OER ist nicht das Allheilmittel. Aber es hilft trotzdem.

Ein Meinungsbeitrag von jOERan Muuß-Merholz

OER als Allheilmittel (Ausschnitt), Abbildung: CC BY 4.0 von Jula Henke, Agentur J&K – Jöran und Konsorten.

Sind die Erwartungen an Open Educational Resources (OER) überzogen? Nein, argumentiert Jöran Muuß-Merholz in diesem Beitrag. OER seien zwar kein Allheilmittel – aber der zentrale Punkt ist ein ganz anderer.

OER ist nicht das Allheilmittel

„OER ist nicht das Allheilmittel“, wird bisweilen gesagt, um den Nutzen von OER zu relativieren. Abgesehen davon, dass auch kein mir bekannter Befürworter von OER jemals behauptet hätte, es handle sich um ein solches Allheilmittel, geht die Perspektive an der eigentlich entscheidenden Frage vorbei. Die wichtige Frage lautet: Kriegen wir die Herausforderungen im Bildungswesen mit OER oder ohne OER besser hin?

OER als Allheilmittel, Abbildung: CC BY 4.0 von Jula Henke, Agentur J&K – Jöran und Konsorten.

Mit oder ohne OER

Kurz zur Auffrischung: Wenn Materialien als OER freigegeben sind, dann sind damit die 5V-Freiheiten verbunden, dass Jedermann (!) Materialien zu jeglichen Zwecken (!) verwahren, vervielfältigen und verwenden, verarbeiten, vermischen und verbreiten zu können. Eine gut geeignete Lizenz dafür ist die CC BY-Lizenz.

Herausforderungen im Bildungsbereich

Schauen wir nun auf eine Liste von Herausforderungen, die im Bildungswesen anstehen. Als Beispiel dient der Bereich Hochschule in Deutschland. Aber die Argumentation lässt sich auch auf Schule oder andere Bildungsbereiche übertragen. Hier eine Liste der Aufgabenfelder, die für Hochschule in Gegenwart und naher Zukunft als besonders relevant gelten können. (vgl. z.B. Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK): Die Hochschulen als zentrale Akteure in Wissenschaft und Gesellschaft – Eckpunkte zur Rolle und zu den Herausforderungen des Hochschulsystems, Oktober 2016)

  • Digitalisierung
  • Finanzierung, Mitteleffizienz
  • Heterogenität der Lernenden
  • Internationalisierung
  • Kooperation und Kollaboration
  • Praxisorientierung, Projektarbeit, 4Ks
  • Profilbildung, Öffentlichkeitsarbeit
  • Qualitätssteigerung
  • Studierendenzahlen
  • Transfer, Öffnung, Dialog
  • Urheberrecht
  • Weiterbildung, lebensbegleitendes Lernen
In loser Folge erscheinen in der Reihe „jOERans Meinungsbeiträge“ Kommentare, die Diskussionen rund um OER anregen sollen. Wir freuen uns sehr, wenn Sie Ihre Einschätzungen, Erfahrungen und Fragen unten als Kommentar veröffentlichen. In dieser Reihe geht es – wie der Name schon sagt – nicht zwingend um eine Positionierung von OERinfo.
In loser Folge erscheinen in der Reihe „jOERans Meinungsbeiträge“ Kommentare, die Diskussionen rund um OER anregen sollen. Wir freuen uns sehr, wenn Sie Ihre Einschätzungen, Erfahrungen und Fragen unten als Kommentar veröffentlichen. In dieser Reihe geht es – wie der Name schon sagt – nicht zwingend um eine Positionierung von OERinfo.

Jeden einzelnen Punkt davon kann man nun unter die Lupe nehmen und sich fragen: Kriegen wir die Aufgaben in diesem Bereich mit OER oder ohne OER besser bewältigt, also mit Materialien, die alle frei verwahren, vervielfältigen und verwenden, verarbeiten, vermischen und verbreiten können – oder ohne OER, also mit Materialien, die diese Freiheiten nicht bieten.
Beispiel „Heterogenität der Lernenden“ – Nein, OER ist kein Allheilmittel, mit dem sich das Problem quasi von alleine erledigt. Aber wir können dieser Herausforderung sicher besser mit OER als ohne OER begegnen. Und in diesem Beispiel kann man jeden der oben genannten Punkte einfügen. Für jede Herausforderung im Bildungsbereich gilt: Die anstehenden Aufgaben sind mit OER besser zu bewältigen als ohne OER.

Was denken Sie?

Soweit der Meinungsbeitrag von jOERan Muuß-Merholz. Die Kommentare sind offen. Haben Sie Fragen? Weitere Punkte zum Thema? Oder Widerspruch? Wir freuen uns über jeden Beitrag, der der Meinungsbildung dient!

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jöran Muuß-Merholz für OERinfo – Informationsstelle OER.

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