Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Open Educational Resources: Die senseBox

Vorstellung der senseBox im Makerspace bei der re:publica 2019, Foto: Hanna Göser für das BIBB, nicht unter freier Lizenz.

Open Educational Resources (OER) unterstützen das globale Nachhaltigkeitsziel SDG4, inklusive, chancengerechte und qualitativ hochwertige Bildung für alle zu ermöglichen. Wie diese These in der Praxis umgesetzt werden kann, wurde am Beispiel der senseBox, einem Do-it-yourself Bausatz für Umweltmessstationen, im Makerspace bei der Konferenz re:publica19 in Berlin greifbar.

Die senseBox: ein Do-it-yourself Bausatz für Umweltmessstationen

Die senseBox ist ein Do-it-yourself Bausatz für Umweltmessstationen. Mit der senseBox:home können interessierte Bürgerinnen und Bürger selber Umweltdaten erheben und über eine offene Webanwendung, die openSenseMap, mit anderen teilen. Spannende Umweltdaten wie zum Beispiel Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit oder auch Feinstaub können mit der senseBox erfasst werden. Die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern am wissenschaftlichen Prozess des Umwelt Monitorings im Rahmen von Citizen Science, ermöglicht es so gemeinsam Daten zu sammeln und eines der globalen Entwicklungsziele im Bereich Klima (SDG13) zu erreichen.

Speziell für den Einsatz in der Schule und in anderen Bildungseinrichtungen ist die senseBox:edu entwickelt worden. Verschiedene elektronische Bauteile und Sensoren laden zum Basteln und Experimentieren ein. Die Programmierung der senseBox:edu erfolgt dabei über die grafische Programmieroberfläche und ist so auch für Neueinsteiger geeignet. Mithilfe verschiedener Datenübertragungsmodule, z.B. für WiFi oder LoRaWAN, können gemessene Daten an die openSenseMap übertragen werden.

Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung und wozu soll das gut sein?

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält.“ (Brundtland-Bericht)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zielt auf die Vermittlung von Fähigkeiten ab, kritisch zu denken, autonom zu handeln und an Entwicklungsprozessen – lokal wie global – teilzuhaben.
Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBnE) bedeutet auch, diese Fähigkeiten im Rahmen des beruflichen Handelns anzuwenden und so eine nachhaltig ausgerichtete Beschäftigungsfähigkeit zu erreichen. Informationen zu BNE und den Modellversuchen zu BBnE des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) finden sich auf www.bne-portal.de und unter https://www.bibb.de/de/33716.php.

Bildung ist der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung bedeutet chancengerechte Entwicklung. Eng verbunden mit BNE sind die globalen Entwicklungsziele (SDGs). Das globale Entwicklungsziel 4 (SDG4) zielt auf eine inklusive, chancengerechte und qualitativ hochwertige Bildung für alle. Open Educational Resources können dieses Ziel unterstützen, indem sie einen chancengerechten Zugang zu Bildung ermöglichen, die Bildungsqualität erhöhen und Dialoge schaffen. Wie die Umsetzung von BNE in der Praxis aussehen kann zeigte Mario Pesch (GI@SchoolLab am Institut für Geoinformatik der Wilhelms-Universität Münster) am Beispiel der senseBox, die er am 08. Mai 2019 im Makerspace des Global Innovation Gathering auf der re:publica19 in Berlin vorstellte.

OER und Open Science

Die Begleitmaterialien, wie Anleitungen, Materialien und didaktischen Konzepte für die senseBox, stehen als Open Educational Resources unter der Creative Commons Lizenz CC BY SA 4.0 bereit. Beispielprojekte zeigen verschiedene Möglichkeiten der senseBox und geben Anregungen dazu, eigene Projektideen zu entwickeln.
Die senseBox wird ausschließlich nach den Prinzipien der Open Science entwickelt. Die Zusammenstellung der senseBox-Komponenten ist unter der CERN Open Hardware Lizenz 1.2 offen verfügbar. Der Quellcode der senseBox:home ist Open Source und die die mit den SenseBoxen erfassten und auf der openSenseMap veröffentlichten Daten sind Open Data.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Susanne Grimm für OERinfo – Informationsstelle OER.und Mario Pesch für Westfälische Wilhelms-Universität Münster

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