Willkommen auf unseren Seiten zum Thema „OER in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung“.
Die Informationsstelle OER hat unter anderem die Aufgabe, Erkenntnisse zur Nutzung und Verbreitung von OER in den einzelnen Bildungsbereichen zu sammeln und Informationen zur Verfügung zu stellen, die beides unterstützen. Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: OER einführen, OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen und über OER forschen. Einen Überblick zum Stand der Dinge bezüglich OER in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung finden Sie auf dieser Seite. Wir hoffen, dass Ihnen die hier gebotenen Informationen nützlich sind und freuen uns über Ihr Feedback.
Was sind offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER) und welchen Sinn macht Ihr Einsatz in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung? Zu dieser Frage gibt das nachfolgende Video eine kompakte und kompetente Antwort.
Video von oncampusFHL unter Verwendung von [COER MOOC] Video 2 – OER, Warum und Wozu?“ von Sandra Schön und Martin Ebner für iMOOX.at steht unter der Lizenz CC-BY 4.0
Der Bereich der Erwachsenenbildung/Weiterbildung kann rein auf die Zahl möglicher Teilnehmer*innen bezogen als größter Bildungsbereich überhaupt bezeichnet werden. Die Bildung Erwachsener dient dabei nicht nur der Weiterqualifikation nach Schule und Ausbildung, sondern sie liegt auch aus weiteren Gründen im Interesse der Gesellschaft als Ganzes: Durch kulturelle und politische Bildung fördert die Erwachsenenbildung Teilhabe, die sozial integrierende Wirkung von Erwachsenenbildung verringert gesellschaftliche Konflikte. Bildungsmaßnahmen bieten Raum für die eigene Lebensgestaltung und die persönliche Weiterentwicklung (vgl. Tippelt 2005). Die Öffnung von Bildungsressourcen kann eine Verbesserung der Qualität von Bildung erreichen und den Zugang zu Bildung erleichtern.
Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann es nicht geben, denn die Landschaft der Erwachsenenbildung und Weiterbildung in Deutschland ist vor allem durch ihre Vielfalt gekennzeichnet. Die gängige Kategorisierung der Kultusministerkonferenz in die Bereiche der allgemeinen und politischen Erwachsenenbildung sowie der beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung bildet diese Tatsache nur im Ansatz ab. Die einzelnen Bereiche sollen deshalb mit Blick auf offene Bildungsressourcen nachfolgend etwas eingehender betrachtet werden:
Der Bereich der Allgemeinen Erwachsenenbildung beispielsweise ist auf institutioneller Seite stark durch die bundesweit verbreiteten Volkshochschulen und ihre Verbände geprägt, es existiert jedoch eine Vielzahl an Anbietern und Bildungsträgern. Auf Seiten der Lehrenden fällt die große Zahl an Selbstständigen bzw. freiberuflich tätigen Lehrpersonen auf. Die Angebote ebenso wie deren Adressat*innen sind extrem vielfältig und uneinheitlich, wie ein Blick in ein beliebiges VHS-Programmheft offenbart.
In der politischen Bildung sind die Bundeszentrale für Politische Bildung und deren Landeszentralen wichtige Akteure, aber es gibt außerdem noch eine Vielzahl an davon unabhängigen Stiftungen und Einrichtungen, die politische Bildungsarbeit leisten. Die Bildungsangebote sind durch ihre durchgehend politische Einbettung zusammengefasst.
In Bezug auf das Thema Open Educational Resources vereinen die beiden Teilbereiche der Anspruch, möglichst viele Menschen zu erreichen, die Tatsache, dass sie in großen Teilen öffentlich finanziert sind sowie die Gegebenheit, dass die Lehrmittel in größten Teilen keiner zentralen Kontrolle oder Regulierung unterliegen. Diese Faktoren erleichtern möglicherweise das Aufgreifen von OER durch Institutionen und Lehrpersonal. Dabei treten allerdings die verschiedenen Bildungsträger, aber auch die einzelnen Lehrenden in Konkurrenz zueinander, was dem kollaborativen Potenzial entgegensteht, das mit der Erstellung und dem Teilen von OER einhergeht.
Die berufliche Weiterbildung wird zum Teil auch von Trägern der Allgemeinen Erwachsenenbildung abgedeckt. Im Unterschied zu allgemeinen Bildungsangeboten stehen hier jedoch für Berufstätige bzw. Arbeitgeber verwertbare Angebote im Mittelpunkt, die unter überprüfbaren Qualitätskriterien durchgeführt werden und idealerweise in ein Zertifikat oder einen anderen formal dokumentierten Abschluss münden. Besondere Anforderungen werden hier an Anbieter der Fernlehre gestellt, deren Lehr- und Lernmaterialien unter einer gesetzlichen Zulassungspflicht stehen, also behördlich geprüft und genehmigt werden müssen.
In den Bereich der beruflichen Weiterbildung fällt auch die innerbetriebliche Weiterbildung, die unternehmenseigene und externe Weiterbildungsangebote umfasst. Letztere sind vor allem durch einschlägige Branchenverbände bzw. Weiterbildungsverbände in Einrichtungen der privaten Hand organisiert.
Durch die vergleichsweise starke Fokussierung auf Standards und standardisierte Materialien in Durchführung und Abschluss von Bildungsmaßnahmen sind OER in der beruflichen Weiterbildung bisher wenig bekannt oder verbreitet. Im Bereich der innerbetrieblichen Weiterbildung sind die Maßnahmen naturgemäß sehr arbeitsplatznah gestaltet, was zwangsläufig die Einbeziehung von Unternehmens-Interna und Betriebsgeheimnissen in solche Bildungsmaßnahmen mit sich bringt. Dieses Vorgehen ist mit dem Anspruch an Öffnung von Lehr- und Lernmaterialien als OER nicht oder nur schwer vereinbar. Eine strategisch geschickte und gezielt gesteuerte (Teil-) Öffnung und (Teil-) Veröffentlichung von Materialien kann sich jedoch auch im Bereich der betrieblichen Weiterbildung positiv z.B. auf das Unternehmensimage auswirken und einen Vorteil im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte bedeuten.
Durch den Wandel hin zu einer Wissensgesellschaft und die damit einhergehende Beschleunigung von Erzeugung, Aktualisierung und der Veraltung von Wissen hat wissenschaftliche Weiterbildung an Bedeutung gewonnen. Hierunter fallen laut Definition der Kultusministerkonferenz Bildungsmaßnahmen, die nach dem ersten Bildungsabschluss und meist nach einem erfolgten Einstieg ins Berufsleben in Anspruch genommen werden. Träger sind oft entsprechende Einrichtungen an Hochschulen, welche zum größten Teil in der Deutschen Gesellschaft für Wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. organisiert sind. Didaktisch liegen die Angebote auf Hochschulniveau, sie sind in der Regel kostenpflichtig und die Gebühren oft beträchtlich. Vor dem Hintergrund der Tatsachen, dass alle Hochschulen in der Regel eine digitale Lernplattform für Studierende bereitstellen und sich das Prinzip der Offenheit vor allem im Bereich der Forschung inzwischen zunehmend durchsetzte (hier: „Open Access“), scheint eine Passung mit dem Konzept von OER gegeben zu sein. Der Verbreitung von OER im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung steht jedoch unter Umständen eine hochschulübergreifende Kultur entgegen, die auf Seiten der Lehrenden und Dozenten eher individualistisch und weniger kollaborativ geprägt ist. Hinzu kommt, dass die erwähnte Finanzierung der Angebote über Teilnahmegebühren auf Seiten der Anbieter einen starken Wettbewerb um die zahlungswillige Kundschaft fördert. Aus diesen Gründen scheinen OER in diesem Bereich bisher nur eine geringe Rolle zu spielen. Eine gelungene Öffnung der Materialien in der wissenschaftlichen Weiterbildung böte auf der anderen Seite die Chance, von der Kundschaft als Qualitätsmerkmal im Sinne von Transparenz und Nachhaltigkeit wahrgenommen zu werden. Wenn dann Materialien in ihrer Bedeutung als Alleinstellungsmerkmal für Anbieter abgeschwächt werden, entsteht Raum für einen Wettbewerb um gutes Weiterbildungspersonal als Qualitätsmerkmal, von dem letztendlich alle Beteiligten profitieren könnten.
Literatur & Quellen
Schöb, S. et al. (2015). Information und Vernetzung – Bedarfe und Erwartungen von Lehrkräften an online-gestützte Fortbildungsangebote. Reihe texte.online. Bonn: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung. Abgerufen von www.die-bonn.de/doks/2015-erwachsenenbildner-01.pdf
Tippelt, R. (Hrsg.) (2005). Handbuch Erwachsenenbildung. 2. überarb. u. aktualis. Aufl. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwesen.
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema Open Educational Resources möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen und OER managen – Best practices, OER verbreiten, sowie zu OER forschen.
Open Educational Resources (OER) sind Lehr-Lern-Materialien, die kostenlos genutzt, weiterbearbeitet und frei weitergegeben werden können. Gerade in der Schule wird das Thema frei verfügbarer Unterrichtsmaterialien immer wichtiger und bringt grundlegende Veränderungen beim Lernen und Lehren – auch bei den Materialien, mit denen gelernt und gelehrt wird. Die Diskussion um Bedeutung, Wahrnehmung und Entwicklung von OER und die Frage, was Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler davon haben, ist in vollem Gange.
Die Prozesse des Lehrens und Lernens verändern sich also – ganz besonders beim Thema digitale Bildung in der Schule. In den letzten Jahren hat es in diesen Bereichen enorme Entwicklungen und Neuerungen gegeben. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Lehrkräfte zur Unterrichtsvorbereitung mit Overheadprojektor und schlechten (sowie urheberrechtlich fragwürdigen) Fotokopien begnügen mussten. Aber auch für Schülerinnen und Schüler hat sich das Lernen grundlegend geändert. Die Nutzung des Internets – häufig mit dem eigenen Smartphone – ist aus der Schule nicht mehr wegzudenken. Mit größter Selbstverständlichkeit bewegen sich die Lernenden heutzutage im Netz, um unterrichtsrelevante Informationen zu recherchieren, Prüfungen vorzubereiten oder Projekte umzusetzen. Häufig stoßen dabei jedoch sowohl Schüler als auch Lehrer an die Grenzen dessen, was inhaltlich und urheberrechtlich als gesichert gelten kann.
Open Educational Resources bieten hier eine Lösung: sie können kostenlos genutzt, weiterbearbeitet und frei weitergegeben werden. Gerade gerade in der Schule wird das Thema frei verfügbarer Unterrichtsmaterialien immer wichtiger und bringt grundlegende Veränderungen beim Lernen und Lehren – vor allem bei den Materialien, mit denen gelernt und gelehrt wird.
Über den Einsatz von OER im Unterricht wird schon seit einigen Jahren diskutiert. Verschiedenste Akteure – von Bildungsanbietern über gemeinnützige Institutionen bis hin zur Politik – haben das Bekanntmachen und die Verbreitung freier Bildungsmaterialien auf ihre Agenda gesetzt. Die Diskussion um Bedeutung, Wahrnehmung und Entwicklung von OER und die Frage, was Lehrer und Schüler davon haben, ist jedenfalls in vollem Gange – auch wenn das Thema in den Schulen selbst noch weitgehend ein Schattendasein führt.
Im unteren Teil dieser Seite finden Sie eine große Auswahl an Praxisbeispielen, Videos, Handlungsanleitungen und Leitfäden, Literatur, Informationen zu Netzwerken und Stakeholdern, Materialien und vieles mehr, das Ihnen dabei helfen soll, Open Educational Resources erfolgreich in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Die Angebote sind über die jeweiligen Buttons erschlossen und werden stetig erweitert und aktualisiert. Egal ob Sie Lehrkraft, Schülerin oder Eltern sind: frei verfügbare Bildungsmaterialien bieten für alle große Potentiale!
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christina König, FWU Institut für Film und Bild für OERinfo – Informationsstelle OER.Offene Bildungsmaterialien sind in der Regel kostenlos – in ihnen schlummert also das Potenzial, Bildungsausgaben zu senken. Als erstes denkt man dabei an Schulbücher, für die je nach Bundesland Eltern bis zu 100 EURO pro Schuljahr aufbringen müssen. Gerade einkommensschwache Haushalte werden dadurch besonders belastet – mit möglichen Folgen für die Bildung der Kinder. So könnte die Bereitschaft sinken, eine längere Schulausbildung zu finanzieren. Konzepte für staatlich zugelassene, offene Schulbücher existieren bereits (Heimstädt, Dobusch 2017, S. 46 f.). Für ihre Umsetzung müsste die Erstellung von OER finanziell gefördert werden. Dass dies funktioniert, zeigt Norwegen: Dort fließen 20 % der staatlichen Ausgaben für Lehrmittel in die OER-Entwicklung (Müller 2019, S. 8).
Im Hochschulbereich geben Studierende 20 EURO pro Monat für Lernmaterial aus, wobei hier deutliche Unterschiede zwischen hoher (24 EURO) und niedriger Bildungsherkunft (17 EURO) der Studierenden erkennbar sind. Dass kostenfreie OER besonders Studierende entlasten, die ihr Studium mit staatlicher Unterstützung bestreiten oder selbst zum Teil finanzieren müssen, zeigen Studien aus den USA. Dort müssen Studierende weitaus mehr für klassische Textbücher ausgeben als hierzulande. Aber wenn durch OER Kosten gespart werden, steigen die Chancen, die Studienzeit zu verkürzen und das Studium tatsächlich abzuschließen (vgl. Colvard; Watson; Park 2018, S. 269 f.).
Mit OER-Lernmaterialien lässt sich ebenfalls erfolgreich studieren. So weisen zahlreiche, US-amerikanische Studien nach, dass in Kursen, in denen OER-Bücher zum Einsatz kommen, die Studierenden bei den Prüfungen genauso gut abschneiden wie die Studierenden, die mit klassischen Kursbüchern lernen. OER haben auch bei den Lerner*innen einen guten Ruf, teils empfinden sie das freie Material hochwertiger als verlagsveröffentliches Material (vgl. Colvard, Watson, Park 2018, S. 263). Dass auch klassische Schulbücher nicht unfehlbar sind, zeigte der Schulbuchtest von der Stiftung Warentest 2007: Die Tester merkten zahlreihe inhaltliche Fehler in Geschichts- und Biologiebücher an.
YouTube hat sich zur Lernplattform Nummer eins entwickelt. Lerner*innen nutzen sie, um Themen aus dem Unterricht nachzuarbeiten, Wissenslücken zu schließen oder sich auf Prüfungen vorzubereiten. YouTube-Inhalte sind nicht zwangsläufig OER, da viele Videos nicht unter offenen Lizenzen stehen und auch nicht zur Weiterbearbeitung gedacht sind. An der Beliebtheit der Plattform für Lernzwecke lässt sich aber ablesen, dass zusätzliche Lernmaterialien, die einfach zugänglich sind, einen festen Platz im Lernalltag haben. Grund dafür ist, dass sie es Lerner*innen ermöglichen, das eigene Lernen individuell zu gestalten und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. OER, die sich explizit zur Wiederverwendung und zum Remixen verstehen, sind umso mehr geeignet, diesen Bedarf abzudecken.
Wissen, wie man lernt, ist eine Vorbedingung für die Nutzung von OER, gleichzeitig ist es auch Ergebnis des Lernens mit OER (vgl. Fanger 90) – gerade wenn es um die Produktion von eigenen Materialien geht. Wer offene Lernmaterialien erstellt, lernt ein eigenes Thema zu finden, es zu recherchieren, die Ergebnisse kritisch zu beleuchten, das Thema für die Vermittlung in einzelne Schritte herunterzubrechen, sich ein Lerndesign zu überlegen und vor allem digitale Services und Tools zu nutzen (vgl. Marquardson, Schuetzler 2019, S. 13). Dieses Wissen bietet die beste Voraussetzung für das lebenslange Lernen, das im Zeitalter des stetigen digitalen Wandels unabdingbar ist.
Wenn Sie mit OER lernen möchten, dann sollten Sie sich Digitalkompetenzen aneignen. Insbesondere Rechercheskills sind gefragt, damit Sie OER auch finden können. Insbesonders sollten Sie sich überlegen, mit welchen Suchbegriffen Sie Lernmaterialien finden, die Ihnen weiterhelfen. Machen Sie sich auch mit OER-Materialplattformen vertraut und finden Sie heraus, mit welchen Suchmaschinen Sie speziell nach lizenzfreien Materialien suchen können. Wenn Sie selbst OER selbst herstellen und mit anderen Lerner*innen teilen möchten, sollten Sie wissen, wie freie Lizenzen funktionieren. Zudem ist es hilfreich, einige Softwareprogramme bedienen zu können, mit denen sich einfach Lernmaterialien produzieren lassen.
Um mit OER, aber auch mit anderen Selbstlernmaterialien, gut zu lernen, sollte man sich als Lerner*in gut kennen: Was kann ich? Was weiß ich? Welche Lücken habe ich? Wie lerne ich am besten? Welche Materialien brauche ich für meine Fragen? OER-Plattformen geben hier Hilfestellung. Viele achten nicht nur auf eine korrekte Lizensierung, sondern prüfen auch, ob die dargebotenen Materialien inhaltlich korrekt sind und didaktisch angemessen aufbereitet wurden. Manche ermöglichen es sogar mit Filtern, Materialien für die eigenen Lernziele zu finden.
Ein Faktor, um mit OER erfolgreich zu lernen, ist eine positive Einstellung (vgl. Afolabi 2017, S. 123). Wer schon mit Zweifeln an das Lernen mit OER herangeht, der lernt tatsächlich weniger gut mit OER als Lerner*innen, die sich auf OER unvoreingenommen einlassen. Vielleicht möchten Sie sich im Vorfeld über offene Bildung informieren? Oder wissen, warum Sie offenen Bildungsmaterialien Vertrauen schenken können? Oder möchten Sie sich durch die guten Erfahrungen anderer von OER überzeugen lassen?
Beim Lernen mit OER gestalten Sie Ihre eigenen Lernprozesse mit. Diese Verantwortung kann eine Bereicherung, aber auch eine Belastung sein. Plötzlich gibt es keine klaren Instruktionen mehr, den man lediglich folgen muss, sondern Sie dürfen sich den eigenen Lernweg selbst erarbeiten. Unterrichtsstunden sind nicht mehr klar strukturiert, sondern laufen freier ab. Die Lehrkraft ist nicht mehr Gravitationszentrum des Unterrichts, sondern begleitet lediglich die Lernprozesse als Coach und Moderator. Lassen Sie sich nicht verunsichern und ziehen Sie Stärke aus dem Rollenwandel.
Zentral für das Lernen mit OER sind die Kommunikation und der Austausch mit Gleichgesinnten. Denn offene Bildungspraktiken setzen auf Schwarmintelligenz statt Einzelkämpfertum. Arbeiten Sie gemeinsam offene Kurse durch, tauschen Sie sich über Lernfortschritte in Foren aus, taggen Sie gutes Material für andere Lernende. Dadurch kann sich ein Gefühl von Empowerment einstellen, wie die Teilnehmerinnen an der Open University Singapore zeigen, die alle als Hausangestellte arbeiten. Neben der Flexibilität, die das mobile Lernen ihnen bietet, hat gerade der Austausch mit anderen Lernenden sie darin bestärkt, aktiv durch Bildung ihren sozialen Status verändern zu können. (Chib, Bentley, Wardoyo 2019, S. 57f).
Afolabi, Folashade: First Year Learning Experiences of University Undergraduates in the Use of Open Educational Resources in Online Learning. In: International Review of Research in Open and Distributed Learning, 18 (2017) 7, S.112-125.
Chib, Arul; Bentley, Caitlin; Wardoyo, Reidinar-Juliane: Distributed Digital Contexts and Learning: Personal Empowerment and Social Transformation in Marginalized Populations. In: Education Research Journal, 27 (2019) 58, S. 51-60.
Colvard, Nicholas B.; Watson, C. Edward; Park, Hyojin: The Impact of Open Educational Resources on Various Student Success Metrics. In: International Journal of Teaching and Learning in Higher Education, 30 (2018) 2, S.262-276.
Fanger, Constanze: Verstehen, Transdisziplinarität und implizites Wissen: Die Herausforderung durch Freie Bildungsmedien und Digitale Archive. – Aus: Missomelius, Petra (Hrsg.): Freie Bildungsmedien und digitale Archive. Medien – Wissen – Bildung. Innsbruck: Innsbruck Univ. Press (2014), S. 89-103.
Heimstädt, Maximilian; Dobusch, Leonhard: Perspektiven von Open Educational Resources (OER) für die (sozio-)ökonomische Bildung an Schulen in NRW und in Deutschland. Düsseldorf: FGW – Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung e.V. 2017.
Marquardson, Jim; Schuetzler, Ryan M.: Teaching Tip: Learning by Teaching through Collaborative Tutorial Creation: Experience Using GitHub and AsciiDoc. In: Journal of Information Systems Education, 30 (2019) 1, S.10-18.
Müller, Frank J.: Chancen und Herausforderungen staatlich finanzierter, frei verfügbarer Bildungsmaterialien (OER) am Beispiel der Plattform ndla.no in Norwegen. Ein Weg zu mehr Inklusion? Hamburg : Verlag ZLL21 e.V. 2019.
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Sigrid Fahrer, DIPF OERinfo – Informationsstelle OER.Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema Open Educational Resources möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: Erste Infos zu OER, OER finden, mit OER lernen, OER verbreiten, aber auch OER herstellen und OER managen – Best practices, sowie zu OER forschen.
Die Frage, wie man OER am besten im Unterricht einsetzen kann, beschäftigt sicherlich die meisten Lehrkräfte, die sich mit dem Thema bereits auseinander gesetzt haben. Es gibt mittlerweile vor allem im Bereich Schule eine Vielzahl hochwertiger und vielseitiger frei verfügbarer Bildungsmaterialien, die den Unterricht bereichern können. Eine stetig wachsende Community trägt dazu bei, dass der Umgang mit OER und deren Einsatz im Unterricht Schritt für Schritt auch in deutschen Klassenzimmern bekannter wird. Um Fragen und Unsicherheiten – vor allem beim Thema Urheberrechte und deren mögliche Verletzungen – beantworten und beheben zu können, existieren eine Vielzahl von Ratgebern und Leitfäden. An dieser Stelle sei nur auf einige davon hingewiesen. Eine umfangreiche Linkliste, wo man OER im Internet finden kann, befindet sich in unserem Dossier „OER finden – Informationen für die Schule„.
Wie aber stellt sich die Arbeit mit freien Lizenzen und der Nutzung offener Bildungsmaterialien in der Praxis dar? Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe sowohl thematisch als auch nach Lizenzforment sortierter und in der Praxis gut einsetzbarer Materialsammlungen im Internet.
Das Portal MUNDO.schule stellt freie, lizenzrechtlich und qualitativ geprüfte Materialien wie z.B. Medien der Bundeszentrale für politische Bildung, der Siemens Stiftung, von Wikipedia/Wikimedia Commons, Lehrer Online etc. zur Verfügung. Außerdem wurden 54 von Lehrkräften erstellte Moodle-Kurse für verschiedene Fächer und Schularten aus dem Projekt LOERn aufgenommen. Weitere Moodle-Kurse für den Unterricht werden laufend im Portal freigeschaltet.
ELIXIER ist der gemeinsame Ressourcenpool der Bildungsserver der Länder, des Deutschen Bildungsservers und des FWU. Das Angebot umfasst Links zu etwa 55.000 redaktionell ausgewählten Bildungsmedien, von denen ca. 15% Creative Commons-lizenziert sind. Durch die Ressourcen kann mittels einer schulbezogenen Fachsystematik navigiert werden, es gibt Filteroptionen nach Quellen, Schlagwörtern, Bildungsstufen, Medientypen und Lizenzarten.
WirLernenOnline ist eine Open-Education-Plattform für Schüler*innen, Lehrer*innen und Entwickler*innen. Sie sammelt Lehr- und Lernmaterial für den Heimunterricht und gibt Hilfestellungen, Tooltipps und Empfehlungen für den digitalen Unterricht.
Das Saarländische Ministerium für Bildung und Kultur und das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) haben zu einer weiteren Vertiefung der Thematik die Handreichung Lizenzierung und Nutzung offener Bildungsmaterialien herausgegeben. Die Handreichung behandelt rechtliche Fragen, die praktische Anwendung von OER und Fundstellen im Netz. Die Handreichung steht unter CC BY-SA 3.0 DE. Wir stellen die Broschüre (PDF) und den zugehörigen Einleger (PDF) zum Download zur Verfügung.
Das Projekt LOERn – Lehrerfortbildung durch Nutzung und Erstellung von OER-Materialien widmet sich in der dreiteiligen Filmreihe „OER kompakt“ unter anderem der Nutzung von OER im Unterricht und wendet sich vor allem an (angehende) Lehrkräfte:
Auf den Seiten von LOERn finden Sie zahlreiche Materialien, Flyer und Poster, OER-Selbstlernkurse und vieles mehr, das Ihnen die Arbeit mit und an OER im Unterricht erleichtert. Sämtliche Materialien sind selbstverständlich mit einer CC-Lizenz versehen.
Wer sich weiter über LOERn (Projektende April 2018) und seine Ergebnisse informieren will, dem sei das Praxis-Porträt von LOERn auf OERinfo ans Herz gelegt: die wichtigsten Fakten, Zahlen und Hintergründe, kompakt in 5×5 Zeilen in unserer Rubrik „Lessons learned“.
Im Internet findet sich eine Vielzahl an Bildungsmaterialien, die eigentlich nur darauf warten, von Lehrkräften benutzt zu werden. Sie sind jedoch meist auf mehreren Portalen oder privaten Webseiten verstreut. Wie findet und organisiert man diese Inhalte also komfortabel? Das Projekt edutags hat das Ziel, diese Inhalte komfortabel für die nutzbar zu organisieren und auffindbar zu machen. Das Grundprinzip hinter edutags nennt sich „Social Bookmarking“. Diese Dienste erlauben es Benutzern, Lesezeichen von Webseiten anzulegen und diese Lesezeichen für andere Personen verfügbar zu machen.
Einen besonderen Service bieten die Bildungsmaterialien von Edeos. Hier kann man Erklärvideos, Skripte und Unterrichtsmaterialien, die in den einzelnen Bildungsprojekten entstanden sind, kostenlos herunterladen. Sie stehen alle unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-SA (Namensnennung der jeweiligen Träger, Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0).
Diese Videos und Texte darf man unter anderem ohne besondere Genehmigung verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren, sowie weiterverbreiten und vervielfältigen. Dabei muss der jeweilige Träger als Urheber genannt sowie die oben genannte Creative Commons-Lizenz verwendet werden.
Für alle, die nicht wissen, wo sie mit der Suche nach OER anfangen sollen und sich mehr informieren wollen, hat die Bundeszentrale für politische Bildung im Rahmen ihres umfangreichen Dossiers „OER – Material für alle“ eine kommentierte Linkliste zusammengestellt. Sie beinhaltet Links zu OER-Materialien zu den Fächern Geschichte/politische Bildung, Mathematik, Naturwissenschaften, Religion und Musik sowie fächerübergreifende Datenbanken und Portale.
Weitere Portale wie ZUM, 4Teachers oder Lehrer-Online zeigen, dass es durchaus eine wachsende Zahl von Lehrkräften gibt, die nicht nur auf der Suche nach offenen Bildungsmaterialien für den eigenen Unterrichts sind, sondern die auch ihre eigenen Materialien zur Verfügung stellen. Die Mehrzahl der Lehrkräfte in Deutschland ist mit der Verwendung und vor allem Erstellung von OER jedoch noch nicht vertraut – zu groß erscheinen Unsicherheiten und Fragen vor allem in Bezug auf das Urheberrecht.
Besonders die rechtssichere Verwendung von Fotos und Grafiken auf eigenen Arbeitsmaterialien wird von vielen Lehrkräften als problematisch empfunden. Dieses Thema sorgt für Verunsicherung, gerade weil es ist eigentlich nicht schwierig ist, Fotos und Grafiken zur Illustration von Texten und Folien im Internet zu finden. Einen Ausweg bieten frei lizenzierte Bilder. In dem Leitfaden Wo finde ich kostenlose Bilder? Eine Sammlung von Quellen für frei lizensierte Fotos und Abbildungen von wb-web.de werden einige Quellen für frei lizenzierte Bilder und Grafiken sowie zur richtigen Anwendung von freien Lizenzen vorgestellt.
Das Medienportal der Siemens Stiftung bietet Lehr- und Lernmaterialien zu naturwissenschaftlich-technischen Themen für Grund- und weiterführende Schulen in Deutsch, Englisch und Spanisch. Das Angebot umfasst sowohl Lehrmaterial für registrierte Nutzer als auch freie Unterrichtsmaterialien (OER). Es gibt einen direkten Zugang zu den freien Medien, die alle mit einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht sind. Ergänzt wird dieser Bereich durch weiterführende Informationen zu OER und Creative Commons. Zusätzlich werden Medien rund ums Experimentieren angeboten, die in einer separaten Matrix nach Thema und Altersgruppe recherchiert werden können.
Ein Angebot speziell für das Fach Geschichte stellt die Lernplattform segu Geschichte dar. Die Seite wendet sich an Lehrkräfte ebenso wie an Schülerinnen und Schüler. Die Lernenden finden zahlreiche Lernmodule, die im offenen Geschichtsunterricht selbstständig in kleinen Teams zu zweit oder dritt bearbeitet werden sollen. Lehrkräfte werden darin unterstützt, offenen Geschichtsunterricht durchzuführen und dafür digitale Medien sinnvoll einzusetzen.
Im unteren Teil dieser Seite finden Sie eine große Auswahl an weiteren Praxisbeispielen, Videos, Handlungsanleitungen und Leitfäden, Literatur, Informationen zu Netzwerken und Stakeholdern, Materialien und vieles mehr, das Ihnen den Zugang zum Thema OER in der Schule erleichtern soll. Die Angebote sind über die jeweiligen Buttons erschlossen und werden stetig erweitert und aktualisiert!
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christina König, FWU Institut für Film und Bild für OERinfo – Informationsstelle OER.