Wider die Ordnungsphantasien! Argumente gegen ein zentrales Verzeichnis für OER

Ein Meinungsbeitrag von jOERan Muuß-Merholz

Die Ordnung der Lehrmittel. Foto von Jöran Muuß-Merholz, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode">CC BY 4.0.
Die Ordnung der Lehrmittel. Foto von Jöran Muuß-Merholz, CC BY 4.0.

Immer wieder taucht in den Debatten um OER eine Forderung auf: „Es müsste eine zentrale Plattform geben. Einen Ort, zu dem man geht, wenn man OER sucht oder selbst veröffentlichen will.“ Die Forderung ist verständlich, wenn man sich die Unordnung rund um Open Educational Resources vor Augen hält. Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von Angeboten. Die Materialien sind von unterschiedlicher Qualität und manchmal von zweifelhaften Absendern. Vieles kennt man nicht und findet es gar nicht oder nur zufällig. Jeder benutzt eigene Systematiken und eigene Begrifflichkeiten. OER ist ein großes Chaos! Wäre es nicht schön, wenn jemand da mal aufräumen würde?

Die Sehnsucht nach Ordnung und Einheitlichkeit ist nachvollziehbar. Doch der Preis für eine zentrale Plattform wäre hoch, wie die folgenden Fragen zeigen sollen:
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OER020: Berlin baut eine Plattform für OER

Mark Rackles, Foto Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 4.0
Mark Rackles, Foto Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 4.0

Podcast mit Mark Rackles, Staatssekretär für Bildung in Berlin

Schaut man auf die OER-Aktivitäten der 16 Bundesländer, so findet man in Berlin den ambitioniertesten Ansatz. Hier wird derzeit nicht nur eine zentrale Infrastruktur für freie Bildungsmaterialien entwickelt, sondern auch ein Konzept, das einen kulturellen Wandel in Schulen vorantreiben soll. Im Interview mit Jöran Muuß-Merholz spricht Mark Rackles sogar eine heilige Kuh an: Lehrkräfte könnten indirekt auch für die Entwicklung von freien Lehr-Lern-Materialien bezahlt werden. Weiterlesen >