IT

OER Geschäftsmodelle, Foto by William Iven on Unsplash

Open Educational Ressourcen benötigen IT, also Informationstechnik, da sie i. d. R. digitale Lernmaterialien sind. Diese Informationstechnik sollte so gestaltet sein, dass sich damit die 5 Rs (auf Deutsch die 5 Vs) von OER realisieren lassen und zudem offene Bildungspraktiken (z. B. Kollaboration, Lernende werden zu Produzenten) umgesetzt werden können.

OER und digitale Werkzeuge

Digitale Werkzeuge, mit denen sich OER erstellen lassen, sollten einige Voraussetzungen erfüllen.

  • Digitale OER-Werkzeuge müssen frei zugänglich, idealerweise Open Source, und mit möglichst wenig Kosten verbunden sein. Angebote großer Softwarefirmen, die nur auf bestimmten Betriebssystem laufen, können natürlich auch eingesetzt werden, nur stoßen sie schnell an die Grenzen z.B. beim Austauschen des Dokuments zum Weiterbearbeiten.
  • Die Handhabung der Werkzeuge sollte möglichst niedrigschwellig sein, um auch Menschen einzubeziehen, die noch keine großen Erfahrungen im Umgang mit digitalen Werkzeugen haben. Damit erfüllen OER-Tools auch eine weitere, wichtige Funktion: Sie unterstützen den Aufbau digitaler Kompetenzen.
  • Wünschenswert wäre, wenn das digitale Werkzeug ermöglicht, gemeinsam an OER zu arbeiten und Kollaboration befördert. Nur so können auch offene Bildungspraktiken gelebt werden, wie das Teilen von Ideen.
  • Um Hilfestellung beim komplexen Thema Lizensierung zu geben, ist es ideal, wenn es eine einfach Möglichkeit im Tool gibt, das erstellte Material zu lizensieren z. B. durch einen Lizenzgenerator.

OER und digitale Infrastrukturen

Zur Veröffentlichung und Verbreitung von OER sind digitale Infrastrukturen nötig wie z. B. Repositorien. Ein Repositorium ist ein Datenbanksystem, in dem eine Menge digitaler Ressourcen gespeichert, geordnet und zugänglich gemacht werden. In Deutschland gibt es sowohl im Hochschul- als auch im Schulbereich Verzeichnisse dieser Art (Link zu Verzeichnissen). Zu den wichtigen Funktionen von OER-Infrastrukturen sollten u. a. gehören:

  • OER-Infrastrukturen müssen frei zugänglich sein und stehen allen offen. Denn Hürden wie eine Hochschulzugehörigkeit oder Lehrtätigkeit in einem Bundesland begrenzen die Reichweite und errichten Nutzungshürden.
  • Lehrende und Lernende haben gleichberechtig Zugang zu den Infrastrukturen, um dort ihre OER einzubinden. Upload-Funktionen oder das Anlegen von Blogbeiträgen und Ordnern nur auf Lehrende zu beschränken läuft den Gedanken offener Bildungspraktiken entgegen.
  • An die Infrastruktur ist i. d. R. eine Redaktionsinstanz angeschlossen, die die Qualität der OER prüft. Das können Redakteure, aber auch andere Nutzer*innen der Infrastruktur sein, die per Peer-Review-Verfahren die eingestellten OER sichten.
  • Generell sollten OER-Infrastrukturen mehr als nur Technik sein. Sie könnten einer Community die Möglichkeit bieten, sich austauschen, in Fächergruppen zusammenzufinden und den Einstieg in die OER-Produktion z.B. mit einer Funktion, Tandems aus Experten und Neulingen zu bilden, erleichtern.

Linktipps zu OER und IT

Webinar-Aufzeichnung zu Softwarewerkzeuge und vernetzte IT-Infrastrukturen

Annett Zobel und Markus Deimann erklären in dem Video, wie mit einer guten Infrastruktur OER besser gefunden, verwendet, verwaltet und veröffentlich wird. Vorgestellt werden Funktionalitäten für OER-Infrastrukturen, die die OER-Community erarbeitet hat, und als konkretes Beispiel für eine OER-Infrastruktur das Content-Buffet.
https://www.e-teaching.org/community/communityevents/ringvorlesung/softwarewerkzeuge-und-it-infrastrukturen-fuer-oer

Machbarkeitsstudie zum Aufbau und Betrieb von OER-Infrastrukturen in der Bildung

Der deutsche Bildungsserver hat 2016 im Auftrag des Ministeriums für Bildung und Forschung in einer Studie die Bedingungen für OER-Infrastrukturen in Deutschland ausgelotet. Zentraler Befund ist, dass – trotzdem die Fülle an nebeneinander bestehenden Infrastrukturen das Auffinden und Nutzen von OER erschwert – die Idee einer zentralen Plattform auf wenig Akzeptanz stößt. Die Forscher*innen empfehlen, daher Vernetzungs- und Austauschmechanismen für existierende Infrastrukturen zu entwickeln. Die Studie ist unter freier Lizenz zugänglich.
https://www.pedocs.de/volltexte/2016/11715/pdf/OER_Machbarkeitsstudie_Bericht.pdf

Werkzeugsammlung auf oer.schule

Die Sammlung von offenen Werkzeugen auf der OER-Plattform des FWU hat für jeden Gestaltungsanlass den richtigen Tipp: Bücher machen mit Minibooks, interaktive Einheiten mit Learningapps.org, Noten mit BlankSheetMusic, Spiele mit Kahoot uvm. Falls ein Tool mit Einschränkungen versehen ist, wird dies vermerkt.
https://oer.schule/oer-tools/

Gemeinsam einfach Anwendungen erstellen und Teilen

Mit Glitch können alleine und gemeinsam Webanwendungen erstellt werden. Das sind kleine Open-Source Projekte, die zum Remixen auf der Seite bereitgestellt sind. Auch wer über wenig Coding-Erfahrung verfügt, wird fündig und kann sich an Länderquiz, Passwortgenerator zu Lieblingsfernsehserien oder einem ganz einfachen Blog ausprobieren. Anmelden, Projekt suchen, „View Source“ anklicken, „Remix to Edit“ klicken und loslegen.
https://glitch.com/

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Sigrid Fahrer, DIPF OERinfo – Informationsstelle OER.
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Weitere Linktipps zu OER und Didaktik finden Sie beim Deutschen Bildungsserver










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