Gleichberechtigter Zugang zu Bildung und Bildungsqualität für Alle – Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und OER

SDGs, Grafik: UN, CC BY-SA 3.0.

Chancengerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle zu fördern – dieses Ziel haben die Vereinten Nationen in der Agenda 2030 festgeschrieben. OER kann eine Rolle als Treiber für gesellschaftliche Innovation durch Bildung übernehmen. Die im Herbst 2015 verabschiedete Agenda 2030 umfasst 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG). Die Ziele für den Bildungsbereich werden in SDG 4 beschrieben, dabei wird die Nähe zu den Prinzipien von OER besonders deutlich. Der Ljubljana OER Action Plan konkretisiert die SDG 4. Bildungsakteure aus allen Bereichen sind aufgerufen, den OER Action Plan auf Umsetzbarkeit in ihrem Handlungsbereich zu prüfen.

Die Agenda 2030 und SDG 4

Am 25. September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen unter dem Titel „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ die Resolution zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG).
Mit SDG 4 soll neben der Grundschulbildung für alle Kinder sichergestellt werden, dass ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung und Bildungsqualität für Alle gewährleistet wird. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den Ansatz des lebenslangen Lernens gelegt.

OER als Treiber für gesellschaftliche Innovation durch Bildung

Obwohl die UNESCO den Begriff OER geprägt hat und zu den einflussreichsten Fürsprechern für OER zählt, sind in der Definition der SDGs OER nicht explizit berücksichtigt.
Dennoch sieht Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, bis Mitte 2018 Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, mit SDG 4 die Verpflichtung, Bildung zu transformieren.
Damit Ungleichheit bei Zugang zu Bildung abgebaut wird, brauche es ein neues Denken, so Metze-Mangold im Interview (aufgezeichnet am 20.9.2017 in Ljubljana/Slowenien) mit OERinfo. OER sei dazu ein geeignetes Mittel, denn durch die Möglichkeit von Re-Use und Remix der Materialien fördere OER Innovation. Damit sei die Förderung von OER zugleich auch eine kluge gesellschaftspolitische Entscheidung, Darüber hinaus könne mit OER auch Kreativität entwickelt werden, und genau das, so betont Verena Metze-Mangold, bräuchten wir in einer Welt, die sich dramatisch und rasant verändere.

Fünf Handlungsfelder zur breiten Verankerung von OER in der Bildung

Damit OER ihr transformatives Potenzial zur Umsetzung der Bildungsagenda 2030 voll entfalten können, müssen sie zunehmend ein integraler Bestandteil von Bildungspolitik- und Praxis werden, von der frühkindlichen über die Schul- und Hochschulbildung bis hin zum Lebenslangen Lernen. Damit OER ihr Potenzial entfalten können, muss das Thema an die Akteure in allen Bildungsbereichen herangetragen werden. Im Ljubljana OER Action Plan sind die Handlungsfelder, die zu einer breiten Verankerung von OER in der Bildung beitragen, wie folgt definiert:

  1. Ausbau der Kompetenz von Nutzer*innen, OER zu finden, weiterzuverwenden, zu erstellen und zu teilen,
  2. Sprachliche und kulturelle Belange,
  3. Sicherung eines inklusiven und chancengerechten Zugangs zu hochwertigen OER,
  4. Entwicklung von zukunftsfähigen Modellen,
  5. Entwicklung förderlicher politischer Rahmenbedingungen.

Der Ljubljana OER Action Plan

Das 2017 beim 2nd OER World Congress im slowenischen Ljubljana verabschiedete Abschlussdokument, der OER Action Plan, drückt den kollektiven Willen aus, das Bekenntnis zu OER in konkretes Handeln zu überführen und damit zur Umsetzung der Bildungsagenda 2030 mit ihren Schwerpunkten auf Zugang, Chancengerechtigkeit und Inklusion beizutragen.
Dabei bezieht sich der OER Action Plan explizit auf SDG 4 und benennt konkrete Handlungsempfehlungen auf unterschiedlichen Aktionsebenen, durch die eine breitere Einbindung von OER erreicht werden kann.

Insgesamt empfiehlt der Ljubljana OER Action Plan 41 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern zur Einbeziehung von OER, um allen Mitgliedstaaten beim Aufbau von Wissensgesellschaften und bei der Verwirklichung des Ziels 4 für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2030 über „Qualität und lebenslanges Lernen” zu helfen. Das Dokument richtet sich an unterschiedliche Akteure, die im OER Action Plan jeweils im Zusammenhang mit den empfohlenen Maßnahmen adressiert werden.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER.

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