Mehr als Potential – OER sind eine Notwendigkeit

OERinfo im Porträt: LearningLab, Universität Duisburg Essen

Richard Heinen, Foto: Sonja Borski, CC BY 4.0
Richard Heinen, Foto: Sonja Borski, CC BY 4.0

Richard Heinen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer LearningLab, Universität Duisburg Essen an dem auch die Geschäftsstelle des Netzwerkes eLearning NRW angesiedelt ist.

Das LearningLab an der Universität Duisburg Essen ist eine Forschungseinrichtung zum Lehren und Lernen mit digitalen Medien in allen Bildungsbereichen in Deutschland. Am LearningLab arbeiten interdisziplinäre Teams zusammen. Zudem ist am LearningLab die Geschäftsstelle des Netzwerkes eLearning NRW angesiedelt. Das Netzwerk verbindet die eLearning-Beauftragten aller Hochschulen in NRW und ist Mitglied im Arbeitskreis der eLearning-Initiative der Bundesländer. Über beide Kanäle werden Informationen zu OER aus den Hochschulen zusammengetragen und über die Website der Informationsstelle OER verbreitet.

Richard Heinen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer des LearningLab, Universität Duisburg Essen. In einem Kooperationsprojekt mit dem deutschen Bildungsserver hat das LearningLab die SocialBookmarking Plattform Edutags entwickelt. Die Frage nach der Gestaltung von offenen Infrastrukturen für OER beschäftigt das LearningLab. Wie und von wem beschreibende Metadaten für OER erstellt werden, ist eine Frage, an der das LearningLab forscht. Darüber hinaus widmet sich das LearningLab der Frage, wie OER vom Produzenten zum Nutzer gelangen. Verdichtet wurden Überlegungen hierzu in der Machbarkeitsstudie OER. Die Machbarkeitsstudie ist in Zusammenarbeit mit dem DIPF für das BMBF verfasst.

 

OERinfo: Was macht das LearningLab im Rahmen der Informationsstelle OER?

Richard Heinen: Im Rahmen der Infostelle bearbeitet das LearningLab zwei Themenfelder. Mit dem OERInfoKit entwickeln wir ein Werkzeug, das in OER-Projekten dazu genutzt werden kann, eigenen Ziele zu definieren und mit den Erwartungen von Teilnehmenden abzugleichen.

In einem zweiten Schritt kann das Werkzeug dazu genutzt werden, nach der Durchführung von Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen Feedback der Teilnehmenden einzuholen und so zu überprüfen, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden. Im Projektverlauf kann das OERInfoKit so genutzt werden, um Nachbesserungen vorzunehmen.

 

OERinfo: Wie wird das dabei helfen, die Informationslage zu OER in Deutschland zu verbessern?

Richard Heinen: Das OERInfoKit wird in Projekten die Möglichkeit bieten, die eigene Arbeitsweise zu reflektieren. Wird dies gegenüber Teilnehmenden und der interessierten Öffentlichkeit transparent gemacht, entsteht so eine gute Wissensbasis für die Gestaltung zukünftiger OER-Projekte.

Der Transferbereich Hochschule im Rahmen der Infostelle trägt Information aus der Hochschulwelt zusammen. Weil sie zukünftige Akteure in anderen Bildungsbereichen ausbilden, spielen Hochschulen für die Verbreitung des OER-Gedankens deshalb eine wichtige Rolle.

 

OERinfo: Was genau sind Deine Aufgaben innerhalb des Projektes?

Richard Heinen: Neben dem Kooperationsprojekt edutags führt das LearningLab auch das BMBF-Projekt MainstreamingOER durch, mit dem Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in allen Bildungsbereichen in Nordrhein-Westfalen für OER qualifiziert und sensibilisiert werden sollen.

Aktuell entwickelt die Universität Duisburg-Essen eine eigene OER-Strategie. Auch hierbei wirkt das LearningLab federführend mit. Meine Aufgabe besteht darin, die einzelnen Teilprojekte zu koordinieren und aufeinander zu beziehen.

 

OERinfo: Ein Begriff, der sehr gerne im Zusammenhang mit OER genannt wird, ist „Potential“. Wo siehst Du in Deinem Arbeitsbereich ein besonderes Potential für OER?

Richard Heinen: Den Begriff Potential mag ich eigentlich nicht. Ich würde eher sagen: OER sind eine Notwendigkeit.

Für Bildungseinrichtungen geht es bei der Gestaltung von medienbasierten Lernszenarien immer mehr darum, offene, kollaborative Arbeitsformen zu entwickeln und zu verbreiten. Hierfür werden Materialien benötigt, die von Lehrenden, vor allem aber auch von Lernenden weiterverarbeitet, weitergegeben und wieder veröffentlicht werden können. OER sind hierbei eine Hilfe. Mit anderen Worten: Nicht weil ich OER habe, gelingen – wie manchmal suggeriert wird – offene Lernszenarien, sondern wenn es gelingt, solche Szenarien zu etablieren, werden plötzlich OER dringend benötigt. Wenn Bildungseinrichtungen sich Gedanken um neue Lernformate machen und mit OER konfrontiert werden, erkennen sie oft spontan, dass sie eventuell bereits lange über OER reden, ohne sich dessen bewusst zu sein. Daher ist es wichtig, Menschen, die sich um eine zeitgemäße Lehr- und Lernkultur bemühen, mit den Möglichkeiten von OER vertraut zu machen.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER und Richard Heinen für LearningLab, Universität Duisburg Essen.

Ein Kommentar zu “Mehr als Potential – OER sind eine Notwendigkeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.