Lizenz. Die Namen der Urheber sollen bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: … für den Text: Sonja Borski für www.open-educational-resources.de – OERinfo – Informationsstelle OER. … für den Podcast: Jöran Muuß-Merholz und Valentin Dander für www.open-educational-resources.de – OERinfo – Informationsstelle OER. Der Podcast-Jingle verwendet einen Ausschnitt aus dem Track „I dunno“ von grapes, lizenziert unter CC BY 3.0.

OER049: Wir suchen die Stimmen unserer zuhOERer*innen!

Am 7.3.2018 feiern wir ein doppeltes Jubliäum der Podcast-Reihe zugehOERt. Zu diesem Anlass wollen wir mehr über die zuhOERer*innen erfahren und ihre Stimmen hören.

https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de
Bild unter freier Lizenz, CC0.

Am 6.3.2015 erschien die erste bzw. nullte Episode von zugehOERt. Fast auf den Tag genau drei Jahre später kommt am 7.3.2018 die 50. Folge. Sie wird ab 20.00 Uhr live gesendet und viele Gäste aus der deutschsprachigen OER-Landschaft zusammenbringen. Und wir hätten gerne die Stimmen von zuhOERer*innen dabei! Wir würden gerne wissen: Wer seid Ihr / wer sind Sie, die den zugehOERt-Podcast hören? Warum und mit welchem Interesse? Seit wann und wie oft hört Ihr / hören Sie zugehOERt? Wo und bei welchen Gelegenheiten? Gibt es Lieblingsfolgen oder Episoden, die besonders in Erinnerung geblieben sind? Was fehlt / was könnten wir bei zugehOERt besser machen? (Man muss nicht alle Fragen beantworten.)

Nicht zitierfähig
Ein allgemeiner Hinweis: Die Podcasts sind Gespräche, keine Vorträge. Es wird viel gemeinsam nachgedacht und spekuliert. Selbstverständlich kann gerne Bezug auf Inhalte aus den Podcasts genommen werden. Aber die Aussagen der Beteiligten können nicht im Sinne wissenschaftlicher Zitate genutzt werden.

Wer dabei sein mag, schicke bitte eine Sprachnachricht:

  • über WhatsApp, Signal oder Telegram an +49 175 1195112​⁠​
  • über Threema ID an CFPW62KA
  • via E-Mail an cd [at] joeran [dot] de
  • Oder er / sie spreche einfach auf den zugehOERt!-Anrufbeantworter hinter +49 40 34068634.

Bitte nicht länger als 2 Minuten! Deadline ist der 4.3.2018. Mit der Nachricht erklären sich die Absender mit der Veröffentlichung unter einer CC BY 4.0-Lizenz ohne individuelle Namensnennung einverstanden. (Natürlich kann aber der eigene Name in der Sprachnachricht genannt werden.)
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OER047: Unterstützung für OER in Sachsen – das Projekt OERsax

Anne Laubner-Rönsberg und Aline Bergert im Gespräch mit OERinfo zu ihren Erfahrungen aus der Projektarbeit

Aline Bergert (li) und Anne Lauber-Rönsberg (Mitte) im Gespräch mit Jöran Muuß-Merholz (re). Foto von Christina Schneider / SLUB, CC BY 4.0.
Aline Bergert (li) und Anne Lauber-Rönsberg (Mitte) im Gespräch mit Jöran Muuß-Merholz (re). Foto von Christina Schneider / SLUB, CC BY 4.0.
Nicht zitierfähig
Ein allgemeiner Hinweis: Die Podcasts sind Gespräche, keine Vorträge. Es wird viel gemeinsam nachgedacht und spekuliert. Selbstverständlich kann gerne Bezug auf Inhalte aus den Podcasts genommen werden. Aber die Aussagen der Beteiligten können nicht im Sinne wissenschaftlicher Zitate genutzt werden.

Die Erfahrungen aus dem Projekt OERsax zeigen, dass es eine Graswurzelbewegung von OER-interessierten Lehrenden gibt, der Verwaltungsmittelbau aber noch vom Nutzen und den Vorzügen von OER überzeugt werden muss. Dies und mehr berichten Anne Lauber-Rönsberg und Aline Bergert im Podcast mit Jöran Muuß-Merholz für OERinfo. Darüber hinaus sind die beiden davon überzeugt, dass eine Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen außerordentlich wertvoll sein kann, um ein umfassendes Beratungs- und Fortbildungsangebot zu entwickeln. Ob es gelingt, nach 18 Monaten Laufzeit eine dauerhafte Struktur für OER in Sachsen zu etablieren, mag offen bleiben, die Grundsteine für eine engagierte Arbeit aber sind gelegt.
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