civicOER – OERinfo – Lessons Learned in 5×5 Zeilen

Fragen von OERinfo an Claudia Leitzmann (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

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Was verbindet Service Learning und OER? Eine ganze Menge, davon waren die Initiator*innen von CivicOER – Offene Bildungsressourcen für das Lernen durch Verantwortung in Schule, Hochschule und Zivilgesellschaft überzeugt. Worin die Erkenntnisse aus der Projektlaufzeit bestehen, berichtet Claudia Leitzmann von der Stabsabteilung für Bildungsinnovation und Wissenstransfer der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Claudia Leitzmann. Foto von Marius Klemm, nicht unter freier Lizenz
Claudia Leitzmann. Foto von Marius Klemm, nicht unter freier Lizenz
Das Projekt CivicOER war ein Kooperationsprojekt der Leuphana Universität Lüneburg, der Goethe Universität Frankfurt am Main und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ziel war es, das Konzept des Service Learning um das Konzept OER zu erweitern.

Wenn Sie auf die Projektzeit zurückblicken, was würden Sie dann sagen …

Was war für Sie ein unerwartetes, überraschendes Ergebnis?

Dass es auf der einen Seite schon eine so große und überzeugte OER-Community gibt und so viele qualitativ hochwertige Seiten im Netz, z.B. für die MINT-Fächer, an denen zum Teil schon seit vielen Jahren erfolgreich kollaborativ gearbeitet wird. Aber es war genauso überraschend, dass es auf der anderen Seite – auch und gerade unter jüngeren Lehrkräften – noch so große Ressentiments gegenüber Bildungsmaterialien im Netz im Allgemeinen und OER im Besonderen gibt.

Alleinstellungsmerkmal: Was haben Sie gemacht, was andere nicht gemacht haben?

Es war sicherlich ein sehr ambitioniertes Vorhaben, zwei so innovative Themenfelder wie OER und Service Learning miteinander zu verbinden, die sich beide noch in einer Entwicklungsphase befinden und zwar jeweils überzeugte Anhänger haben, aber viel Erklärungsbedarf mit sich bringen, sowohl für die jeweils andere Seite wie auch für gänzlich Außenstehende. So wurden im Projekt CivicOER sehr unterschiedliche Akteure miteinander in Verbindung gebracht, die sich ohne dieses Projekt wahrscheinlich nie auf einer Fachveranstaltung oder in einem Arbeitskreis begegnet wären.

Was hat besonders gut geklappt?

Die Überzeugungsarbeit in Sachen OER. Gerade auf der Seite der Aktiven in Sachen Service Learning konnten viele für das Thema begeistert werden und die Verknüpfung der beiden Themenfelder wurde von diesen nicht nur für sinnvoll erachtet, sondern führte direkt zu neuen Projektideen für Service-Learning-Formate. Auch diejenigen, die sich vorher überhaupt noch nicht mit OER befasst hatten, konnten schnell davon überzeugt werden, Ideen für die Erstellung von OER als eigene Service-Learning-Projekte zu entwickeln und die Mitarbeit etwa an Wikis auch als neue Chance für das bürgerschaftliche Engagement zu erkennen, z.B. für Menschen mit körperlichen Behinderungen

Was war für die Erreichung Ihrer Ziele das größte Hindernis?

Dass es (noch) keine passenden Rahmenbedingungen gab, sowohl in struktureller als auch in zeitlicher Hinsicht. Erst im Verlaufe des Projekts stellte sich z.B. heraus, dass für die Durchführung des Projekts bestimmte Voraussetzungen bei den einzelnen Akteuren geschaffen werden mussten. So war erst einmal eine Grundqualifizierung zum Einsatz von Medien im Unterricht notwendig, um darauf aufbauend die Kombination von OER und Service Learning anzuregen. Um von der Information und Kommunikation über die Überzeugungs- und Beratungsarbeit bis hin zur konkreten Umsetzung der neuen Projektideen etwa in Service-Learning-Formate an den Universitäten zu kommen, hätte es mehr Zeit gebraucht.

Werden Sie als Projektbeteiligte sich auch nach der Förderung noch mit dem Thema OER beschäftigen? In welcher Weise?

Auf jeden Fall. Zum einen informiere ich bei allen dafür geeigneten Gelegenheiten (Tagungen, Arbeitskreise zum Thema Bildung, Wettbewerbe etc.) über das Thema, gerade auch in den Netzwerken und Infrastruktureinrichtungen für das bürgerschaftliche Engagement, damit die Erstellung von OER als eine moderne Möglichkeit des digitalen Engagements bekannter wird. Zum zweiten versuche ich unser Team und unsere Kooperationspartner davon zu überzeugen, bei der Erstellung z.B. von Fortbildungsmaterialien etwa im Bereich Service Learning immer gleich die Bereitstellung als OER mitzudenken.


Dieser Artikel ist Bestandteil der Reihe „Lessons Learned in 5×5 Zeilen“, die zum Abschluss der Projektförderung der OERinfo-Projekte entstanden ist.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Claudia Leitzmann für civicOER und Jöran Muuß-Merholz für OERinfo – Informationsstelle OER.

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