Edulabs – OERinfo – Lessons Learned in 5×5 Zeilen

Screenshot edulabs, CC BY 4.0.

edulabs hatte sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Anderen innovative Bildungsmaterialien als Open Educational Resources (OER) zu entwickeln. Für OERinfo spricht Markus Neuschäfer, Projektleiter von edulabs, über die Erfahrungen aus dem Projekt und über die Fortführung der Aktivitäten, wie die edulabs-Treffen in verschiedenen Städten, die über die Projektlaufzeit hinaus weiter stattfinden.

Wenn Sie auf die Projektzeit zurückblicken, was würden Sie dann sagen …

Was würden Sie anders machen, wenn Sie 2016 neu starten könnten?

Wir würden etwas mehr Entwicklerzeit einrechnen und ein größeres Event wie das Forum Open Education.

Alleinstellungsmerkmal: Was haben Sie gemacht, was die meisten anderen nicht gemacht haben?

Wir haben uns sehr auf den Aufbau einer überregionalen Community konzentriert und sind bei der Vermittlung von OER-Kompetenzen einem „Learning by doing”-Ansatz gefolgt. Es sind also auch viele Bildungsmaterialien entstanden, unter anderem die edulabs-OER-Sammlung. Weitere Highlights waren das Forum Open Education und das OER-Tool squarelet.org, dessen Prototyp wir gerade entwickeln.

Dr. Markus Neuschäfer, Foto: Markus Neuschäfer, CC BY 4.0.

Das Projekt edulabs
edulabs versteht sich als überregionaler Inkubator, in dem Menschen ihre didaktischen, technischen und gestalterischen Fähigkeiten einsetzen, um zusammen innovative und nachnutzbare Bildungsmaterialien zu entwickeln. Deutschlandweit organisierte das Projekt Treffen von interdisziplinären Teams, bei denen Materialien und digital gestützte Methoden evaluiert, erstellt, dokumentiert und verbessert werden.

Was war ein Ergebnis Ihrer Arbeit, das Sie als besonders spezifisch für Ihre Zielgruppe (welche?) einordnen würden?

Die OER-Sammlung auf edulabs.de/oer war wichtig, um mit den Lehrenden und Pädagog*innen in der edulabs-Community neu zu den Kriterien guter OER ins Gespräch zu kommen. Über die Auswahl an guten OER-Beispielen wurden freie Bildungsmaterialien und partizipative Methoden an Partnerschulen und außerhalb sichtbar. Das wichtigste Ergebnis aber sind die regelmäßigen edulabs-Treffen, die es aktuell in Berlin, Düsseldorf und München gibt.

Was bleibt? Inwieweit hat das Projekt einen Unterschied gemacht, der 2019 sichtbar ist?

Es bleiben regelmäßige edulabs-Treffen, viele neue Kontakte und Netzwerke zu OER und zeitgemäßer Bildung. Zahlreiche Projekte wurden begonnen, neue Tools entwickelt und neue Materialien gestaltet: Das edusprint-Format zur kollaborativen Erstellung von OER wie auch die Sammlung von OER-Empfehlungen mit eigenen Schwerpunkten werden bereits von anderen Initiativen aufgenommen.

Was fehlt? Was müsste es in Deutschland geben, um die OER-Landschaft deutlich zu verbessern? (Und warum?)

Nach den Erfahrungen von OERInfo sollte neben der Qualifizierung zu OER auch die Erstellung von OER ein Schwerpunkt sein: Ob es neue freie Bildungsmaterialien gibt, hängt nicht nur von dem vorhandenen Wissen über Lizenzen ab, sondern auch von der vorhandenen Inspiration in Netzwerken und Räumen mit gegenseitiger Unterstützung. Ein äußerst wirksames Signal wäre die Vorgabe, dass Materialien aus öffentlich geförderten Projekten frei lizenziert sein sollen, ähnlich wie es in EU-Förderprogrammen (Horizon 2020) bereits Standard ist: Open by default.

Gibt es etwas aus der Arbeit, auf das Sie besonders stolz sind?

Ich bin sehr dankbar für die Kreativität und die Energie, die von den vielen ehrenamtlichen Lab-Teilnehmenden und Lab-Leads in das Projekt geflossen ist. Das ist nicht selbstverständlich und wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das wir bei der Zusammenarbeit erfahren haben. Ich freue mich über die vielseitige Expertise und die Einsatzfreude im Team, ohne die wir nicht so viel hätten umsetzen können. Ein wenig stolz bin ich auch, dass nebenbei ein OER-Tool (squarelet) entstanden ist, dass das edusprint-Format mit einem OER-Award ausgezeichnet wurde und wir innerhalb weniger Monate ein Forum Open Education auf die Beine gestellt haben.

Welche Zielsetzung sollte eine zukünftige Förderlinie anvisieren? Für welche Anschlussprojekte würden sich Projektträger wiederbewerben um auf jetzt vorhandenem Wissen aufzubauen?

Die Erstellung von neuen OER sowie die Gestaltung von innovativen OER-Formaten wäre äußerst hilfreich, um die Bekanntheit und Wirksamkeit freier Bildungsmaterialien mit inspirierenden Beispielen zu steigern. Geförderte Angebote sollten sich nicht vorrangig auf Lizenzfragen konzentrieren, sondern auch zu der Entwicklung zeitgemäßer Bildung und partizipativer Methoden beitragen wie etwa der Umsetzung der 21st century skills.


Dieser Artikel ist Bestandteil der Reihe „Lessons Learned in 5×5 Zeilen“, die zum Abschluss der Projektförderung der OERinfo-Projekte entstanden ist.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Markus Neuschäfer für edulabs und Jöran Muuß-Merholz für OERinfo – Informationsstelle OER.

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