OER-Fachtag Sprachwissenschaften

Die OER-Fachtage werden vom Netzwerk Landesportal ORCA.nrw auf Initiative der AG Prorektor*innen organisiert. Sie bringen Lehrende aus den Fachcommunities für einen Erfahrungs- und Wissensaustausch zu Open Educational Resources zusammen. Lehrende aus NRW, die selbst aktuell umfangreiche OER-Projekte umsetzen, berichten aus ihrer Praxis.

Organisiert wird dieser Fachtag von den Netzwerkstellen ORCA.nrw an der Universität Paderborn, Universität Bielefeld, Ruhr-Universität Bochum, Universität Duisburg-Essen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universität zu Köln, und Universität Siegen.

Zur Unvermeidbarkeit von Open Educational Resources (OER)

Martin Weller befasst sich in seinem Blogpost damit, inwieweit Bildungstechnologien zu tatsächlichen Veränderungen in den Bildungssystemen führen. Dadurch inspiriert, versucht Markus Deimann das Gedankenspiel der Unvermeidbarkeit auf OER und den deutschen Bildungsbereich zu übertragen. Weiterlesen >

Wie baut man eine nachhaltige Open Education-Strategie auf?

Immer mehr Hochschulen springen auf den OER-Zug auf, indem sie Policies und Strategiepapiere erlassen. Doch damit ist es längst nicht getan. Eine allumfassende OER-Strategie erfordert zahlreiche Bausteine, um Open Education-Visionen nachhaltig an der Hochschule zu verankern. Dazu muss sie verschiedene Akteur*innen einbinden. In diesem Beitrag werden fünf dieser Bausteine hervorgehoben: Policy, Weiterbildung, Repository, Netzwerk und Support-Services. Weiterlesen >

Je offener, desto ungleicher? Der Gender-Gap bei der Veröffentlichung von OER

OER will mehr Offenheit schaffen. Ist damit automatisch mehr Gerechtigkeit, mehr Vielfalt, mehr Repräsentanz verbunden? Nicht unbedingt. Möglicherweise gilt sogar das Gegenteil. Jöran Muuß-Merholz hat nachgezählt, wie es um die Gender-Balance bei OER-Materialien bestellt ist – explorativ, aber mit einem eindeutigen Ergebnis. Weiterlesen >

Es wird durch Teilen nicht weniger: Offene, digitale Bildungsmaterialien

Triff ExpertInnen und Interessierte, um mit ihnen über offene Bildungsmaterialien im Allgemeinen und die Bedarfe innerhalb eines OER-förderlichen Ökosystem im Speziellen zu sprechen. Was wird in den verschiedenen Bereichen gebraucht? Zusammen möchten wir uns ein Bild machen und existierenden und neuen Ideen einen Raum geben.

Im Media Meetup der re:ublica 2023 wollen wir, der Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR-PT), mit euch über die Herausforderungen und Bedarfe im Bereich der offenen, digitalen Bildungsmaterialien (Open Educational Resources (OER)) diskutieren. Wir möchten die Vernetzung im Geiste der Openness vorantreiben und Menschen zusammenbringen, um über die Frage „Was braucht OER (und wie kann es gehen)?“ zu reden, zu diskutieren und zu philosophieren.

Was bewegt euch, wo seht ihr Bedarfe und was sind Themen im Kontext von Infrastruktur, (digitalen) Kompetenzen oder digitalen Materialien, die angegangen werden sollten? Wir sehen Kollaboration und Vernetzung als geeignete Instrumente an, um uns diesen Bedarfen im Rahmen des Meet Up zu nähern. Daher möchten wir gemeinsam verschiedene Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, Ideen und Impulse auf kreative (analoge) Art und Weise festhalten und mit digitalen Meinungen verzahnen. Wir sind auf eure individuellen Ideen und Herangehensweisen gespannt.

Ihr seid herzlich willkommen, wenn euch die Modernisierung der Bildungslandschaft mit Hilfe von OER in unterschiedlichster Art und Weise betrifft und am Herzen liegt.

Open Educational Resources an österreichischen Hochschulen: Status quo und Ausblick

Die Veranstaltung findet am 17. Mai 2023 in den Räumlichkeiten des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Kooperation mit dem Forum Neue Medien in der Lehre Austria (fnma) statt. Die Veranstaltung setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

Erfahrungsaustausch und praktische Anwendung (leider ausgebucht)
Die Workshops am Vormittag (11.00 – 13.00 Uhr) bieten die Möglichkeit, sich über aktuelle OER-Fragen auszutauschen.

Strategische Verankerung und Zukunftsperspektiven
Der Nachmittag (15.00 – 18.30 Uhr) steht, nach einer internationalen Keynote und einer Podiumsdiskussion, im Zeichen der Verleihung der ersten Bescheinigung für österreichische Hochschulen, die sich um ein OER-Zertifikat beworben haben.

zweites OER-Infrastruktur-Barcamp #oerfuture

Im Rahmen dieses Barcamps zum Dachthema “OER-Infrastruktur” möchten wir gegenseitig Einblick in aktuelle Infrastrukturprojekte ermöglichen und gemeinsam Fragen und Visionen diskutieren, die die technische und organisatorische Bereitstellung von OER betreffen.

Das Barcamp richtet sich an alle Entickler*innen, Admins und Manager*innen von OER-Repositorien so wie mit der Produktion und Distribution von OER befasste und daran interessierte Personen!

Unter OER-förderlicher Infrastruktur werden hier die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen verstanden, die für die Erstellung, Verbreitung und Nutzung von Open Educational Resources (OER) notwendig sind.

Der IQOer – Ein Instrument zur Erfassung der Qualität von OER

Die Qualität von freien Bildungsressourcen umfasst eine Vielzahl von Aspekten. Generell lassen sich dabei technische, pädagogisch-didaktische sowie inhaltliche Aspekte unterscheiden. Prof. Olaf Zawacki-Richter von der Universität Oldenburg und Prof. Kerstin Mayrberger von der Universität Hamburg unternahmen 2017 den Versuch, ein umfassendes Modell der Qualität von OER zu entwickeln. Hierzu betrachteten sie acht internationale Ansätze zur Qualitätssicherung von Lernmaterialien und integrierten diese zu einem übergreifenden Modell.

Skala „Fachwissenschaftliche Orientierung“ (IQOer), Grafik: , CC BY 4.0

Ein Beitrag von Wolfgang Müskens und Olaf Zawacki-Richter

Am Beispiel der Hamburg Open Online University wurde dann 2018 ein erster Vorschlag erarbeitet, wie sich dieses Modell in ein Instrument zur Erfassung der Qualität von OER (IQOer) umsetzen ließe. Dieses Instrument wurde seither kontinuierlich weiterentwickelt und kann in der aktuellen Entwicklungsversion unter ResearchGate frei heruntergeladen werden.

Die Skalen des IQOer

Der IQOer besteht aus sieben Kernskalen, die sich auf nahezu alle OER anwenden lassen:

  • Fachwissenschaftliche Fundierung,
  • Inhaltliche Wiederverwendbarkeit,
  • Anwendung und Transfer,
  • Hilfestellung und Support,
  • Motivation,
  • Struktur, Navigation und Orientierung sowie
  • Design und Lesbarkeit.

Darüber hinaus gibt es fünf spezifische Skalen, die sich nur auf OER anwenden lassen, die besondere Gestaltungsmerkmale besitzen:

  • Zielgruppenorientierung,
  • Alignment,
  • Assessment und
  • Interaktivität.

Schließlich umfasst das Instrument auch noch vier Skalen zur Zugänglichkeit, deren Erfassung jedoch technische Expertise erfordert:

  • CC-Lizenz,
  • Zugänglichkeit für Menschen mit Beeinträchtigungen,
  • Zuverlässigkeit und Kompatibilität,
  • Technische Wiederverwertbarkeit.

Die Kernskalen und die spezifischen Skalen des IQOer liegen jeweils in einer Lang- und einer Kurzversion vor. Je nach Einsatzszenario kann die Anwender*in entscheiden, welche dieser Versionen verwendet werden soll. Die Kurzskalen bestehen aus jeweils fünf Abstufungen, wobei die mittlere (hellgrüne) Stufe den Mindeststandard beschreibt und die oberste Stufe einen Premiumstandard.

Die Validierung des IQOer

Von 2018 bis 2022 wurde das Instrument im Rahmen einer Validierungsuntersuchung weiterentwickelt. Die Validierung eines pädagogischen oder psychologischen Messinstrumentes ist ein aufwändiger und komplexer Prozess. Man kann sich daher die Frage stellen, ob der Aufwand für eine Überprüfung der Qualität eines Messinstrumentes überhaupt gerechtfertigt ist. Warum sollte ein Instrument zur Erfassung der Qualität von OER überhaupt validiert werden?

Bei einem medizinischen Messinstrument (z.B. einem Blutdruckmessgerät oder einem Pulsoximeter, das die Sauerstoffsättigung des Blutes misst), ist es unmittelbar einsichtig, wie wichtig die Güte der Messung ist. Eine fehlerhafte Messung kann zu falschen Diagnosen und damit zu einer gefährlichen Fehlbehandlung der Patient*in führen.

Auch bei mangelhafter Güte eines Messinstrumentes zur Erfassung der Qualität von OER können die Folgen erheblich sein: So können bei einem Peer-Review Instrumente mit hoher Qualität fälschlicherweise abgelehnt werden oder umgekehrt kann einer Ressource mit erheblichen Qualitätsmängeln zu Unrecht eine hohe Qualität bescheinigt werden. Auch hier kann ein Instrument mit mangelnder Güte somit zu fehlerhaften Messungen und damit zu falschen Entscheidungen führen.

Um die Qualität eines medizinischen Messinstrumentes zu erfassen, kann man beispielsweise überprüfen, ob wiederholte Messungen zum gleichen Ergebnis führen (Retest-Reliabilität), ob die Messungen zweier ähnlicher Messgeräte übereinstimmen (Paralleltest-Reliabilität) und ob zwei unterschiedliche Ärzt*innen bei der gleichen Patient*in zum gleichen Ergebnis kommen (Objektivität). In ähnlicher Weise wurde auch die Qualität des IQOER im Rahmen der Validierung überprüft.

An der Validierungsuntersuchung, die im Rahmen des vom BMBF geförderten Projekts „Digitale Bildungsarchitekturen – Offene Lernressourcen in verteilten Infrastrukturen – EduArc“ stattfand, nahmen insgesamt 95 Personen teil. Es handelte sich um Studierende und Mitarbeiter*innen unterschiedlicher Disziplinen an der Universität Oldenburg. Diese hatten jeweils die Aufgabe zwei verschiedene OER mittels des IQoer zu bewerten. Dazu mussten sie die entsprechenden Ressourcen durcharbeiten und anschließend anhand der Kriterien des Instruments bewerten. Insgesamt kamen dabei 101 unterschiedliche Ressourcen aus verschiedenen deutschen Online-Repositorien (u.a. Twillo, HOOU) zum Einsatz. Anhand der Analysen der so gewonnen Daten wurden die Formulierungen der Kriterien des IQoer überarbeitet. Durch diese sogenannte „Testoptimierung“ konnten die Gütekriterien des Messinstrumentes erheblich verbessert werden.

Die Skalen des IQOer in der aktuellen Version 17 verfügen nunmehr über eine hinreichende Reliabilität und Konstruktvalidität.

Einsatzmöglichkeiten des IQOer

Das Instrument kann in verschiedenen Szenarien eingesetzt werden. Die naheliegendste Anwendung liegt in der Nutzung durch die Autor*innen bzw. Entwickler*innen selbst, während der Erstellung einer OER. Hier kann der IQOer als eine Art Leitfaden für die umfassende Berücksichtigung der verschiedenen Aspekte von Qualität dienen.

Darüber hinaus ist aber auch bei der Auswahl bzw. Optimierung von Ressourcen der Einsatz des Instrumentes denkbar. So könnten Skalen des Instruments z. B. bei einem Peer-Review von OER zum Einsatz kommen.

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass mittels eines Messinstruments wie dem IQOer stets nur die Momentaufnahme einer OER erfasst werden kann. Die Veränderung und Anpassung von Lernressourcen durch Reuse und Remix sind integraler Bestandteil der Idee von offenen Bildungsmaterialien. Hier muss zusätzlich zu geeigneten Messinstrumenten auch der Prozess der Entstehung, Nutzung und Überarbeitung in den Fokus der Qualitätssicherung rücken.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Die Namen der Urheber sollen bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Wolfgang Müskens, Olaf Zawacki-RichterUniversität Oldenburg, für OERinfo – Informationsstelle OER.

University:Future Festival – ORCA.nrw-Bühne

Das Landesportal ORCA.nrw stellt in diesem Jahr eine von drei Präsenz-Bühnen beim University:Future Festival (U:FF), und nun ist das lang ersehnte Programm offiziell. Im Bochumer O-Werk, in dem sich auch die Geschäftsstelle von ORCA.nrw befindet, werden sich am 27. April von 9 bis 17.30 Uhr renommierte Persönlichkeiten aus Bereichen wie Digitale Lehre und offene Bildungsressourcen (OER) zur Zukunft der Hochschulbildung äußern. Moderiert wird die Veranstaltung von PD Dr. Markus Deimann, Geschäftsführer von ORCA.nrw.

Das Treffen der OER-Metadatengruppe

Die OER-Metadatengruppe dient dem Austausch von Interessierten und Fachleuten im deutschsprachigen Raum, die mit Metadaten im Bereich Open Educational Resources (OER) zu tun haben. Dabei sind sämtliche Themen relevant, die bei der Arbeit mit Metadaten eine Rolle spielen, wie z. B. Metadatenstandards (LOM, LRMI etc.) und Mappings, Kontrollierte Vokabulare, Konvertierungssoftware, Protokolle und Schnittstellen.