OER004: OER und E-Learning an Hochschulen

Markus Schmidt und Claudia Bremer, CC by Jöran Muuß-Merholz
Markus Schmidt und Claudia Bremer, Foto von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 4.0

Podcast mit Claudia Bremer, studiumdigitale und Markus Schmidt, e-teaching.org

„Ich sehe in OER die Chance, dass Bildungsangebote im Verbund entstehen können, die eine einzelne Hochschule nie schafft.” Claudia Bremer hat Hoffnung, dass freie Lehr-und-Lernmaterialien gerade im E-Learning die Hochschulen voranbringen und vernetzen können. Die Geschäftsführerin vom studiumdigitale an der Universität Frankfurt sieht OER gerade erst am Anfang. „Viele Materialien werden von Lehrerinnen und Lehrern erstellt, dann aber nicht als OER gelabelt, weil Wissen und Anreize fehlen.“

Markus Schmidt sieht das ähnlich: „Man will sich nicht erstmal mit Rechtsfragen beschäftigen müssen.“ Durch seine Arbeit bei e-teaching.org am Leibnitz-Institut für Wissensmedien in Tübingen beschäftigt Schmidt sich auch mit dem Erstellen und Verbreiten von Bildungsmedien und sieht Deutschland diesbezüglich noch in einer frühen Phase. „Wir haben das Problem, dass Deutschland erst spät gestartet ist.”

Die Rolle von OER sehen beide als Chance. Sie fordern mehr Information und Beteiligung der Lehrenden. „Über OER wird immer gesagt, das sei etwas Kostenloses, was man irgendwo abgreifen kann”, sagt Schmidt. „Sich mit OER zu beschäftigen, heißt für mich in erster Linie: erst mal OER zu machen!”

Auch Claudia Bremer hat interessante Erfahrungen mit dem Meinungsbild von OER gemacht. „In vielen Workshops kommt von eLearning-Einsteigern die Frage: ‘Wo finde ich den Content?’ Ich muss ihnen dann immer sagen, dass es keine Gelben Seiten für deutschsprachige, nach Fächer sortierte Materialien gibt. Das wäre allerdings wünschenswert.”

Nicht zitierfähig
Ein allgemeiner Hinweis: Die Podcasts sind Gespräche, keine Vorträge. Es wird viel gemeinsam nachgedacht und spekuliert. Selbstverständlich kann gerne Bezug auf Inhalte aus den Podcasts genommen werden. Aber die Aussagen der Beteiligten können nicht im Sinne wissenschaftlicher Zitate genutzt werden.

Einen Platzhirsch in der Contenterstellung sehen beide nicht. Viele Hochschulen seien mittlerweile aktiv, spätestens seit der MOOC-Debatte sei OER „heiß” in den Medien. Bremer dazu: „Wir sind in der Warteschleife. Ich sehe schon Unternehmen, die sich auf den Markt vorbereiten, gerade im Kontext mit adaptiven Lerninhalten.” Braucht es dafür tatsächlich frei lizenzierte Inhalte? Bisher gibt es ja in der Praxis kein massenhaften Abmahnungen oder ähnliches. Schmidt: „Ich glaube, Urheberrechtsverstöße werden bewusst toleriert, weil man bei den Verlagen gesehen hat, dass Geschichten wie der Schultrojaner riesige Wellen schlagen. Derzeit hält man sich zurück und lässt die Leute machen. Das ist ein süßes Gift!”

Der Podcast



Erwähnte Organisationen / Projekte / Personen / Studien etc.

Claudia Bremer, Foto privat
Claudia Bremer, Foto privat
Markus Schmidt, Foto privat
Markus Schmidt, Foto privat

Gesprächspartner

Eckdaten

Aufgezeichnet am 15.12.2014 in Frankfurt.
Produziert mit freundlicher Unterstützung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft.

Creative Commons LizenzvertragText und Podcast stehen unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebes soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: … für den Text: Kai Obermüller für www.open-educational-resources.de – Transferstelle für OER. … für den Podcast: Jöran Muuß-Merholz für www.open-educational-resources.de – Transferstelle für OER. Der Podcast-Jingle verwendet einen Ausschnitt aus dem Track „I dunno“ von grapes, lizenziert unter CC BY 3.0.

2 Kommentare zu “OER004: OER und E-Learning an Hochschulen

  • Irgendwie passen ShowNotes und Inhalt nicht zusammen 🙁 Hatte mich auf Claudia gefreut. Aber Karl-Heinz ist auch nett 🙂

    Antworten
    • Transferstelle OER
      Jöran Muuß-Merholz :

      Unser Fehler! Nachdem wir ein paar Tage zuvor kurzfristig die „Sonder-Episode 003“ eingeschoben hatten, war die Reihenfolge durcheinander gekommen. Nun sollte alles wieder stimmen.
      Danke für den Hinweis!

      Antworten

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