Regierung und Landtag in Schleswig-Holstein unterstützen OER

Große Anfrage und Debatte im Parlament in Kiel

Screenshot Website des Schleswig-Holsteinischen Landtags, nicht unter einer freien Lizenz
Screenshot Website des Schleswig-Holsteinischen Landtags, nicht unter einer freien Lizenz

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat mit einer Antwort auf die Große Anfrage „Entwicklung einer OER-Strategie“ ihre Unterstützung zur Verbreitung von Open Educational Resources (OER) bekräftigt. In der begleitenden Plenardebatte wurde der Bildungsausschuss beauftragt, offene Fragen zur Rechtssicherheit, zum Urheberrecht, zur Unterrichtsgestaltung und zur Qualitätskontrolle zu beraten.

Große Anfrage zur Entwicklung einer OER Strategie im Land Schleswig-Holstein

Die Piraten-Fraktion hatte die Landesregierung in einer Großen Anfrage vom 3.3.2016 um Stellungnahmen zu ihrem begrifflichen Verständnis und zu Chancen und Risiken von OER für die einzelnen Bildungssektoren befragt. Außerdem wollte die Fraktion wissen, welche weiteren Absichten zur Förderung von OER die Landesregierung habe. Für die Landesregierung hat das Bildungsministerium in seiner Antwort vom 24.05.2016 im Sinne einer weiteren Unterstützung von OER geantwortet. Das Land Schleswig-Holstein sei sehr aktiv in der Förderung von Digitalisierung an Schulen und in anderen Bildungsbereichen und habe schon viel für die Förderung von OER getan, unter anderem durch die Unterstützung es OER-Festivals 2016. Allerdings gebe es nach wie vor Klärungsbedarf in Fragen der Qualitätskontrolle, Urheberkennzeichnung und Rechtssicherheit. Zur weiteren Bearbeitung dieser Punkte wurde das Thema zur Beratung an den Bildungsausschuss verwiesen.

Parlamentsdebatte zu OER

Vorher hatten die Fraktionen des Landtags in einer Plenarsitzung ebenfalls Sympathien für OER gezeigt. Dabei wurde besonders auf die Rolle von digitalen Medien an Schulen und in anderen Bildungsbereichen abgehoben und auf die didaktischen Möglichkeiten von OER hingewiesen. OER förderten die Möglichkeiten zur Differenzierung und Anpassung von Lehr-Lernmaterialien an die jeweiligen Situationen und seien darüber hinaus ein Anreiz, Kooperation zwischen Lehrenden auszubauen. Problematisiert wurden auch hier urheberrechtliche Fragen, ein Fortbildungsbedarf bei Lehrpersonen und Fragen der Qualitätssicherung sowie der Auffindbarkeit von OER.  Sowohl die Landesregierung als auch Parlamentarier sprachen sich allerdings gegen eine Landeslösung für ein OER-Repositorium aus, sondern verwiesen auf die Überlegungen  der OER-Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes, eine Informations- und Koordinierungsstelle für OER auf Bundesebene einzurichten.

Videos der Hauptreden aus der Parlamentsdebatte können auf der Website nachgesehen werden.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Sonja Borski für OERinfo – Informationsstelle OER.

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