Amazon Inspire – was bietet die OER-Plattform und für wen?

Screenshot Amazon Inspire, nicht unter freier Lizenz
Screenshot Amazon Inspire, nicht unter freier Lizenz

Mit dem offiziellen Start von Amazon Inspire stellt die Plattform nun mehrere zehntausend Open Educational Resources zur freien Verfügung. Allerdings richtet sich das Angebot noch vor allem an Nutzer*innen in den USA. Bringt Amazon im Hinblick auf OER-Repositorien damit nun tatsächlich die Revolution?
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Forschungsstand zum Thema OER in der Schule

Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema Open Educational Resources möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: OER einführen, OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen und OER managen – Best practices.

Die Nutzung und Verbreitung von OER in der Schule scheint im Vergleich zu den Forschungsergebnissen aus den Bildungsbereichen Hochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung am besten erforscht zu sein. Es existiert eine Reihe von Veröffentlichungen, Leitfäden und Praxisrahmen zum Thema OER in der Schule, die sich einzelnen Aspekten – zum Teil auch im direkten Vergleich mit den anderen Bildungsbereichen – widmen.

Einstieg und Überblick

Das Papier Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland 2014 – Whitepaper zu Grundlagen, Akteuren und Entwicklungen (von Jöran Muuß-Merholz und Felix Schaumburg) bietet einen Einstieg für Betroffene, Interessierte und Entscheidungsträger. Es gibt einen Überblick über die Grundlagen und rechtliche Rahmenbedingungen und stellt die wichtigsten Akteure und Ereignisse vor. 2014 erschien dieses Whitepaper als komplette Überarbeitung der ersten Auflage aus 2012. In Deutschland hat es viele neue Entwicklungen gegeben – in den beiden Jahren zwischen 2012 und 2014 mehr als in den zehn Jahren davor.

Ist-Analyse

Eine weitere zentrale Veröffentlichung zur Erforschung der Rolle von OER in der Schule stellt die Ist-Analyse zu freien Bildungsmaterialien (OER) –  Die Situation von freienBildungsmaterialien (OER) in Deutschland in den Bildungsbereichen Schule, Hochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung im Juni 2015 dar. Ziel der Ist-Analyse zu Open Educational Resources in Deutschland ist es, deren Reichweite innerhalb Deutschlands abzubilden sowie insbesondere die Situation in den Bildungsbereichen Schule, Hochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung darzustellen. In der Analyse werden unter „OER“ offene Bildungsressourcen bzw. freie Bildungsmaterialien verstanden, bei denen es allen gestattet ist, das Werk entgeltfrei, ggf. unter Auflagen, zu bearbeiten und weiterzuverbreiten.

Praxisrahmen OER

Als wichtiges Forschungsdokument sei des weiteren an dieser Stelle der Praxisrahmen für Open Educational Resources (OER) in Deutschland aus dem Jahr 2016 genannt. Um nachzuvollziehen, wie sich die Nutzung von OER in unterschiedlichen Praxisbezügen gestaltet, wurden die vier Bildungsbereiche „Schule“, „berufliche Bildung“, „Hochschule“ und „Weiterbildung“ untersucht. Diese vier Bereiche weisen im Ergebnis oft sehr unterschiedliche Voraussetzungen für eine Etablierung und Nutzung von OER auf. Spezifische Besonderheiten wurden im Prozess herausgearbeitet und in den Gesamtzusammenhang gesetzt. Aus der vorangegangenen Debatte über OER wurden zentrale Themenschwerpunkte identifiziert und für eine nähere Untersuchung ausgewählt: „Lizenzierung und Rechtssicherheit“, „Qualitätssicherung“, „Qualifizierungsmodelle für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren“ sowie „Finanzierungs- und Geschäftsmodelle“. Der vorliegende Praxisrahmen für Open Educational Resources (OER) in Deutschland stellt die Synthese sämtlicher Arbeitsprozesse und gleichzeitig den Abschluss des Projekts (Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten) dar. Er führt die im offenen Diskurs identifizierten Schwerpunkte von OER in Deutschland zusammen und leitet von der Theorie zur Praxis über: Neben Antworten auf die Fragestellungen zu den Themenschwerpunkten und Praxisanforderungen der einzelnen Bildungsbereiche liefert der Praxisrahmen konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte und Initiativen für OER in Deutschland.

OER-Atlas

OER haben in Deutschland deutlich an Dynamik gewonnen. Das lässt sich nicht zuletzt am OER Atlas sehen: Die Zahl der Einträge in den Atlas ist von 157 im Jahr 2016 auf rund 375 im Jahr 2017 gestiegen. Eine Neuauflage des gedruckten Überblicks über die OER-Landschaft ist jetzt erschienen. Der Atlas bietet einen Überblick über Initiativen und Ansprechpersonen der vielfältigen OER-Initiativen im deutschsprachigen Raum. Wer die eigenen Aktivitäten hier vermisst, ist herzlich eingeladen, sich in der OER Worldmap, der digitalen Version des OER-Atlas einzutragen.

Hier gibt es den OER-Atlas zum kostenfreien Download (PDF, vorläufige Fassung)

Im unteren Teil dieser Seite finden Sie eine große Auswahl an weiteren Praxisbeispielen, Videos, Handlungsanleitungen und Leitfäden, Literatur, Informationen zu Netzwerken und Stakeholdern, Materialien und vieles mehr, das Ihnen den Zugang zum Thema OER in der Schule erleichtern soll. Die Angebote sind über die jeweiligen Buttons erschlossen und werden stetig erweitert und aktualisiert!

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christina König, FWU Institut für Film und Bild für OERinfo – Informationsstelle OER.

OER herstellen – Informationen für die Schule

Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema Open Educational Resources möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: Erste Infos zu OER, OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER managen – Best practices und über OER forschen.

Gemeinsam für einen starken Auftritt

Ziel der OER-Community ist es, neben der Verbreitung des Wissens um das Wesen und den Nutzen frei verfügbarer Bildungsmaterialien auch die Bereitschaft zu fördern, selbst OER herzustellen. Um jedoch einen selbst erstellten Inhalt – bspw. ein Arbeitsblatt oder eine Präsentation – mit einer freien Lizenz zu versehen, muss man im Besitz aller dafür erforderlichen Rechte sein. Konkret heißt das in erster Linie: Die Inhalte, die als OER (und zwar egal ob digital oder als Print) verbreitet werden sollen, müssen entweder selbst erstellt worden sein oder sie sind bereits mit einer freien Lizenz versehen. Andernfalls ist eine weitere Vergabe freier Lizenzen kaum möglich, da sie sehr weitreichende Nutzungsrechte für Dritte einräumt und im einfachen Praxisfall nur die Urheberin oder der Urheber diese Rechte verwirklichen kann. Auf dieser Seite finden Sie eine Vielzahl hilfreicher Tipps und Links zu weiterführenden Informationen, die Ihnen bei der Erstellung eigener OER helfen sollen.

Lehrerfortbildung mit und durch OER

Das Projekt LOERn – Lehrerfortbildung durch Nutzung und Erstellung von OER-Materialien widmet sich in der dreiteiligen Filmreihe “OER kompakt” unter anderem der Frage, wie man OER selbst erstellt und teilt und wendet sich vor allem an (angehende) Lehrkräfte:

OER KOMPAKT – Wie erstelle und teile ich OER? FWU Institut für Film und Bild, CC-BY-SA 4.0

Unterricht mit digitalen Medien hat urheberrechtliche Fragen mit neuer Dringlichkeit in den Alltag von Lehrpersonen gebracht. Dass Open Educational Resources eine Antwort auf diese Fragen bieten kann, verstehen mittlerweile viele Lehrende. Wie aber stellt sich die Arbeit mit freien Lizenzen und der Nutzung offener Bildungsmaterialien in der Praxis dar? Das Saarländische Ministerium für Bildung und Kultur und das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) haben die Handreichung Lizenzierung und Nutzung offener Bildungsmaterialien herausgegeben. Die Handreichung behandelt rechtliche Fragen, die praktische Anwendung von OER und Fundstellen im Netz. Die Handreichung steht unter CC BY-SA 3.0 DE. Wir stellen die Broschüre (PDF) und den zugehörigen Einleger (PDF) zum Download zur Verfügung.

Tipps und Tricks für die eigene Arbeit mit und an OER

Hier kommt eine gute Nachricht: Alles, was man über OER und die wichtigsten Lizenzen wissen muss, passt auf einen Bierdeckel! Als Unterlage für den Kaffeebecher auf dem Schreibtisch sind damit die zentralen Informationen zum Thema OER immer zur Hand. Und das beste daran: der Bierdeckel ist selbstverständlich offen lizenziert und kann nach Herzenslust weiterverwendet werden!

Vorderseite des OER-Bierdeckel: Logo von OERinfo auf weißem Grund mit abgerundeten Ecken. Der Schriftzug „OER“ ist groß und bunt gemustert; im Buchstaben „R“ ist ein roter Pfeil mit dem Wort „INFO“ integriert. Darüber steht die URL „www.open-educational-resources.de“, darunter der Slogan „...Dein Portal mit Durchblick!“.
OER-Bierdeckel, CC0
Rückseite des OER-Bierdeckel: Infografik auf weißem Grund mit abgerundeten Ecken, die Freie Bildungsmaterialien (OER) und Lizenzen erklärt. FREIE BILDUNGSMATERIALIEN (auch OER genannt): Es handelt sich um Lern- und Lehrmaterialien, die von jedem genutzt, verändert und wiederverwendet werden dürfen. Um dies erkennbar zu machen, werden freie Lizenzen eingesetzt. FREIE LIZENZEN (was man mit den Materialien machen darf): Lizenz-Erklärungen (visualisiert durch Gedankenblasen): CC0 (Einfach nutzen!), CC BY (Zusätzlich: Angaben zu den Urheber*innen, zur Lizenz und zu etwaigen Veränderungen machen und verlinken) und CC BY-SA (Zusätzlich: Auf Grundlage fremder Inhalte erstellte Materialien müssen unter die gleiche Lizenz gestellt werden.)
OER-Bierdeckel, CC0

Hier findet Ihr den OERdeckel im Original!

Hilfreich bei der Frage, welche CC-Lizenz für das eigene Werk die passende sein könnte, ist das Poster Der Weg zur passenden CREATIVE-COMMONS-Lizenz von Anne Vagt (Grafik), Sonja Borski und Jöran Muuß-Merholz (Konzept und Text) für die Bertelsmann Stiftung.

Auch der Leitfaden für Lehrkräfte Offene Bildungsmaterialien nutzen, erstellen und bearbeiten von Thomas Haubner und Thomas Hoyer bietet einen leicht verständlichen und praxisbezogenen Einstieg in die freien Lizenzen von Creative Commons, offene Bildungsmaterialien (engl.: OER – Open Educational Resources) und liefert zahlreiche Unterrichtsbeispiele für ihre Anwendung. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit den Fragen nach, was bei der Verwendung von OER rechtlich zu beachten ist, welche urheberrechtlichen Fragen es zu berücksichtigen gilt und vieles mehr.

Ein echtes Upgrade für den Unterricht: Infografiken einsetzen und selbst erstellen

Infografiken haben beim Lehren und Lernen in der Schule großes Potential und der sichere Umgang mit ihnen gehört zu einer zeitgemäßen Bildung unbedingt dazu. Grundsätzlich lassen sich Infografiken in allen Fächern und Klassenstufen aufgreifen. Nele Hirsch vom eBildungslabor zeigt in ihrem Blogbeitrag Infografiken zum Lehren und Lernen anschaulich und mit vielen Praxisbeispielen, wie man Infografiken im Unterricht einsetzen und selbst herstellen kann.

Die TULLU-Regel

Wer selbst OER erstellen möchte, greift dabei mehr oder weniger häufig auch auf bereits vorhandenes, mit unterschiedlichen OER-Lizenzen versehenes Material zurück. Doch dabei ist Vorsicht geboten, denn es gilt wichtige Fragen zu beachten: Was muss in die Lizenzangabe? Wie ist der Urheber zu nennen und was ist sonst zu beachten? Wenn man die Vorgaben nicht einhält, ist die Lizenz nicht gültig. Die hier vorgestellte TULLU-Regel hilft dabei, freies Bildungsmaterial korrekt weiterzuverwenden.

Grafik mit den Bestandteilen der TULLU-Regel

Die Bestandteile der TULLU-Regel

Titel – wie ist das Material benannt? Wenn ein Titel angegeben ist, sollte dieser genannt werden.

Urheber*in  – wer hat das Material erstellt? Der Name muss so angegeben werden, so wie ihn der/die Urheber*in genannt hat, auch wenn es sich um Nutzernamen, einen Gruppen-, Firmen- oder Vereinsnamen handelt.

Lizenz – unter welcher Creative Commons Lizenz ist das Material veröffentlicht worden? Die Lizenzversion muss mit allen Bestandteilen genannt werden (siehe Beispiel unten), dazu gehört auch die Versionsnummer und ggf. die Angabe, ob es sich um eine portierte (an die Gesetzgebung eines Landes angepasste) Version handelt.

Link zur Lizenz – wo ist der Lizenztext zu finden? Ein Link auf die Lizenz muss angegeben sein (bei Printprodukten wird der Link ausgeschrieben). Sehr unüblich, aber möglich ist es, anstelle eines Links eine Kopie des Lizenztextes mit dem Werk zu verbreiten.

Ursprungsort – wo ist das Material zu finden? Ein Link auf den Fundort ist notwendig, damit Nachnutzer*innen den Ursprung nachvollziehen können.

Der Lizenzhinweisgenerator

Ein weiteres hilfreiches Werkzeug ist der Lizenzhinweisgenerator. Diese Anwendung soll dabei helfen, Bilder aus Wikipedia und dem freien Medienarchiv Wikimedia Commons einfach und rechtssicher nachzunutzen. Der Nutzer wird durch einen kurzen Dialog geleitet und erfährt dadurch die für den Lizenzhinweis entscheidenden Einzelheiten der individuellen Nachnutzung. Nach Beantwortung dieser wenigen Fragen kann man schnell und einfach den entsprechenden Lizenzhinweis auf verschiedene Arten kopieren und in die eigene Publikation einfügen.

Umfassende Information für alle Themenbereiche

Auf OERinfo wird laufend das Informationsangebot rund um OER erweitert. OERinfo kümmert sich um Informationen, Transfer und Vernetzung zu Open Educational Resources. Die Plattform versteht sich als anwenderfreundliches und praktisches Angebot das dazu beiträgt, das Thema in die Schulen zu bringen: OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Videos, Handreichungen, Praxisbeispielen und vieles mehr, das Ihnen dabei helfen soll, Open Educational Resources erfolgreich in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Egal ob Sie Lehrkraft, Schülerin oder Eltern sind: frei verfügbare Bildungsmaterialien bieten für alle große Potentiale!

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christina König, FWU Institut für Film und Bild für OERinfo – Informationsstelle OER.  Der Text zur TULLU-Regel steht unter der CC BY 4.0-Lizenz und stammt von Jöran Muuß-Merholz und Sonja Borski  für OERinfo – Informationsstelle OER und wurde bearbeitet von Christina König. Die Infografik von Julia Eggestein nach einem Konzept von Jöran Muuß-Merholz und Sonja Borski  für OERinfo – Informationsstelle OER steht unter der CC BY 4.0-Lizenz.