Die How Tos bei OERinfo

Grafiken von Adi Ben-Hur unter CC BY 4.0 zusammengestellt von Sonja Borski für Agentur J&K – Jöran und Konsorten für OERinfo, Informationsstelle OER, CC BY 4.0.

Was muss ich bei der Lizenzierung von OER beachten? Welche Tools eignen sich? Und wo finde ich praktische Tipps und Anleitungen? Auf OERinfo gibt es unter der Rubrik How To eine Reihe von Hilfestellungen und Erfahrungsberichten.

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Bearbeitungen frei lizenzierter Inhalte richtig kennzeichnen

von Paul Klimpel

Bild mit CC

Wenn Creative-Commons-lizenzierte Werke und Materialien bearbeitet und in neue Werke integriert werden dürfen, geben sie zugleich einige Regeln für die Lizenzhinweise vor. Die Nutzenden müssen vermerken, wessen Werke sie verwendet und wie sie diese bearbeitet haben. Insbesondere bei mehrfachen Veränderungen gilt es, dabei sorgfältig vorzugehen.

Es gehört zu den Grundprinzipen der freien Creative-Commons-Lizenzen, dass die so lizenzierten Werke frei genutzt, bearbeitet und in neue Werke integriert werden dürfen. Wobei es bekanntlich Lizenzvarianten von Creative Commons gibt, die genau diese Nutzungsmöglichkeiten einschränken, wie „Keine Bearbeitung“ („No Derivates“, kurz: ND) und „Keine kommerzielle Nutzung“ („No Commercial Use“, kurz NC). Diese bringen unter anderem mit sich, dass die CC-Varianten keineswegs alle miteinander vereinbar sind. Dies zeigt unter anderem diese grafische Übersicht:

Grafik CC-Lizenzen
Grafik: Creative Commons Corporation; lizenziert unter CC BY 4.0 ; URL: https://creativecommons.org/faq/#if-i-derive- or-adapt-material-offered-under-a-creative-commons-license-which-cc-licenses-can-i-use

Generell lässt sich sagen, dass jede Bedingung, die an die Nutzung eines frei lizenzierten Werkes geknüpft wird, auch einschränkt, es nachzunutzen. Dies gilt insbesondere, wenn verschiedene Inhalte miteinander verbunden werden sollen. Wer beispielsweise in einen Remix NC-lizenziertes Material integriert, kann den Remix nicht mehr kommerziell verwenden – denn genau das verbietet die NC-Bedingung. In keinem Fall kombinierbar sind ND-Lizenzen, weil hier eine Bearbeitung und damit auch die Kombination mit anderen Materialien ausgeschlossen ist. Für Open Educational Resources gilt ohnehin, dass diese nicht mit NC- sowie ND-Lizenzen vereinbar sind.

Kennzeichnung von Veränderungen

Klammert man also die einschränkenden ND und NC aus und beschränkt man sich auf CC-BY und CC-BY-SA, dann muss man den Lizenzbedingungen von Creative Commons nach jeweils angeben, wenn ein Werk verändert wurde – und auf welche Art und Weise.
Dies schützt zunächst den ursprünglichen Rechteinhaber, der den entsprechenden Inhalt lizenziert hat. Weshalb? Nehmen wir an, dass durch die Bearbeitung eines Werkes oder eines Material ein anderer inhaltlicher Zusammenhang als der ursprünglich intendierte hergestellt wird. Und nehmen wir zudem an, dass sich der ursprüngliche Autor damit nicht identifiziert oder damit nicht in Verbindung gebracht werden will, weil der Stil oder die Qualität nicht seinen Vorstellungen entsprechen. Die Kennzeichnung der Änderungen und der Urheber*innnen dieser Änderungen sorgen dafür, dass Änderungen durch Dritte eindeutig diesen und nicht dem ursprünglichen Autor zugeschrieben werden.

Geringfügige Veränderungen oder Bearbeitungen zu neuem Werk?

Betrachtet man die Begriffe „Veränderung“ und „Bearbeitung“ genauer, so ist zu unterscheiden zwischen geringfügigen Veränderungen und solchen, die selbst wieder urheberrechtlich geschützt sind, weil dadurch ein neues Werk beziehungsweise eine neue eigene Schöpfung entsteht.
Bei bloß geringfügigen Veränderungen ohne eigene Schöpfungshöhe reicht ein Hinweis wie beispielsweise dieser hier:

Beziehungsweise für analoge Publikationen mitsamt der URLs:

  • „Creative Commons 10th Birthday Celebration San Francisco“ (https://www.flickr.com/photos/sixteenmilesofstring/8256206923/in/set-72157632200936657) von tvol (https://www.flickr.com/photos/sixteenmilesofstring/), genutzt unter CC BY/ (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/) Farbsättigung reduziert vom Original.

Handelt es sich bei den Veränderungen und Bearbeitungen selbst um urheberrechtlich relevante neue Werke, so muss nicht nur die Tatsache benannt werden, dass bearbeitet wurde, sondern es muss auch der oder die Bearbeitende genannt werden:

  • Das Werk, „90fied“, ist eine Bearbeitung von „Creative Commons 10th Birthday Celebration San Francisco“ von tvol, genutzt nach CC BY. „90fied“ steht ebenfalls unter CC BY Max Müller.

Beziehungsweise für analoge Publikationen mitsamt der URLs:

  • Das Werk, „90fied“, ist eine Bearbeitung von „Creative Commons 10th Birthday Celebration San Francisco“ (https://www.flickr.com/photos/sixteenmilesofstring/8256206923/in/set-72157632200936657) von tvol (https://www.flickr.com/photos/sixteenmilesofstring/), genutzt nach CC BY. (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/) „90fied“ steht ebenfalls unter CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ Max Müller.

Dies gilt auch dann, wenn noch mehrere Bearbeitungsstufen folgen. Dann muss es etwa heißen:

  • Das Werk „Großbaustelle“ ist eine Bearbeitung des Werkes „Baustelle Berlin“ von Max Meier, lizenziert unter C-BY-SA Max Meier, bearbeitet in Hinblick auf Farbgestaltung durch Fritz Müller, bearbeitet durch Überblenden mit einem weiteren Foto durch Gerd Schulze, jeweils ebenfalls unter CC-BY-SA.

Dabei sind alle Veränderungen und auch alle (urheberrechtlich relevanten) Bearbeitenden anzugeben. Die gelegentlich kolportierte Vorstellung, es müsse bei mehreren Veränderungen nur der Name des letzten Bearbeitenden angegeben werden, ist schlicht falsch. Die entsprechende Bestimmung des Lizenztextes (Abschnitt 3 a, 1 B) ist hier eindeutig:

  • Wenn Sie das lizenzierte Material weitergeben (auch in veränderter Form), müssen Sie
  • A. […Die Lizenzangaben des Ursprungsmaterials beibehalten]
  • B. angeben, ob Sie das lizenzierte Material verändert haben, und alle vorherigen Änderungsangaben beibehalten […]
  • Die Pflicht zur Namensnennung gilt für alle (urheberrechtlich relevanten) Bearbeitenden.

Allerdings entfällt ab Creative Commons in der Version 4.0 die Notwendigkeit bei SA-Lizenzen, die unterschiedlichen Lizenzvarianten und Versionsstufen der vorhergegangenen Bearbeitungsschritte zu nennen. Genannt werden muss zur Vereinfachung nur die letzte Share-Alike-Lizenz.

Also: Veränderungen an den Werken oder Materialien müssen jeweils gekennzeichnet werden, was bei wiederholter Veränderung zu einer Auflistung von Änderungsvermerken führt. Sofern die Änderungen selbst urheberrechtlich relevant sind, sind auch die Bearbeiter zu nennen. Diese können bei der Online-Nutzung jedoch auf eine gesonderte Seite mit entsprechender URL ausgelagert werden. Ab einem bestimmten Grad an Komplexität bei kollaborativen Arbeiten erscheint es sinnvoll, technische Systeme vorzuhalten, die die jeweiligen Veränderungen dokumentieren. Bei großen Community-Projekten wie der Wikipedia werden Versionshistorien eingesetzt, um zu dokumentieren, welche Autoren beteiligt sind, aber auch, wie der Artikel entstanden ist.

„Freie Benutzungen“ sind urheberrechtlich erlaubt

Nicht jede Veröffentlichung der Bearbeitung eines Werkes erfordert die Benennung des Lizenzgebers. Dies ist nur erforderlich, wenn die Bearbeitung nicht bereits urheberrechtlich erlaubt ist. Denn solche gesetzlichen Erlaubnisse gehen den Creative-Commons-Lizenzen vor (siehe Abschnitt 2 a 2 des Lizenztextes). Dies ist auch bei sogenannten „freien Benutzungen“ nach Paragraf 24 des Urheberrechtsgesetzes der Fall.

Als freie Benutzungen gelten solche, bei denen ein Werk zwar von einem anderen angeregt wurde oder im Verhältnis zu diesem entstanden ist, wo aber angesichts der Eigenart des neuen Werkes die entlehnten eigenpersönlichen Züge des geschützten älteren Werkes verblassen. Ob eine freie Benutzung vorliegt, kann nur in einer Gesamtbetrachtung festgestellt werden, bei der der Umfang der Entnahmen und die Abweichungen des neuen Werkes gegenüber dem alten entscheidend sind sowie die Frage, ob ein ausreichender innerer Abstand zwischen beiden Werken besteht.

Auch Parodien und Satiren gelten dann als freie Bearbeitungen, wenn durch die antithematische beziehungsweise parodistische Behandlung des älteren Werkes objektiv erkennbar ist. Die Formel vom „Verblassen“ des ursprünglichen Werkes gilt hier nicht, da Leser, Hörer oder Betrachter ja gerade erkennen soll, dass das parodierte ältere Werk gemeint ist.
Bei fortgesetzter, wiederholter Veränderung kann die Situation entstehen, dass das ursprüngliche Werk durch jeden Bearbeitungsschritt weniger erkennbar ist und immer weiter verblasst. Dann kann die letzte Bearbeitung nach mehreren Bearbeitungsschritten im Verhältnis zum ursprünglichen Werk als freie Benutzung gelten. Dies gilt jedoch nicht im Verhältnis zum vorherigen Bearbeitungsschritt – dort ist der innere Abstand nicht groß genug.

Zu betrachten ist immer, ob die Bearbeitung im Verhältnis zur Bearbeitungsstufe vorher eine freie Benutzung ist. Ist sie dies nicht, so ist der oder die Bearbeitende zur Lizenzkennzeichnung verpflichtet, die der oder die Bearbeitende vor ihm genutzt hat. Der oder die Bearbeitende vor ihm hat als Lizenzgeber einen weiten Spielraum darin, was bei einer Nutzung anzugeben ist. Daher gelten auch alle Angaben zu Vorstufen der Bearbeitung, die in den Lizenzangaben gemacht werden, als verbindlich für alle Nachnutzungen.

Um dies an einem Beispiel konkret zu machen: Werk A wird durch einen ersten Bearbeitungsschritt zu B, durch einen zweiten zu C, dann zu E, zu F, zu G und zu H. Die letzte Bearbeitung H ist im Verhältnis zu A eine freie Benutzung, da die „eigenpersönlichen Züge des älteren Werks verblasst sind“. Im Verhältnis zu G (und gegebenenfalls zu anderen Vorfassungen) ist es das aber nicht. Da der Bearbeiter G die Form der Kennzeichnung wählt, muss H auch den Autor des Ursprungswerkes nennen, wenn eine entsprechende Kennzeichnung angegeben ist. Diese Verpflichtung besteht allerdings nicht mehr gegenüber dem Urheber des ursprünglichen Werkes A, sondern nur noch gegenüber den nachfolgenden Bearbeitenden, im Verhältnis zu deren Bearbeitung die letzte Bearbeitung keine freie Benutzung ist. Eine Pflicht zur Nennung des oder der ursprünglichen Bearbeitenden besteht also, sie ist aber nicht mehr durchsetzbar durch den oder die ursprünglichen Bearbeitenden.

Achtung bei Zitaten

Gänzlich unabhängig von der CC-Lizenzierung sind Zitate in Deutschland nach Paragraf 51 des Urheberrechtsgesetzes zulässig. Die Voraussetzungen dafür sind, dass das jeweilige Zitat ein erforderlicher Beleg für die jeweilige Aussage in einem eigenen Werk ist. Wann dies der Fall ist, lässt sich nicht mit schematischen Größen, Längenangaben oder Zeitspannen festmachen, wie dies gelegentlich getan wird. Die Grenzen des zulässigen Umfangs ergeben sich aus einer umfassenden Abwägung aller Umstände des jeweiligen Einzelfalls: des Zitatzwecks, der Besonderheiten sowie des Umfangs des zitierten und des zitierenden Werks. Wenn es erforderlich ist, lässt sich auch ein ganzes Bild als Zitat nutzen. Ein Textausschnitt kann die Länge haben, die benötigt wird, um die eigene Aussage zu belegen. Und es gibt weitere Beispiele.

Auch Werke, die unter einer freien Lizenz stehen, können und dürfen natürlich Zitate enthalten, sofern dies durch das Zitatrecht gedeckt ist. Allerdings kann bei Weiterbearbeitung und Neunutzung von Materialien der ursprüngliche Kontext, der das Zitat gerechtfertigt hat, verloren gehen.

Ein Beispiel: Ein Text beschreibt die Architektur der DDR und den Baustil der Ostberliner Stalinallee. Als Beleg wird ein Bild eben dieser Stalinallee genutzt, dies ist (sofern es tatsächlich als Beleg genutzt wird und in einem angemessenen Verhältnis steht) als Zitat zulässig. Der Text über Architektur der DDR und den Baustil der Stalinallee wird nun zur Grundlage genommen für einen Text über Propaganda und das politische System in der DDR, in dem nur am Rande auf die Architektur eingegangen wird. Insbesondere wird in dem entstehenden neuen Text nicht gesondert auf die Stalinallee eingegangen. Trotzdem bleibt das Bild im Text, nunmehr nicht als Beleg, sondern als generelle Illustration für die DDR. Diese Illustration ist jedoch nicht mehr als Zitat ohne Erlaubnis (und gegebenenfalls Vergütung) des Rechteinhabers zulässig. Insbesondere wäre unzulässig, den Text insgesamt unter eine Creative-Commons-Lizenz zu stellen.

Fazit

Auch bei den Creative-Commons-Lizenzen sollten möglichst keine Bedingungen an die Nachnutzung gestellt werden, da jede (weitere) Bedingung die Wiedernutzungs- und Kombinationsmöglichkeiten einschränkt. Dies betrifft auch für die aus ehrenwerten Intentionen verwendete Bedingung SA, die als auch für OER-Material geeignete Lizenz gilt.

Da jegliche relevante Veränderungen an Werken oder Materialien gekennzeichnet werden müssen – samt Namen der Bearbeitenden, kann dies mitunter zu einer (auch mal langen) Liste von Änderungsvermerken führen. Diese dürfen aber auch mit technischen Mitteln entstehen und im Falle von Online-Nutzungen auf eine gesonderte Webseite ausgelagert werden.

Besonderes Augenmerk ist bei der Veränderung von frei lizenzierten Inhalten auf Zitate zu richten. Diese sind nur in dem konkreten Zusammenhang zulässig, in dem sie eine Belegfunktion haben und in einem angemessenen Verhältnis zu der belegten Aussage stehen. Entfällt oder verändert sich durch eine Bearbeitung der ursprüngliche Kontext, der das Zitat gerechtfertigt hat, darf es nicht mehr ohne ausdrückliche Zustimmung des Rechteinhabers genutzt werden.

Dieser Text ist eine gekürzte und editierte Fassung der „Expertise. Und Wieder, und wieder, und wieder. Rechtsprobleme bei wiederholter Nutzung frei lizenzierter Inhalte“ (PDF), die der Autor, Paul Klimpel, im Auftrag des OERcamp erstellte und die zuerst im November 2017 veröffentlicht wurde.

Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer Kooperation von iRights.info, dem Deutschen Bildungsserver und OERinfo.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Paul Klimpel

So funktioniert die neue CC-Search-Suchmaschine

von Henry Steinhau

Seit Ende April steht die neueste Version der Suchmaschine „CC Search“ online. Sie ermöglicht das Auffinden und Nachnutzen CC-lizenzierter Werke. Das neue CC Search ist deutlich einfacher zu bedienen und übersichtlicher gestaltet. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie sie funktioniert.

Screenshot CC-Search-Suchmaschine

Auffälligste Neuerung des überarbeiten CC Search ist, dass die Suchergebnisse unmittelbar im geöffneten Browserfenster und mit Voransichten angezeigt werden. Zudem kann man kann diese direkt nach Lizenzart, Quelle und weiteren Kriterien filtern. Besonders praktisch ist, dass sich die aufgefundenen Werke ohne Umweg herunterladen und die zugehörigen Lizenzhinweise übernehmen lassen.
Derzeit beschränkt sich das neue CC Search noch auf digitale Fotos und Bilder. Hierfür bezieht es knapp 20 unterschiedliche Anbieter ein, wie Flickr, Rawpixel, Deviant Art und eine ganze Reihe Museen aus aller Welt. In all diesen Quellen finden sich laut Creative Commons derzeit rund 300 Millionen CC-lizenzierte und freigegebene Werke.
In ihrer Roadmap sehen die Entwickler vor, die Suchoptionen nach und nach zu erweitern. Zukünftig wollen sie die Suche nach freien Text- sowie freien Audiowerken integrieren. Danach sollen weitere Werkkategorien hinzukommen, wie beispielsweise Videos. Erklärtes Ziel ist, mit CC Search einen schnelleren Zugang zu allen lizenzierten und lizenzfreien CC-Werken im Internet zu ermöglichen, derzeit geschätzt etwa 1,4 Milliarden.

One-Stop-Shop für CC-lizenzierte Bilder

Das neue CC Search nahe an einem One-Stop-Shop für CC-lizenzierte und CC0-freigegebene Bilder. Man wird nach der Suchbegriffeingabe nicht mehr umgeleitet zu anderen Webseiten, sondern bleibt auf der Search-Webseite – und das bis zum Herunterladen und Übernehmen des Lizenzhinweises. Allerdings sind die Werke hier derzeit nur in einer Größe verfügbar – dank integriertem Direktlink lässt sich die Quelle aber direkt aufsuchen.
Die von CC Search übernommenen Lizenzhinweise der gefundenen Bilder sind in der Regel ordentlich und lizenzkonform aufgebaut und getextet und liegen als sogenannter Rich Text und in HTML-Form vor. Sie können also unmittelbar übernommen werden, ohne dass man noch etwas dran machen muss. Der eingebaute Kopierknopf ist eine zusätzliche Hilfestellung. Mit ihm wird der Lizenzhinweis vollständig in die Zwischenablage kopiert – so läuft man nicht Gefahr, beim händischen Auswählen des Codes einzelne Zeichen oder Zeilen zu vergessen. Nutzer*innen müssen sich daher wenig bis keine Gedanken darüber machen, wie der Lizenzhinweis aufzubauen ist und was er beinhalten muss.

So benutzt man das neue CC Search

Wie die generalüberholte CC Search-Suchmaschine im Einzelnen funktioniert und wie man die jeweiligen Lizenzhinweise nutzt, erklärt der folgende Schritt-für-Schritt-Artikel – am Beispiel des Suchwortes „Spargel“. Derzeit liegt die CC-Search-Oberfläche nur in englisch vor. Das betrifft Buttons, Menüs und auch die Suchoperatoren. Deutsche (beziehungsweise anderssprachige) Suchbegriffe lassen sich trotzdem verwenden. Die Suchalgorithmen finden dann entsprechend deutsch verschlagwortete Bilder und Werke.

Suche starten

Ruft man die Seite auf, bietet CC Search zunächst nur ein Suchfeld für die freie Eingabe von Suchbegriffen an (siehe Aufmacherabbildung dieses Artikels). Nach Eingabe des Suchbegriffs – hier zunächst „Spargel“ – erscheinen die Suchtreffer als Bilderkacheln.

Screenshot CC Search

Die von anderen Suchmaschinen bekannten Such-Operatoren lassen sich nutzen, um die Suche zu spezifizieren – etwa AND, OR, NOT. Zum Beispiel „Spargel AND Grün“. Natürlich sind die Ergebnisse für eine eingegrenzte Suche immer nur so gut, wie die Werke in ihren Metadaten verschlagwortet sind.

Suchergebnisse sichten

Wird die Suchmaschine in den berücksichtigten Sammlungen und Quellen fündig – wie schon erwähnt, derzeit funktioniert sie nur für Bilder –, bietet sie die Treffer direkt in Voransichten an, die je nach Abmessung des Originals unterschiedlich groß ausfallen. Die Anzahl der Treffer wird links oben eingeblendet, und mit Auswählen der Option „Prevent Overscaling“ erscheinen alle Bilder in einer einheitlichen Größe.

Screenhot CC-Search

TIPP: Besonders praktisch für alle, die mit dem Mozilla-Firefox-Browser arbeiten: Es gibt ein Add-On, mit dem das neue CC Search direkt im Suchfenster des Browsers platziert wird.

Screenshot CC Search

Mit diesem Add-on verknüpfen die CC-Search-Entwickler ein weiteres Ziel: Die CC-Suche soll über die integrierte Programmschnittstelle in möglichst vielen Plattformen oder Webservices integriert werden, etwa in Textverarbeitungen oder Online-Editoren. CC-lizenzierte Werke können dann direkt aus dem jeweiligen Programm gesucht und verwendet werden.

Suchergebnisse filtern

Zeigt die Suche nun Treffer an, erscheint in CC Search ein Filter-Button. Klickt man diesen an, erscheinen im oberen Balken drei Menüs für unterschiedliche Filterwerkzeuge.

Screenshot CC Search

In allen dreien kann man eine oder mehrere Optionen festlegen, indem man sie nacheinander im Menü auswählt. Daraufhin erscheinen sie jeweils als grüne Markierungen, die sich bei Bedarf – per Klick auf ein kleines Kreuz – auch wieder löschen lassen.
Im ersten dieser drei Menüs lässt sich festlegen, ob man die Werke bearbeiten und anpassen („modify and adapt“) beziehungsweise für kommerzielle Zwecke nutzen will („Use for commercial purposes“). Diese Filter entsprechen den Lizenzvarinten „ND“ („No Derivates“ – Keine Bearbeitungen) und „NC“ („Non Commercial“ – Keine kommerzielle Nutzung). Wählt man eine oder beide dieser einschränkenden Optionen, wird das zweite Menü deaktiviert.

Screenshot CC Search

Im zweiten Filtermenü lässt sich die Suche auf einzelne Lizenzvarianten hin festlegen, etwa CC BY.

Screenshot_CC_Search

Dort ist auch die Freigabe „CC Zero“ (CC0) und die „Public Domain Mark“ (PD) wählbar.

Screenshot_CC_Search

Das dritte Menü ermöglicht, einen oder mehrere Sammlungen beziehungsweise Anbieter als Quelle/n auszuwählen („Providers“).

Screenshot_CC_Search

Werke auswählen und näher ansehen

Eine nützliche Funktion bietet das sogenannte „Mouseover“: Gleitet man mit dem Cursor auf ein Vorschaubild, wird nach einem kurzen Moment am oberen Rand des Fotos die zugehörige Lizenz anhand der bekannten CC-Symbole eingeblendet, im unteren Rand die Quelle beziehungsweise die Sammlung.

Screenshot_CC_Search

“Bund Grüner Spargel” by multipel_bleiben is licensed under CC BY-NC-ND 2.0

 

Mit Klick auf das Bild selbst erscheint dieses in großer Darstellung.

Screenshot_CC_Search

“Grüner Spargel” by Tim Reckmann | a59.de is licensed under CC BY 2.0
Unter dem Bild stehen zugehörige Schlagworte sowie drei Optionen zur Verfügung:

    • „Attribution“: Vollständiger Lizenzhinweis als lesbarer Text sowie in HTML formatiert.

 Screenshot_CC_Search

    • „Info“: Informationen zum Werk, wie Titel, Urheber, Quelle, Maße, Lizenz.

Screenshot_CC_Search

    • „Share“: Buttons zum direkten Teilen des Werks in sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter, Pinterest.

Screenshot_CC_Search

Werke laden und Lizenzhinweise übernehmen

Jedes Bild lässt sich mit den üblichen Browserfunktionen direkt herunterladen – oder mit den Social-Media-Buttons direkt an eines der Netzwerke übergeben.
Für den Lizenzhinweis bietet CC Search jeweils einen Kopierknopf an, über den man entweder den lesbaren Text in die Zwischenablage seines Geräts kopiert. Die Bezeichnung „Copy rich text“ meint, dass die notwendigen Links zur Quelle, zum Urheber und zum Lizenztext auf der Creative-Commons-Seite enthalten sind. Diese Textformatierung funktioniert allerdings nur in Editoren, die automatisch erkennen, dass unter dem lesbaren Text Links eingebaut sind und diese Links von sich aus aktivieren. Das ist heutzutage recht verbreitet, sollte also meistens klappen.

Screenshot_CC_Search
Alternativ steht der Lizenzhinweis ebenfalls als HTML-Code bereit. In dieser Variante sind auch die CC-Lizenz-Symbole eingebettet.
Wünschenswert wäre, dass die Entwickler eine dritte Lizenzhinweis-Variante für die Nutzung in Drucksachen anbieten. Darin sollten neben integrierten Links auch die jeweiligen URLs in ausgeschriebener Form enthalten sein. Das würde es vielen Nutzer*innen erleichtern, sie zu übernehmen.
Dringend beachten sollte man den obligatorischen Hinweis, dass die Creative Commons Corporation die gefundenen Bilder nicht selbst zur Verfügung stellt und daher die Lizenzhinweise nicht auf Richtigkeit prüft. Vielmehr sollte man den Lizenzstatus und die Zuordnungsinformationen noch einmal verifizieren, am besten durch den Besuch der Ursprungswebsite.

Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil einer Kooperation von iRights.info, dem Deutschen Bildungsserver und OERinfo.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Henry Steinhau

(Lehr-)Bücher als OER veröffentlichen – Tools, Tipps und Anleitungen

Open Textbooks, Foto: David Drexler, CC BY 2.0.

Ganze (Lehr-) Bücher als OER zu veröffentlichen, ist im deutschsprachigen Raum noch nicht sehr verbreitet. Dabei gibt es inzwischen eine Reihe von Diensten, die als Werkzeug das Schreiben unterstützen oder eine Veröffentlichung von Büchern unter freier Lizenz ermöglichen. Wir stellen einige Dienste und Tools vor.

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Erschienen: Leitfaden zu OER für Lehrpersonen bei Tutory

Screenshot tutory.de, nicht unter einer freien Lizenz.
Screenshot tutory.de, nicht unter einer freien Lizenz.

Auf den Alltag von Lehrpersonen an Schulen und Hochschulen sowie Studierende aller Fachrichtungen abgestimmt sind die drei Leitfäden zu OER, die tutory veröffentlicht hat.
Die Broschüren stellen die Creative Commons Lizenzen und ihre Verwendung in leicht verständlicher Sprache vor. Alle Leitfäden sind auf die Verwendung der Plattform tutory ausgerichtet, bieten aber auch davon unabhängig einen guten Überblick und geben Anregungen für die Gestaltung von OER.
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Welches sind die wichtigsten Fragen für OER-Ersteller/innen?

https://pixabay.com/de/frage-fragezeichen-anfrage-63916/
Grafik unter CC0 von geralt via Pixabay

Wir von der Transferstelle für OER wollen im Juli einen Praxis-Leitfaden für OER-Ersteller schreiben. Der Leitfaden soll vor allem für Einsteiger/innen verständlich sein und die ersten und wichtigsten Fragen beantworten, die sich jemand stellt, der selbst nicht nur OER von Dritten einsetzen will, sondern Materialien auch selbst erstellen und veröffentlichen möchte.

Nun wollen wir wissen: Welche Fragen sollte ein solcher Leitfaden beantworten? Welches sind die ersten Fragen, die sich Einsteiger/innen dabei stellen? Welche Fragen gehören zu den unabdingbaren Grundlagen? Weiterlesen >