
Die Weiterbildung richtet sich an Dozent*innen aus der Erwachsenen- und Weiterbildung, die neugierig sind auf das Arbeiten mit digitalen Medien und auf die Möglichkeiten, die sich durch die Verwendung von OER bieten.
Offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER) bieten die Chance, Lehren und Lernen zu verbessern. Auch als Lehrender kann man durch die Öffnung der eigenen pädagogischen Praxis über das bloße Material hinaus profitieren. Dieser Text gibt Impulse dazu indem er das Konzept der Offenen Bildungspraktiken (Open Educational Practices, OEP) bzw. der Offenen Pädagogik vorstellt.
Offene Pädagogik bezeichnet alle Handlungen von Lehrenden, die auf eine Verbesserung der eigenen Bildungspraxis durch deren Öffnung abzielen. OEP drehen sich um die Herstellung von Rahmenbedingungen, welche die Verwendung, Gestaltung und Management von Offenen Bildungsressourcen fördern. Offene Bildungspraktiken werden als Teil von Offener Pädagogik verstanden (vgl. Hegarty 2015).
Nach der Etablierung des Konzepts der Offenen Bildungsressourcen im Verlauf eines UNESCO-Forums 2002 und dem Erstarken der OER-Bewegung in den Folgejahren mit der Kapstadter Erklärung 2007 und dem ersten OER-Weltkongress der UNESCO 2012 fokussierte die Diskussion um OER – über die bloße Materialperspektive hinaus – zunehmend auf die Frage, welche Praktiken besonders geeignet sind, um die Verwendung und Verbreitung von OER zu fördern (vgl. Camilleri, Ehlers & Conole, 2011). Wie auch die Begriffe OER und OEP zuvor ist der Begriff der Offenen Pädagogik eng mit stark etablierten Bewegungen wie Open Access, Open Data und Open Source verbunden.
Im Zusammenhang mit der Frage danach, wie förderliche Rahmenbedingungen für OER geschaffen werden können, entwickelte sich der Begriff der Open Educational Practices (OEP)
Im Zusammenhang mit OEP wurden von Beginn an pädagogische Aspekte stark diskutiert, der Übergang zum Begriff der Offenen Pädagogik ist fließend (vgl. Hegarty, 2015). Letzterer ist zwar immer noch eng mit den grundlegenden Prinzipien von OER verbunden, hat aber weniger als OEP allgemeine Rahmenbedingungen im Fokus. Stattdessen stellt Hegarty allgemeiner die Öffnung von Pädagogik in verschiedenen Dimensionen in den Mittelpunkt und definiert Offene Pädagogik anhand von acht Eigenschaften (ebd., S.5, Übersetzung u. Einfügung JK):
Dabei haben der Einsatz digitaler Technologien sowie die Verwendung, Produktion und Veröffentlichung von OER seitens der Kursleitenden wie der Teilnehmenden einen hohen Stellenwert.
Mit den oben genannten Aspekten ist das Thema stark auf der Ebene der Gestaltung von Lehr-/Lernangeboten verortet. Deren Umsetzung erfordert von Kursleitenden einerseits eine Übersetzung in konkrete Maßnahmen und Handlungen bei der eigenen Kursplanung. Darunter sind viele Punkte, die Praktikerinnen und Praktiker in der Erwachsenenbildung schon länger bekannt sind oder von ihnen diskutiert werden, die aber in Kombination mit Offenen Bildungsressourcen weiteres Gewicht erhalten.
Es ist schon lange akzeptiert, dass ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lernenden und Kursleitung und Selbstbestimmtheit im Lernprozess zum Lernerfolg und der Zufriedenheit der Teilnehmenden beiträgt.
Auch das schon länger akzeptierte Prinzip der Teilnehmerorientierung wird ohne ein Mindestmaß an Offenheit seitens der Kursleitenden schwierig umzusetzen sein. Um Beiträge von Teilnehmenden zu fördern, eignen sich insbesondere konstruktivistische (z.B. Scaffolding) bzw. erarbeitende Methoden mit hohen kommunikativen Anteilen für Partner oder Gruppen, wie z.B. Planspiele, Collagen und Fallbesprechungen. Dabei können die Ergebnisse daraus als OER unter freier Lizenz veröffentlicht werden.
Um die Teilhabe zu fördern, ist es beispielsweise eine Überlegung wert, den Teilnehmenden das Mitbringen von eigenen Geräten zu erlauben oder die Einrichtung eines Mailverteilers bzw. einer Facebook-Gruppe zu vereinbaren. Für zeitlich umfangreichere Angebote können technisch versiertere Kursleitende in Betracht ziehen, Möglichkeiten der Telepräsenz (z.B. als Livestream) anzubieten, damit auch Menschen teilnehmen können, die nicht die Mittel haben um vor Ort zu sein. Neben den Rahmenbedingungen können selbstverständlich auch passende Methoden auch in diesem Punkt die Teilhabe fördern, etwa das gemeinsame Verfassen eines Blogs als OER oder die Erarbeitung von Themen in einem Wiki.
Insbesondere die Punkte 4, 7 und 8 richten sich eher an Lehrende selbst. Für die Umsetzung dieser Aspekte braucht es die Weiterentwicklung des eigenen professionellen Selbstbildes. So sollen Lehrende professionelles Handeln und ihre Lehrmaterialien anderen zugänglich machen, um sie gemeinsam zu diskutieren (i.S. eines „Peer Review für Lehrende“). Dazu empfiehlt sich die Beteiligung an einer Gemeinschaft von Praktikern (Community of Practice) entweder vor Ort oder mittels digitaler Technologien (etwa Materialtauschbörsen, soziale Netzwerke oder in einem Webforum). Idealerweise entsteht so ein wechselseitiges und respektvolles Geben und Nehmen, von dem alle Beteiligten profitieren.
Der begriffliche Diskurs um OEP und Offene Pädagogik scheint im Vergleich zum Diskurs um Offenen Bildungsmaterialien deutlich weniger prominent. Der hier präsentierte Vorschlag von Hegarty bleibt an vielen Stellen unscharf und wenig konkret; dies ist eine Tatsache, die er selbst anspricht. Die Forderungen, die das Konzept an Lehrende stellt, können Vorbehalte und Unbehagen auszulösen, was leicht nachvollziehbar ist. Für die zukünftige Entwicklung der Bewegung um Offene Bildungsmaterialien scheint es deshalb lohnend, ja zwingend, die Herausforderungen für den pädagogischen Prozess und das professionelle Selbstverständnis der Lehrenden aktiver zu diskutieren und zu bearbeiten.
Quellen:
Camilleri, A. F.; Ehlers, U.-D. & Conole, G. (2011). Mainstreaming Open Educational Practice: Recommendations for Policy. European Foundation for Quality in e-Learning.
Ehlers, U.-D. (2011). Extending the territory: From open educational resources to open educational practices. Journal of Open, Flexible and Distance Learning, 15(2), [1–10].
Hegarty, Bronwyn (2015). Attributes of Open Pedagogy: A Model for Using Open Educational Resources. Educational Technology, 55(4), 3-13.
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.Die Freiheiten, die offene Bildungsmaterialien ihren Nutzer*innen einräumen entfalten sich am besten im digitalen Raum: Nirgendwo ist das Vervielfältigen, Verändern und Veröffentlichen von Material schneller und einfacher bewerkstelligt – OER lassen sich ohne weiteres als Teil der Digitalisierung aller Lebensbereiche begreifen.
Das Lernen mit Texten wirkt heute im Zeitalter digital-multimedialer Aufbereitungsmöglichkeiten dagegen geradezu angestaubt und genießt nicht den besten Ruf. Es heißt, Textarbeit fördere den Aufbau von trägem Wissen, welches nicht in echten Problemsituationen anwendbar ist. Nichtsdestotrotz sind textliche Informationen immer noch wichtiger Bestandteil der meisten Lernangebote für Erwachsene. Textgestaltung wiederum ist eine beliebte kreative Arbeitsmethode, die gerne in Kursen eingesetzt wird. Ein Blog bietet damit als digitales Werkzeug die Chance für eine gelungene Synthese von Textarbeit mit modernen digitalen Möglichkeiten. Ein Blog bietet damit als digitales Werkzeug die Chance für eine gelungene Synthese von Textarbeit mit modernen digitalen Möglichkeiten.
Der Begriff Blog entstand als Kürzung des Begriffs „Weblog“ und bezeichnet eine Webseite, auf der in Form von datierten Einträgen eine Art Tagebuch, Logbuch oder Journal geführt wird. Die Einträge werden in der Regel in chronologisch abwärts sortierter Reihenfolge angezeigt und mit Hilfe von Kategorien und Schlagworten geordnet, archiviert und auffindbar gemacht. Ein Eintrag kann Text, Videos, Bilder, Links und Audiodateien umfassen und von anderen Nutzern und Nutzerinnen über eine Kommentarfunktion diskutiert werden. Der Einsatz von Blogs in einem Kurs bietet für Lernende einige Vorteile:
Auch Kursleiter*innen profitieren von einem Blog, da sie es unmittelbar in der Vorbereitung für die Präsenzveranstaltungen einsetzen können. Das Blog ist selbstverständlich auch für Ankündigungen und Absprachen nutzbar, die den Kurs betreffen.
Es gibt grundsätzlich zwei Wege zum eigenen Blog:
Nach der Einrichtung des Blogs können Sie einen oder mehrere weitere Autoren dazu berechtigten, im Blog zu schreiben. Dazu ist es notwendig, dass die Teilnehmenden ein eigenes Benutzerkonto einrichten, diese von Ihnen freigeschaltet werden (bei einem Hosting-Dienst) bzw. dass Sie als Administrator Ihres Blogs weitere Autorenzugänge erstellen (bei einem Blog auf ihrer eigenen Domain).
Um aus dem Blog eine OER zu machen, genügt es, eine Kennzeichnung mit einer offenen (CC-)Lizenz so anzubringen, dass sie im Idealfall ständig sichtbar ist. Dazu ist zum Beispiel der Seitenfuß des Blogs geeignet, der in der Regel über die Verwaltungsfunktionen des Blogs verändert werden kann. Alternativ können Sie den Lizenzhinweis in einem eigenen Blogeintrag platzieren und diesen „anheften“, so dass er immer als erster Eintrag angezeigt wird.
Dieser Text steht unter der CC BY SA 3.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.Willkommen auf unseren Seiten zum Thema „OER in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung“.
Die Informationsstelle OER hat unter anderem die Aufgabe, Erkenntnisse zur Nutzung und Verbreitung von OER in den einzelnen Bildungsbereichen zu sammeln und Informationen zur Verfügung zu stellen, die beides unterstützen. Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: OER einführen, OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen und über OER forschen. Einen Überblick zum Stand der Dinge bezüglich OER in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung finden Sie auf dieser Seite. Wir hoffen, dass Ihnen die hier gebotenen Informationen nützlich sind und freuen uns über Ihr Feedback.
Was sind offene Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER) und welchen Sinn macht Ihr Einsatz in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung? Zu dieser Frage gibt das nachfolgende Video eine kompakte und kompetente Antwort.
Video von oncampusFHL unter Verwendung von [COER MOOC] Video 2 – OER, Warum und Wozu?“ von Sandra Schön und Martin Ebner für iMOOX.at steht unter der Lizenz CC-BY 4.0
Der Bereich der Erwachsenenbildung/Weiterbildung kann rein auf die Zahl möglicher Teilnehmer*innen bezogen als größter Bildungsbereich überhaupt bezeichnet werden. Die Bildung Erwachsener dient dabei nicht nur der Weiterqualifikation nach Schule und Ausbildung, sondern sie liegt auch aus weiteren Gründen im Interesse der Gesellschaft als Ganzes: Durch kulturelle und politische Bildung fördert die Erwachsenenbildung Teilhabe, die sozial integrierende Wirkung von Erwachsenenbildung verringert gesellschaftliche Konflikte. Bildungsmaßnahmen bieten Raum für die eigene Lebensgestaltung und die persönliche Weiterentwicklung (vgl. Tippelt 2005). Die Öffnung von Bildungsressourcen kann eine Verbesserung der Qualität von Bildung erreichen und den Zugang zu Bildung erleichtern.
Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann es nicht geben, denn die Landschaft der Erwachsenenbildung und Weiterbildung in Deutschland ist vor allem durch ihre Vielfalt gekennzeichnet. Die gängige Kategorisierung der Kultusministerkonferenz in die Bereiche der allgemeinen und politischen Erwachsenenbildung sowie der beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung bildet diese Tatsache nur im Ansatz ab. Die einzelnen Bereiche sollen deshalb mit Blick auf offene Bildungsressourcen nachfolgend etwas eingehender betrachtet werden:
Der Bereich der Allgemeinen Erwachsenenbildung beispielsweise ist auf institutioneller Seite stark durch die bundesweit verbreiteten Volkshochschulen und ihre Verbände geprägt, es existiert jedoch eine Vielzahl an Anbietern und Bildungsträgern. Auf Seiten der Lehrenden fällt die große Zahl an Selbstständigen bzw. freiberuflich tätigen Lehrpersonen auf. Die Angebote ebenso wie deren Adressat*innen sind extrem vielfältig und uneinheitlich, wie ein Blick in ein beliebiges VHS-Programmheft offenbart.
In der politischen Bildung sind die Bundeszentrale für Politische Bildung und deren Landeszentralen wichtige Akteure, aber es gibt außerdem noch eine Vielzahl an davon unabhängigen Stiftungen und Einrichtungen, die politische Bildungsarbeit leisten. Die Bildungsangebote sind durch ihre durchgehend politische Einbettung zusammengefasst.
In Bezug auf das Thema Open Educational Resources vereinen die beiden Teilbereiche der Anspruch, möglichst viele Menschen zu erreichen, die Tatsache, dass sie in großen Teilen öffentlich finanziert sind sowie die Gegebenheit, dass die Lehrmittel in größten Teilen keiner zentralen Kontrolle oder Regulierung unterliegen. Diese Faktoren erleichtern möglicherweise das Aufgreifen von OER durch Institutionen und Lehrpersonal. Dabei treten allerdings die verschiedenen Bildungsträger, aber auch die einzelnen Lehrenden in Konkurrenz zueinander, was dem kollaborativen Potenzial entgegensteht, das mit der Erstellung und dem Teilen von OER einhergeht.
Die berufliche Weiterbildung wird zum Teil auch von Trägern der Allgemeinen Erwachsenenbildung abgedeckt. Im Unterschied zu allgemeinen Bildungsangeboten stehen hier jedoch für Berufstätige bzw. Arbeitgeber verwertbare Angebote im Mittelpunkt, die unter überprüfbaren Qualitätskriterien durchgeführt werden und idealerweise in ein Zertifikat oder einen anderen formal dokumentierten Abschluss münden. Besondere Anforderungen werden hier an Anbieter der Fernlehre gestellt, deren Lehr- und Lernmaterialien unter einer gesetzlichen Zulassungspflicht stehen, also behördlich geprüft und genehmigt werden müssen.
In den Bereich der beruflichen Weiterbildung fällt auch die innerbetriebliche Weiterbildung, die unternehmenseigene und externe Weiterbildungsangebote umfasst. Letztere sind vor allem durch einschlägige Branchenverbände bzw. Weiterbildungsverbände in Einrichtungen der privaten Hand organisiert.
Durch die vergleichsweise starke Fokussierung auf Standards und standardisierte Materialien in Durchführung und Abschluss von Bildungsmaßnahmen sind OER in der beruflichen Weiterbildung bisher wenig bekannt oder verbreitet. Im Bereich der innerbetrieblichen Weiterbildung sind die Maßnahmen naturgemäß sehr arbeitsplatznah gestaltet, was zwangsläufig die Einbeziehung von Unternehmens-Interna und Betriebsgeheimnissen in solche Bildungsmaßnahmen mit sich bringt. Dieses Vorgehen ist mit dem Anspruch an Öffnung von Lehr- und Lernmaterialien als OER nicht oder nur schwer vereinbar. Eine strategisch geschickte und gezielt gesteuerte (Teil-) Öffnung und (Teil-) Veröffentlichung von Materialien kann sich jedoch auch im Bereich der betrieblichen Weiterbildung positiv z.B. auf das Unternehmensimage auswirken und einen Vorteil im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte bedeuten.
Durch den Wandel hin zu einer Wissensgesellschaft und die damit einhergehende Beschleunigung von Erzeugung, Aktualisierung und der Veraltung von Wissen hat wissenschaftliche Weiterbildung an Bedeutung gewonnen. Hierunter fallen laut Definition der Kultusministerkonferenz Bildungsmaßnahmen, die nach dem ersten Bildungsabschluss und meist nach einem erfolgten Einstieg ins Berufsleben in Anspruch genommen werden. Träger sind oft entsprechende Einrichtungen an Hochschulen, welche zum größten Teil in der Deutschen Gesellschaft für Wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. organisiert sind. Didaktisch liegen die Angebote auf Hochschulniveau, sie sind in der Regel kostenpflichtig und die Gebühren oft beträchtlich. Vor dem Hintergrund der Tatsachen, dass alle Hochschulen in der Regel eine digitale Lernplattform für Studierende bereitstellen und sich das Prinzip der Offenheit vor allem im Bereich der Forschung inzwischen zunehmend durchsetzte (hier: „Open Access“), scheint eine Passung mit dem Konzept von OER gegeben zu sein. Der Verbreitung von OER im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung steht jedoch unter Umständen eine hochschulübergreifende Kultur entgegen, die auf Seiten der Lehrenden und Dozenten eher individualistisch und weniger kollaborativ geprägt ist. Hinzu kommt, dass die erwähnte Finanzierung der Angebote über Teilnahmegebühren auf Seiten der Anbieter einen starken Wettbewerb um die zahlungswillige Kundschaft fördert. Aus diesen Gründen scheinen OER in diesem Bereich bisher nur eine geringe Rolle zu spielen. Eine gelungene Öffnung der Materialien in der wissenschaftlichen Weiterbildung böte auf der anderen Seite die Chance, von der Kundschaft als Qualitätsmerkmal im Sinne von Transparenz und Nachhaltigkeit wahrgenommen zu werden. Wenn dann Materialien in ihrer Bedeutung als Alleinstellungsmerkmal für Anbieter abgeschwächt werden, entsteht Raum für einen Wettbewerb um gutes Weiterbildungspersonal als Qualitätsmerkmal, von dem letztendlich alle Beteiligten profitieren könnten.
Literatur & Quellen
Schöb, S. et al. (2015). Information und Vernetzung – Bedarfe und Erwartungen von Lehrkräften an online-gestützte Fortbildungsangebote. Reihe texte.online. Bonn: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung. Abgerufen von www.die-bonn.de/doks/2015-erwachsenenbildner-01.pdf
Tippelt, R. (Hrsg.) (2005). Handbuch Erwachsenenbildung. 2. überarb. u. aktualis. Aufl. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwesen.
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.von Susanne Grimm und Jan Koschorreck

Welche Hoffnungen und Befürchtungen verbinden sich mit Open Educational Resources (OER)? Susanne Grimm (Transferbereich Berufsbildung am Bundesinstitut für berufliche Bildung, BIBB) und Jan Koschorreck (Transferbereich Erwachsenenbildung am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, DIE) diskutierten diese Frage mit Teilnehmer*innen eines Kolloquiums der Nationalen Agentur für Bildung in Europa am 25.04.2017 in Bonn. Ziel des Kolloquiums war es, grundlegende Informationen zum Thema OER und offene (Software-)Lizenzen zu vermitteln. Für die Teilnehmenden des Kolloquiums ist dies wichtig, weil die Projekte des Erasmus+-Programms seitens der EU angehalten sind, Projektergebnisse unter einer offenen Lizenz zu veröffentlichen.
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