Zukunftskompetenzen für eine offene Bildungswelt: Future Skills und OER im Fokus

Die Arbeits- und Bildungswelt verlangt heute viel mehr als noch vor 30 Jahren – Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und globale Vernetzung verändern, wie wir lernen, arbeiten und Wissen teilen. Fachwissen, wie es Lehrkräfte in Schulen, Hochschulen oder in einer Ausbildungsstätte weitergeben, ist längst nur noch die halbe Miete. Dem gegenüber, oder eher zur Seite, stehen die sogenannten 21st-Century- oder Future Skills. Allgemein beschreiben sie Kompetenzen, die Menschen befähigen, in einer sich stetig wandelnden Gesellschaft handlungsfähig, kreativ und reflektiert zu bleiben. Dazu zählen etwa digitale- und Selbstlern-Kompetenzen, kritisches Denken, Kollaboration und Gestaltungskompetenz im Umgang mit neuen Technologien.

Wie passen hier nun Open Educational Resources dazu? Allein die Beschäftigung mit offenen Bildungsmaterialien und -praktiken vermitteln Fähigkeiten, die durchaus als Future Skills gelten: Der Umgang mit digitalen Tools (auch wenn OER theoretisch analog gestaltet werden können), kollaboratives Arbeiten, kritisches und kreatives Denken (z.B. bei der Bearbeitung bestehender OER), aber auch eine Haltung einnehmen zu können („Wissen sollte offen für alle sein, deshalb erstellen und nutzen wir OER“).

In diesem Beitrag haben wir eine kuratierte Linksammlung zusammengestellt: wissenschaftliche Paper und eine Masterarbeit, die zeigen, wie Future Skills und Open Education zusammengedacht und praktisch umgesetzt werden können, aber auch als OER verfügbare Onlinekurse.

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Open Education Conference 2025 (OER25) in London – Kurzinterviews zu KI

Künstliche Intelligenz in mitten offener Bildung: Vom 23. bis 24. Juni fand in London die 16. Open Education Conference (OER25) unter dem Titel „Speaking truth to power: open education and AI in the age of populism“ statt. Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Praxis und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über zentrale Fragen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Rahmen von offener Bildung zu sprechen und diskutieren. Dabei wurden sowohl positive Aspekte, wie die einfachere und schnellere Erstellung von Materialien, als auch negative Faktoren, z.B. fehlende Transparenz und Genauigkeit, beleuchtet.

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Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und der DLR Projektträger haben im Mai eine dreiteilige Interviewreihe unter dem Titel „„Bildung, Lebenssinn und Technologie – wie KI und OER helfen können“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz (KI) und Open Educational Resources (OER) gemeinsam zu einer innovativen und gerechten Lehr- und Lernkultur beitragen können.

In drei Podcastfolgen gibt Prof. Dr. Andreas Dengel Einblicke in die Auswirkungen von KI auf Bildung und Gesellschaft. Als Professor für Didaktik der Informatik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Erfahrung in nationalen wie internationalen Forschungsprojekten zum Thema weiß er, wovon er spricht.

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Erklärvideos – Reihe: Open Educational Resources (OER), Urheberrecht und KI (Teil 5)

Wer Open Educational Resources (OER) und offene Lizenzen verstehen möchte, muss sich zwangsläufig auch mit dem Urheberrecht auseinandersetzen. Creative Commons-Lizenzen, die als Standard für OER verwendet werden, basieren auf diesem bestehenden Rechtssystem. Die Entscheidung, ein Werk unter einer offenen Lizenz zu veröffentlichen, liegt immer bei den Urheberinnen und Urhebern selbst – sie behalten ihre Rechte, erlauben aber die Nutzung unter bestimmten Bedingungen, ohne dass jede einzelne Verwendung genehmigt werden muss. Das Verhältnis zwischen Urheberrecht und OER ist dynamisch: Einerseits schützt das Urheberrecht geistiges Eigentum, andererseits ermöglichen OER durch offene Lizenzen eine breitere Verbreitung von Bildungsinhalten. Beides muss sorgfältig abgewogen werden, um sowohl kreativen Schutz als auch freien Wissenszugang zu gewährleisten.

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Freie Bildungsmaterialien (OER) für die Demokratiebildung – Eine Sammlung

Im Juli 2024 hat die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) eine Stellungnahme zur Demokratiebildung mit Empfehlungen zur Stärkung der Fächer Politik und Geschichte herausgegeben. Dies ist unter anderem eine Reaktion auf die aktuelle Situation, in der der demokratische Rechtstaat durch Fake News, Rechtsextremismus und Co. unter Druck gesetzt wird. Offene Bildungsressourcen (OER) bieten eine großartige und niederschwellige Möglichkeit, demokratische Werte und politische Bildung für alle zugänglich zu machen, als auch partizipative Bildungsprozesse zu fördern. Durch die offenen Lizenzen können sie ganz einfach mit aktuellen Informationen und Zahlen angepasst werden.

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Am 19. und 20. November 2024 fand in Dubai der 3rd UNESCO World OER Congress statt. Mit dem thematischen Schwerpunkt „Digital Public Goods: Open Solutions and AI for Inclusive Access to Knowledge“ lag der Fokus auf Open-Source-Angeboten und offene Bildungsmaterialien im Zusammenhang mit dem Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz (KI). Den Abschluss und das Ergebnis des Kongress bildet die Dubai Declaration on Open Educational Resources (OER), die die UNESCO nun final veröffentlicht hat.

Titelblatt der Dubai Declaration on Open Educational Resources, Hintergrund 3/4 dunkelblau, 1/4 orange
Titelblatt der Dubai Declaration on Open Educational Resources. Grafik: United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO), CC BY-SA 3.0 (IGO), Seitenverhältnisse geändert und Hintergrund erweitert von Angela Karnoll

In dieser Erklärung wird die Integration neuer Technologien wie künstliche Intelligenz erörtert, um die 2019 von der UNESCO herausgegebene Empfehlung zu offenen Bildungsressourcen (OER) voranzubringen. Insgesamt hebt sie das Potenzial neuer Technologien zur Verbesserung von OER hervor. Gleichzeitig betont die Erklärung die Notwendigkeit eines soliden rechtlichen und ethischen Rahmens, um eine gerechte und rechtmäßige Nutzung zu gewährleisten.

Die Guidelines

Das Dokument beinhaltet Guidelines zu folgenden Themen:

  • Aufbau von Fähigkeiten: In diesem Abschnitt wird der Auf- und Ausbau digitaler Kompetenzen hervorgehoben, um verantwortungsbewusste Nutzer*innen, Ersteller*innen und Anbieter*innen von (OER)-Inhalten mit neuen Technologien wie generativer KI zu fördern.
  • Politische Richtlinien: Hier wird das Erfordernis klarer Richtlinien und Systeme angesprochen, um die Nutzung offener Lizenzen und die verantwortungsvolle Integration neuer Technologien zu fördern.
  • Sicherstellung eines inklusiven und gerechten Zugangs zu qualitativ hochwertigen OER: Der Abschnitt betont die Rolle neuer Technologien, OER zugänglich, inklusiv und nachhaltig zu gestalten, während hohe Standards für Datenschutz, Qualität und kulturelle Relevanz gewahrt werden.
  • Nachhaltigkeitsmodelle: Hier wird die Notwendigkeit beschrieben, OER in einer inklusiven, nachhaltigen und ethischen Weise zu entwickeln und bereitzustellen, indem globale Standards eingehalten und umweltfreundliche Praktiken gefördert werden. 
  • Internationale Zusammenarbeit: Dieser Abschnitt unterstreicht die Bedeutung verstärkter regionaler und internationaler Zusammenarbeit, um OER-Initiativen durch den Einsatz neuer Technologien wie KI im Einklang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung voranzubringen

 

Das gesamte Dokument in englischer Sprache:
https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000392271.locale=en

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Angela Karnoll, für OERinfo

Am 3. Tag des OER-Festivals 2024 in Essen fand eine Community-Beratschlagung zum Thema „OER im Kontext generativer Künstlicher Intelligenz (KI)“ statt.  Dabei haben die Teilnehmenden in einem spielerische Setting (die Vorlagen dazu findet ihr hier im ebildungslabor) Ideen und Vorschläge generiert, gesammelt und evaluiert.

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Chancen von KI für offene Bildungsmaterialien – Best of OERcamp 2024

Auf dem OERcamp vom 06. bis 08. März 2024 wurde viel über das Thema „OER und künstliche Intelligenz“ gesprochen. In kurzen Videoclips haben sich einige Teilnehmende und Teilgebende dazu geäußert und ihre Wünsche, Vorstellungen und Angebote vorgetragen. Dieser Beitrag dient als eine Sammlung aller Videobeiträge zu OER und KI.

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OER, generative KI und fremde Werke

Im letzten Monat haben wir darüber berichtet, wie OER mit KI-Inhalten am besten zu lizenzieren sind.  Zwei weitere Fragen im Kontext von KI und OER werden derzeit häufig gestellt: Können KI-Systeme auf OER zurückgreifen, um ihre Modelle zu trainieren? Und: Darf ich beim Einsatz von KI-Generatoren wie ChatGPT, DALL-E oder DiffusionBee fremde Inhalte zum Prompten verwenden?

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