OER.UP – OERinfo – Lessons Learned in 5×5 Zeilen

Screenshot, nicht unter freier Lizenz
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Das Projekt OER.UP hatte zum Ziel, die nachhaltige Nutzung von offenen Bildungsressourcen (OER) in den verschiedenen Bildungsbereichen der Universität Potsdam sowie den angrenzenden Hochschulen zu stärken. Neben der Sensibilisierung und Qualifizierung von Multiplikator*innen sollten insbesondere durch deren Vernetzung, OER-Best-Practices generiert und sichtbar gemacht werden. Über die Erfahrungen im Verlauf des Projektes spricht Robert Etzdorf vom Projekt OER.UP mit OERinfo.

Wenn Sie auf die Projektzeit zurückblicken, was würden Sie dann sagen …

Was würden Sie anders machen, wenn Sie 2016 neu starten könnten?

Die verhaltene Teilnahme an unseren 3 Weiterbildungsmodulen bei OER.UP legt nahe, dass Face-to-Face Veranstaltungen zu festgelegten Zeiten an festen Orten, einen geringeren Zulauf erhalten als digitale Angebote. Im Rahmen des Projektes haben wir unsere Workshops jeweils zweimal an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten angeboten. Dies war aus unserer Sicht insbesondere notwendig, da die Universität Potsdam auf drei Fakultäten an drei Standorten verteilt ist. Aus unserer Sicht wäre es sehr sinnvoll gewesen, die Workshops von Beginn an als digitales Format anzubieten und auf der Projektwebsite einzubinden.

Robert Etzdorf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Potsdam Transfer, der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung für Gründung, Innovation, Wissens- und Technologietransfer an der Universität Potsdam und koordiniert das BMBF-geförderte Projekt OER.UP.

Alleinstellungsmerkmal: Was haben Sie gemacht, was die meisten anderen nicht gemacht haben?

Wir haben OER-Geschäftsmodelle im Rahmen des Projektes begleitet. Das Beispiel von QuizAcademy im Bereich der OER-Geschäftsmodelle zeigt, wie durch die Unterstützung von innovativen Geschäftsmodellen auch der private Wirtschaftsbereich aktiviert werden kann, um zur Verbreitung von OER beizutragen. Die in QuizAcademy von Professoren und Dozenten erstellten Inhalte können im Rahmen von OER weiterverwendet werden. Der OER-Gedanke wird dadurch in die Universität Potsdam, angrenzende Hochschulen, überregionale Hochschulen, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen getragen. Die Begleitung von QuizAcademy und die Unterstützung hinsichtlich des OER-Konzeptes hat das Potential, den OER-Gedanken nachhaltig zu verbreiten.

Was war für die Erreichung Ihrer Ziele (welche?) das größte Hindernis?

Die Akquise und die Aktivierung der OER-Akteure. Im Rahmen unseres Projektes und unserer Ansprache von potentiellen Teilnehmern war die Resonanz verhalten. Wie schon oben beschrieben, liegt ein Lösungsansatz darin, die Hürde zur Teilnahme an dem Thema so gering wie möglich zu halten. OER wird von vielen als „zusätzliche Belastung” gesehen und bringt im ersten Schritt kaum einen ersichtlichen Mehrwert für den Einzelnen. Genau diese Vorurteile müssen aufgebrochen werden und das, wie gesagt, mit einem möglichst geringen Aufwand für den Einzelnen.

Was war für die Erreichung Ihrer Ziele (welche?) Ihr größter „Bündnispartner“?

Trotz der verhaltenen Teilnahme, gibt es einige Akteure, die das Thema OER weiter vorantreiben werden. Innerhalb der Universität Potsdam wird das Thema weitergeführt werden. Das OER-Geschäftsmodell QuizAcademy wird den Gedanken auch nach dem Projekt weiter in die Universität Potsdam und die angrenzenden Hochschulen tragen.

Was haben Sie selbst während des Projektes über OER gelernt?

OER bietet die Möglichkeit Bildung zu verändern und Rechtsrisiken bei der Verwendung von Materialien deutlich zu reduzieren bzw. zu beseitigen. Das Problem besteht aus meiner persönlichen Ansicht darin, dass OER im ersten Schritt als Aufwand gesehen wird und dadurch eine Belastung darstellt. Der Mehrwert wird durch den Einzelnen nicht sofort erkannt. Das habe ich mehrfach erfahren müssen. Sensibilisierung ist hier das A und O. Die Krux liegt darin, Akteure zu sensibilisieren die kaum sensibilisiert werden möchten. Ich habe daher gelernt, sich nicht zu entmutigen zu lassen und trotz Rückschlägen durch eine höher erwartete größere Verbreitung mit den Akteuren verstärkt zu arbeiten, die dem Thema offen gegenüber sind und so selbst als Multiplikatoren dienen.


Dieser Artikel ist Bestandteil der Reihe „Lessons Learned in 5×5 Zeilen“, die zum Abschluss der Projektförderung der OERinfo-Projekte entstanden ist.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Robert Etzdorf für OER.up und Jöran Muuß-Merholz für OERinfo – Informationsstelle OER.

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