Welche ist „die OER-Lizenz“? Der Trend geht zu CC BY.

Screenshot aus dem Video „Volkswirtschaftslehre - Der Wert einer Kugel Eis“ von oncampusFHL unter CC BY 3.0 via YouTube
Screenshot aus dem Video „Volkswirtschaftslehre – Der Wert einer Kugel Eis“ von oncampusFHL unter CC BY 3.0 via YouTube

Mit der FH Lübeck hat ein großer Produzent von Lehrvideos die Umstellung auf CC BY angekündigt. Ist das ein Trend? Was steht dahinter? Und welche Rolle spielt YouTube bei der Wahl der Lizenzen?

Welche Lizenz ist die richtige für OER?

Immer mehr Projekte orientieren sich an den Vorgaben der Open Definition der Open Knowledge Foundation. Ihr zufolge darf die Lizenz keine Personen, Gruppen oder Einsatzzwecke ausschließen, wie es z.B. durch die CC-Einschränkung NC („nur für nicht-kommerzielle Zwecke“) geschieht. Damit bleiben unter den sechs Creative-Commons-Lizenzen nur noch zwei übrig: die CC BY und die CC BY SA. Für BY SA spricht die langfristige Wirkung: Auch Weiterbearbeitungen müssen wieder unter freier Lizenz stehen. Allerdings ist auch das eine Einschränkung, die in der Praxis gerade bei der Kombination verschiedener Inhalte behindert. Vielleicht ist das der Grund, warum immer mehr Projekte, zumindest in den USA, die CC BY Lizenz nutzen.

FH Lübeck goes CC BY

Am 18.2.2015 hat nun die Fachhochschule Lübeck bzw. ihre Tochter oncampus GmbH angekündigt, „ab sofort“ die Inhalte Ihres YouTube-Kanals unter CC BY zu lizensieren. Die „im hochschuleigenen Studio aufwändig produzierten Medien“ sollen „Animationen, Simulationen und Videos“ umfassen. Dieser Schritt wird explizit unter der Überschrift „OER-Strategie“ und mit Hinweis auf die OER-Empfehlungen der UNESCO umgesetzt.

Der YouTube-Kanal von oncampus hat 2.917 Abonnenten 1.014.361 Videoaufrufe (Stand vom 19.1.2015). Bisher wurden ca. 373 Videos veröffentlicht. Ca. 150 sind bereits unter CC BY lizenziert, es gibt auch eine OER-Playlist. Einige weitere Videos sollen auch rückwirkend mit der freien Lizenz versehen werden. In Zukunft sollen alle neuen Videos frei lizenziert sein, sofern nicht urheberrechtliche Gründe (z.B. nicht CC BY lizenzierte Musik im Video) dagegen sprechen. Projektleiter Andreas Wittke rechnet mit einem deutlichen Zuwachs: „Da wir bis 2018 mindestens 18 MOOCs machen (geplant sind 40), mit jeweils ca. 20 Videos, werden wir demnächst 400 bis 800 OER-Videos veröffentlichen.“

YouTube als Vorbild für OER?

YouTube als Plattform selbst dürfte den Trend zur CC BY stützen. Hier kann seit 2011 jeder Nutzer bei der Veröffentlichung eines Videos zwischen der „Standard-YouTube-Lizenz“ oder einer freien Lizenz wählen. Dabei steht nur die CC BY zur Auswahl (während z.B. Konkurrent Vimeo zwischen allen sechs Lizenzen und der Option Public Domain wählen lässt). Diese Einschränkung  führt zu einer besonders einfachen Weiterverwendung. YouTube-Nutzer können ohne Hintergrundwissen um die Lizenzierung Videos mit dem YouTube-eigenen Remix-Dienst Editor verändern, kombinieren und die Ergebnisse veröffentichen. Die Software kümmert sich automatisch um die Lizenzangaben. Ein Vorbild für OER?


Quelle: Pressemitteilung der FH Lübeck, eigene Recherchen, Rückfragen bei Andreas Wittke

Creative Commons LizenzvertragDer Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Autors soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jöran Muuß-Merholz für www.open-educational-resources.de – Transferstelle für OER.

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