Grafik „Staatliche Zentralstelle zur Prüfung von Unterrichtsmaterialien“ von Hannah Birr unter CC BY 4.0
„OER bietet Lobbyisten ein Einfallstor, durch das sie ihre manipulativen Materialien in die Schulen und damit in die Köpfe bringen!“ So lautet ein verbreitetes Argument in der Debatte um Open Educational Resources. Die folgerichtige Forderung: Vor so einer Gefahr müssen Lehrer*innen und Schüler*innen geschützt werden!
Doch diese Argumentation beruht auf einer falschen Grundannahme und bildet konsequent fortgeführt sogar eine Gefährdung unserer Demokratie, argumentiert Jöran Muuß-Merholz in diesem Meinungsbeitrag.
Der 11.11.2017 ist ein wichtiges Datum für die internationalen Geschichtsbücher zu OER. Die UNESCO-Generalkonferenz hat in Paris die Erarbeitung einer Empfehlung („Recommendation“) zu OER beschlossen. Bis zur nächsten Generalkonferenz in 2019 soll in Konsultation mit und in den 195 Mitgliedstaaten der UNESCO der Entwurf zu einer solchen Empfehlung ausgearbeitet werden. Weiterlesen >
Wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen in Bewegung
Programm der Tagung, Foto von Sonja Borski, CC BY 4.0
„Open Education und Qualität – Zur Praxis im Umgang mit OER“, so lautet der Titel der Keynote von Prof. Dr. Kerstin Mayrberger und Prof. Dr. Olaf-Zawacki-Richter. Die beiden Professor*innen halten den Eröffnungsvortrag der Informations- und Netzwerkveranstaltung zu OER in der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen am 14. und 15. Dezember 2017 in Oldenburg. Das Programm der Tagung ist nun online. Veranstalter ist das Verbundprojekt OpERA – Open Educational Resources in der Akademischen Weiterbildung der Universitäten Ulm, Oldenburg und Weimar. Zum Austausch eingeladen sind Interessierte und OER-Praktizierende aus dem Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung, aber auch darüber hinaus.
RUVIVAL (revive the rural – Wiederbelebung des ländlichen Raums) ist ein E-Learning-Projekt der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Es greift ein akutes globales Problem, nämlich die Krise des ländlichen Raums in ökologischer und sozialpolitischer Hinsicht auf. Ruvival ist mehr als eine Website. Das Projekt lädt zum Mitmachen ein und damit ist nicht nur das Einbinden eines Simulationsspiels oder Quizzes auf der Website gemeint. Denn die Inhalte von Ruvival sind Open Educational Resources (OER). Sie werden gemeinsam von Schüler*innen und Studierenden unter der Leitung von Wissenschaftler*innen erarbeitet. Wöchentlich werden neue Lerneinheiten und Elemente ergänzt. OERinfo spricht mit der Projektmitarbeiterin Tina Carmesin darüber, was Schüler*innen und Studierende zur Mitarbeit motiviert.
Christer Gundersen vom OER-Vorzeigeprojekt NDLA aus Norwegen kommt nach Berlin – mit einem neuen Projekt!
Christer Gundersen, Foto von Christer Gundersen, CC BY 4.0
Wer sich auf die Suche nach ambitionierten und erfolgreichen OER-Projekten im Ausland begibt, der findet schnell die NDLA in Norwegen. Die Norwegian Digital Learning Arena (NDLA) hat in wenigen Jahren eine Grundausstattung für alle Unterrichtsfächer in Norwegens Schulen geschaffen. Christer Gundersen ist CTO (Technischer Direktor) der NDLA. Inzwischen hat er ein neues Projekt gestartet: die Global Digital Library. Weiterlesen >
Open Educational Resources (OER) als festen Bestandteil der Lehre an der Universität Bremen zu verankern, das ist das Ziel von ProOER. Hinter dem langen Titel des Projekts „ProOER – ein integrativer Ansatz zur OER-Kompetenzentwicklung an der Universität Bremen“ verbirgt sich ein umfassender Ansatz, der an bereits bestehende Initiativen und Strukturen anknüpft. Die Projektgruppe stellt ihre Arbeit im Video vor.
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Getragen wird das Projekt vom Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) an der Universität Bremen. Das ZMML unterstützt Aktivitäten zum Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre mit Information, Beratung, Qualifizierung und der Bereitstellung von technischer Infrastruktur. Diese etablierten Strukturen können gut zur Förderung von OER eingesetzt werden. An der Uni Bremen gibt es ein Förderungsprogramm zum Einsatz von digitalen Medien in der Lehre, das nun auch auf OER ausgeweitet wird. Außerdem wird die E-learning Plattform der Universität OER-tauglich gemacht. Schlussendlich wird das ZMML auch eine OER-Policy-Empfehlung für die Universität Bremen erarbeiten.
Titelblatt (Ausschnitt) der Handreichung „Lizenzierung und Nutzung offener Bildungsmaterialien“ Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer, Hrsg. von Ministerium für Bildung und Kultur, Landesinstitut für Bildung und Kultur, Saarland unter CC BY SA 3.0 DE
Unterricht mit digitalen Medien hat urheberrechtliche Fragen mit neuer Dringlichkeit in den Alltag von Lehrpersonen gebracht. Dass Open Educational Resources eine Antwort auf diese Fragen bieten kann, verstehen mittlerweile viele Lehrende. Wie aber stellt sich die Arbeit mit freien Lizenzen und der Nutzung offener Bildungsmaterialien in der Praxis dar? Das Saarländische Ministerium für Bildung und Kultur und das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) haben die Handreichung „Lizenzierung und Nutzung offener Bildungsmaterialien“ herausgegeben. Die Handreichung behandelt rechtliche Fragen, die praktische Anwendung von OER und Fundstellen im Netz.
Asha Singh Kanwar ist Presidentin and CEO des Commonwealth of Learning (CoL). CoL ist in Deutschland verhältnismäßig wenig bekannt, leistet aber auf globaler Ebene maßgebliche Beiträge für Debatten rund um OER. Asha Singh Kanwar illustriert anhand konkreter Beispiele, wie OER zu nachhaltiger Entwicklung im globalen Süden beiträgt.
OERinfo Interview mit Cable Green, Creative Commons
Cable Green ist Director Open Education bei Creative Commons Er sagt: „Ich habe den besten Job der Welt.“ Im Interview antwortet er auf die schwierige Frage: „Was ist wichtiger – die Ideen von freien Lizenzen und OER zu verbreiten oder das Urheberrecht zu reformieren?“
TJ Bliss berichtet über die Arbeit der William and Flora Hewlett Foundation und den entscheidenden Einfluss, den die Hewlett Foundation auf die Entwicklung von OER weltweit genommen hat. Heute arbeitet Bliss im Leitungsteam von Wiki Education. Die Stiftung kümmert sich um die Verankerung der Wikipedia in der institutionalisierten Bildung, beispielsweise über Projekte, in den Studierende an Wikipedia-Artikeln arbeiten.