Offene Bildungsressourcen (OER) sind ein zentrales Element für mehr Bildungsgerechtigkeit. Doch trotz wachsender Bekanntheit stammen viele OER bislang hauptsächlich von Lehrpersonen aus Schule und Hochschule, während Bildungsorganisationen und Sozialunternehmen ihre hochwertigen Lernmaterialien selten unter freier Lizenz veröffentlichen. Genau hier setzte das Projekt ProOER – Anschluss professioneller Redaktionen an OER an: Es unterstützte Non-Profit-Organisationen (NPOs) und Sozialunternehmen dabei, ihre professionell produzierten Lernmaterialien künftig als OER zu veröffentlichen.
ProOER war Teil der Förderrichtlinie OE_COM und wurde von Serlo Education e.V. durchgeführt, einer gemeinnützigen Organisation, die sich seit 2009 für freie Bildung einsetzt.
Jan-Martin Klinge ist Lehrer und Mitglied der Schulleitung an einer Gesamtschule. In seinem Blog halbtagsblog gibt er Einblicke „in die Freude und auch Möglichkeiten des Lehrerberufs“ und berichtet viel über Schulentwicklung, Unterrichtsmethoden sowie Digitalisierung an Schulen. Da an seiner Schule das Thema „Offenheit von Materialien und Unterrichtsprozessen“ großgeschrieben wird, haben wir ihn für ein Interview eingeladen. Er beantwortet unsere Fragen zur Umsetzung der Offenheit an seiner Schule, worin er den Unterschied zwischen „Teilen“ und „Öffnen“ sieht und welcher Maßnahmen es aus seiner Sicht (als Teil der Schulleitung) für eine Kultur des Öffnens bedarf.
Wer Open Educational Resources (OER) und offene Lizenzen verstehen möchte, muss sich zwangsläufig auch mit dem Urheberrecht auseinandersetzen. Creative Commons-Lizenzen, die als Standard für OER verwendet werden, basieren auf diesem bestehenden Rechtssystem. Die Entscheidung, ein Werk unter einer offenen Lizenz zu veröffentlichen, liegt immer bei den Urheberinnen und Urhebern selbst – sie behalten ihre Rechte, erlauben aber die Nutzung unter bestimmten Bedingungen, ohne dass jede einzelne Verwendung genehmigt werden muss. Das Verhältnis zwischen Urheberrecht und OER ist dynamisch: Einerseits schützt das Urheberrecht geistiges Eigentum, andererseits ermöglichen OER durch offene Lizenzen eine breitere Verbreitung von Bildungsinhalten. Beides muss sorgfältig abgewogen werden, um sowohl kreativen Schutz als auch freien Wissenszugang zu gewährleisten.
Wer Open Educational Resources und offene Lizenzen verstehen will, der/die muss sich gleichzeitig auch mit dem Thema Urheberrecht beschäftigen. Die gängigen Creative Commons-Lizenzen bauen auf dem bestehenden Urheberrecht auf. Die Entscheidung, eine offene Lizenz zu verwenden, liegt immer beim Urheber/ der Urheberin, und diese*r behält weiterhin seine/ihre Rechte am Werk. Sie verzichten bewusst auf bestimmte exklusive Rechte und gestatten die freie Nutzung ihrer urheberrechtlich geschützten Werke unter bestimmten Bedingungen, ohne dass sie immer wieder um Erlaubnis gefragt werden müssen.
Urheberrecht und OER stehen in einem dynamischen Verhältnis. Während das Urheberrecht den Schutz von geistigem Eigentum sicherstellt, ermöglichen OER durch offene Lizenzen eine freiere Verbreitung und Nutzung von Wissen und Bildung. Beide Konzepte müssen in der Bildungslandschaft sorgfältig abgewogen und miteinander in Einklang gebracht werden, um sowohl den Schutz von Kreativität als auch den freien Zugang zu Wissen zu gewährleisten.
Unsere ErklOERvideos sollen dabei helfen, das Urheberrecht im Kontext der Bildung besser zu verstehen. Darüber hinaus dienen sie als Einstieg in das Thema Open Educational Resources und freie Lizenzen und geben Informationen zur Nachnutzung und dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
Die Videos wurden von der Agentur J&K – Jöran & Konsorten und iRights.law im Auftrag von OERinfo produziert.
Urheberrecht in der Bildung
Dr. Paul Klimpel klärt in diesem Video die Definitionen von Urheber, Urheber-, Nutzungs- und Leistungsschutzrecht sowie die Unterscheidung zwischen öffentlicher und nicht-öffentlicher Nutzung. Außerdem veranschaulicht er anhand einiger Beispiele, wie es sich in der Bildung mit Zitaten und der 15%-Regel für nicht-kommerzielle Einrichtungen verhält.
Open Educational Resources (OER) und freie Lizenzen
In diesem Video gibt Dr. Paul Klimpel einen Überblick über Open Educational Resources und freie Lizenzen. Dabei stellt er ihre allgemeinen Vorteile und die Lizenzen von Creative Commons mit ihren verschiedenen Modulen vor.
Wie lizenziert man Open Educational Resources (OER) richtig
Dr. Paul Klimpel geht in diesem Video auf die Frage ein, wie man Open Educational Resources richtig lizenziert. Dabei gibt er zudem Antworten auf die Fragen „Welche Lizenz?“, „Wer kann eine Lizenz vergeben?“ und „Worauf bezieht sich diese Lizenz?“.
Nachnutzung: Verwendung fremder OER in eigenen Inhalten
In diesem Video erklärt Dr. Till Kreutzer, was bei der Nachnutzung fremder OER in eigenen Inhalten zu beachten ist. Hierbei geht er Schritt für Schritt auf die korrekte Kennzeichnung von Autor, Titel, Fundstelle und Lizenzhinweis ein und zeigt, wie Nachnutzende Bearbeitungen kenntlich machen sollten.
Open Educational Resources (OER), Urheberrecht und KI
Dr. Till Kreutzer zeigt in diesem Video auf, was beim Einsatz von KI urheberrechtlich zu beachten ist und wie hybride Kreationen zu lizenzieren sind, wenn sie als Open Educational Resources gelten sollen.
Mit einem abwechslungsreichen Programm rund um offene und gleichberechtigte Bildung, digitale und freie Materialien sowie für zeitgemäßes Lernen und Lehren erwartet alle Interessierten dieses Mal ein ganzes OER-Festival. Denn mit dieser Veranstaltung vereinen sich gleich mehrere Highlights unter einem Dach. Zusätzlich zu dem bekannten Barcamp können sich Teilnehmende und Teilgebende auf eine Fachtagung von ORCA.nrw sowie auf das 10-jährige Jubiläum des Bündnisses Freie Bildung freuen. Weiterlesen >
Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass spielerisches Lernen nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen positive Effekte erzielt. Auf Basis dieser Erkenntnis hat ein Team der RWTH Aachen während der Pandemie ein Online-Spiel entwickelt, mit dem ihre Lehramtstudierenden Wissen rund um OER und den OER-Lebenszyklus vertiefen können. Eingebettet in ein mittelalterliches Narrativ müssen die Spieler*innen dabei Fragen zu den verschiedenen Bereichen des OER-Lebenszyklus beantworten. Interessierte außerhalb der RWTH können sich ebenfalls kostenlos einen Account anlegen. Aktuell ist das Spiel nur auf Englisch verfügbar.
Susanne Grimm spricht mit Prof. Julia Gillen (Leibniz Universität Hannover), Dr. Tina Classen (DAA Deutsche Angestellten-Akademie GmbH) und Britta Beutnagel (TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften Universitätsbibliothek) über förderliche Szenarien für den Einsatz von OER an Hochschulen. Wir sprechen über Motivation, Voraussetzungen und nötige Rahmenbedingungen. Was braucht es, um OER und Open Educational Practices (OEP) an Hochschulen zu verankern und wie ginge das nachhaltig auch ohne weitere Fördergelder? Weiterlesen >
Das Projekt Open Teach zielt darauf ab, die Handlungsfähigkeit von Lehrkräften bei der Einführung offener Praktiken in der Bildung zu unterstützen. Das Erasmus+Projekt wird derzeit in Deutschland, Griechenland und Portugal erprobt. Open Teach versucht einerseits, Lehrkräfte in ihrem professionellen Handeln zu unterstützen und ermöglicht es Lehrkräften andererseits auch, OER zu bewerten. Weiterlesen >
Immer mehr Hochschulen springen auf den OER-Zug auf, indem sie Policies und Strategiepapiere erlassen. Doch damit ist es längst nicht getan. Eine allumfassende OER-Strategie erfordert zahlreiche Bausteine, um Open Education-Visionen nachhaltig an der Hochschule zu verankern. Dazu muss sie verschiedene Akteur*innen einbinden. In diesem Beitrag werden fünf dieser Bausteine hervorgehoben: Policy, Weiterbildung, Repository, Netzwerk und Support-Services. Weiterlesen >