Europa zeigt sich in vielen Gesichtern: in gemeinsamen Werten, in transnationaler Zusammenarbeit und im freien Austausch von Wissen. Die Europawochen 2026 (30. April – 31. Mai) sind eine Einladung, genau dieses Europa sichtbar zu machen – auch im Bildungsbereich. Ein Projekt tut das seit Jahren still und beständig, und nicht nur für Europa, sondern weltweit: die OER World Map.

Ein Beitrag von Susanne Grimm mit Unterstützung von Claude.ai
Was ist die OER World Map?
Die OER World Map ist eine offene, kollaborativ gepflegte Weltkarte, die Akteure, Institutionen und Initiativen im Bereich Open Educational Resources (OER) sichtbar macht. Sie versammelt auf einer interaktiven Karte, wer weltweit an offenen Bildungsmaterialien arbeitet, forscht, lehrt und vernetzt – von der einzelnen Lehrkraft bis hin zu überstaatlichen Initiativen.
OER sind Lehr- und Lernmaterialien, die unter offenen Lizenzen stehen und damit frei genutzt, angepasst und weitergegeben werden dürfen. Sie sind ein zentrales Werkzeug für eine inklusive, zugängliche und zukunftsfähige Bildung.
OER als globales Projekt
Das Ziel der Europawochen – zu zeigen, wie bedeutsam Europa für unser aller Leben ist – lässt sich kaum besser illustrieren als am Beispiel offener Bildungsressourcen. OER sind ihrem Wesen nach völkerverbindend: Ein Lernmaterial, das in Portugal unter freier Lizenz veröffentlicht wird, kann morgen in einer finnischen Schule, einer deutschen Hochschule oder einer Universität in Brasilien genutzt und weiterentwickelt werden.
Die OER World Map macht genau diese weltweiten Verbindungen sichtbar. Sie zeigt, dass Bildungsinnovation kein nationales und auch kein rein europäisches Projekt ist, sondern ein globales. Einrichtungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dutzenden weiteren Ländern auf allen Kontinenten sind bereits eingetragen und machen deutlich: Das Netzwerk der OER-Gemeinschaft ist lebendig, vielfältig und wächst kontinuierlich.
Mitmachen und sichtbar werden
Die OER World Map lebt vom Mitmachen. Noch sind längst nicht alle Akteure, die sich in Deutschland und Europa mit OER befassen, auf der Karte vertreten. Dabei ist die Eintragung denkbar einfach und lohnt sich gleich mehrfach:
- Sichtbarkeit erhöhen: Wer eingetragen ist, wird von der internationalen OER-Gemeinschaft gefunden.
- Vernetzung fördern: Die Karte macht Kooperationspartner, Projekte und Institutionen in der Nachbarschaft, in Europa und weltweit sichtbar.
- Gemeinschaft stärken: Jede neue Eintragung bereichert das Gesamtbild und zeigt, wie breit OER bereits verankert ist.
Der Eintrag erfolgt direkt über oerworldmap.org. Eingetragen werden können Institutionen, Projekte, Services und Tools, Veranstaltungen, Policies und die Menschen, die diese Angebote möglich machen.
Ein Zeichen für Europa setzen
Die Europawochen 2026 sind ein guter Anlass, um nicht nur über Europa zu reden, sondern Europa aktiv mitzugestalten. Die OER World Map bietet dafür einen konkreten Ansatzpunkt: Tragen Sie Ihre Institution, Ihr Projekt oder Ihre Initiative ein und werden Sie Teil eines weltweiten Netzwerks für offene Bildung.
Teilen Sie diesen Beitrag mit Kolleginnen und Kollegen, die sich für offene Bildung engagieren. Je mehr Akteure aus dem deutschsprachigen Raum auf der Karte sichtbar sind, desto stärker ist unsere gemeinsame Stimme im globalen OER-Diskurs.
Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Susanne Grimm für OERinfo – Die Informationsstelle OER