OER finden – Informationen für die Schule

Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema Open Educational Resources möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: OER einführen, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen, OER managen – Best practices und über OER forschen.

Das Internet bietet mittlerweile eine große Auswahl freier Bildungsmedien, aus der sich Lehrende ihr eigenes Material zusammenstellen können. Mit ein paar Tricks und Kniffen ist die Suche nach OER im Netz ganz einfach. Das Video der Bundeszentrale für politische Bildung verrät, welche Portale für welche Fächer geeignet sind und wie man gezielt nach freiem Material sucht.

OER erklärt – So findet man OER im Netz
Bundeszentrale für politische Bildung, CC-BY-SA 4.0

Suchdienste für den Einsatz von OER

Um die konkrete Suche nach frei verfügbaren Bildungsmaterialien effizient und erfolgreich zu gestalten, finden Sie auf OERinfo eine Zusammenstellung von Suchdiensten, die verteilte Materialsammlungen zusammenführen, bzw. Plattformen einzelner Anbieter, auf denen Materialien zu einem oder mehreren Fächern zu finden sind.

Die kommentierte Linkliste auf dieser Seite basiert auf einem Angebot der Bpb, das es Lehrkräften vereinfachen soll, OER in ihren Unterricht zu integrieren. Sie finden hier eine Auswahl von fächerspezifischen Datenbanken und Portalen zu folgenden Themen:

Frei lizenzierte Fotos und Abbildungen

Besonders die rechtssichere Verwendung von Bildern, Fotos und Grafiken auf eigenen Arbeitsmaterialien wird von vielen Lehrkräften als problematisch empfunden. Dieses Thema sorgt für Verunsicherung, gerade weil es ist eigentlich nicht schwierig ist, Fotos und Grafiken zur Illustration von Texten und Folien im Internet zu finden. Einen Ausweg bieten frei lizenzierte Bilder.
Der Leitfaden Wo finde ich kostenlose Bilder? Eine Sammlung von Quellen für frei lizensierte Fotos und Abbildungen von wb-web.de bietet in kompakter Form eine Zusammenstellung wichtiger Quellen für frei lizenzierte Bilder und Grafiken sowie zur richtigen Anwendung von freien Lizenzen.
Eine sehr umfangreiche Auflistung hat Nele Hirsch auf diesem GoogleDoc unterschiedlicher Bilderdatenbanken mit offener Lizenz zusammengetragen. Viele davon sind unter Public Domain/ CC0 veröffentlicht, d.h. sie können auch ohne Lizenzhinweis weiter verwendet werden. Das Dokument kann befindet sich im Vorschlagsmodus und kann von jedem/jeder erweitert werden.
Kostenloses Bildmaterial online zu finden, ist heute relativ einfach – zumindest wenn es um historische Fotos, Zeichnungen, Gemälde oder Drucke geht. Einige Kulturinstitutionen haben Teile ihrer Sammlungen mittlerweile digitalisiert und stellen das entstandene Material ins Netz. Diese Inhalte können als Open Content gratis heruntergeladen, verändert und weiter genutzt werden – sogar kommerziell. Die Seite Kunst & Kultur News hat eine Liste von Institutionen und Plattformenzusammengestellt, bei denen man Public Domain Bilder, Content unter freier Lizenz und gemeinfreie Inhalte online finden und downloaden kann. Der Schwerpunkt liegt hier auf Werken aus namhaften Museen.
Auf unserer Seite „Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet“ finden Sie weitere Informationen zu dem Thema, ein Erklärvideo, eine Checkliste und vieles mehr.

Fächerübergreifende Datenbanken und Portale

OER.schule – Materialien für den Unterricht

Das Portal OER.schule stellt freie, lizenzrechtlich und qualitativ geprüfte Materialien wie z.B. Medien der Bundeszentrale für politische Bildung, der Siemens Stiftung, von Wikipedia/Wikimedia Commons, Lehrer Online etc. zur Verfügung. Lehrkräfte und andere Interessierte können alle offenen Lehr- und Lernmaterialien frei recherchieren und nutzen. Durchsuchbar sind alle Inhalte, die eine Creative Commons Lizenz besitzen, also nicht nur OER in engeren Sinne (‚CC-0‘, ‚CC-by‘, ‚CC-by-sa‘), sondern auch solche ohne das Recht der Bearbeitung (‚-nd‘) bzw. der kommerziellen Nutzung (‚-nc‘).Außerdem wurden 54 von Lehrkräften erstellte Moodle-Kurse für verschiedene Fächer und Schularten aus dem Projekt LOERn aufgenommen. Weitere Moodle-Kurse für den Unterricht werden laufend im Portal frei geschaltet.

MUNDO – Die offene Bildungsmediathek der Länder

Das Portal MUNDO möchte Lernende, Lehrende und Erziehungsberechtigte in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Dafür werden im Netz frei verfügbare digitale Medien gesichtet und anhand der Bildungsstandards für den Einsatz im Unterricht geprüft. So wird eine zentrale Auffindbarkeit von offenen, lizenzrechtlich und qualitativ geprüften Materialien sowie eine rechtssichere Nutzung durch die Lehrkräfte garantiert.

WirLernenOnline – Freie Bildung zum Mitmachen!

WirLernenOnline ist eine Suchmaschine und eine Community für freie Bildungsmaterialien. Das Portal richtet sich an Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern. Alle Interessierten sollen hier schnell und einfach Inhalte, Methoden und Tools zum Lehren und Lernen finden. Dazu sammelt und sortiert die Webseite freie Online-Bildungsmaterialien und macht sie über eine Suchmaschine auffindbar. WirLernenOnline entsteht durch die Beteiligung von vielen und ruft ausdrücklich zur aktiven Beteiligung auf.

OERhörnchen

Lehr- und Lernmaterialien unter freier Lizenz (Open Educational Resources) im deutschsprachigen Raum zu finden ist etwas tricky. Das World Wide Web gleicht dem hektischen Großstadtschungel, durch den sich auch manche Eichhörnchen bewegen müssen auf der Suche nach Futter. Das OERhörnchen soll die Suche nach Inhalten unter freier Lizenz als kleines Werkzeug vereinfachen. Das OERhörnchen nutzt hierfür die Maschinenlesbarkeit von Creative Commons Lizenzen.

Elixier

Eine wichtige Rolle in Sachen Informationen und Materialien für Schulen bilden der Deutsche Bildungsserver und die Landesbildungsserver. Viele dieser Länderangebote bieten Verweise auf Materialien, häufig auch schon mit Auswahlmöglichkeiten für freie Lizenzen. Elixier ist eine Meta-Suchmaschine, die die Inhalte des Deutschen Bildungsservers, der meisten Landesbildungsserver und weitere Angebote durchsucht und auch die Auswahl nach Lizenzen ermöglicht.

SESAM Mediathek

Die SESAM Mediathek des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg bietet OER-Materialien an, die sowohl für Lehrkräfte als auch für Schülerinnen und Schüler ohne vorherige Anmeldung heruntergeladen, verändert und weiterverbreitet werden können. Im Moment stehen knapp 10.000 Materialien zur Verfügung.
Die Inhalte können über weitere Suchfilter wie Zielgruppe, Medienart usw. eingegrenzt werden. Alle Medien werden vor der Veröffentlichung auf Lizenzangaben, Aktualität und Qualitätskriterien überprüft.
Das LMZ bietet auch die Möglichkeit, eigene OER-Materialien auf dem Portal zu veröffentlichen.

CC-your-EDU
Dieses Blog ist keine klassische Datenbank für freie Bildungsmaterialien. Vielmehr gilt sie als ein herausragendes und umfassendes Beispiel für das gewinnbringende Engagement im Bereich Bildungsmaterial unter freien bzw. offenen Lizenzen einer Einzelperson. Die Seite listet zahlreiche Suchmaschinen, Materialquellen, Infolinks und Tipps zum Einstieg in das Thema auf. Die Inhalte des Blogs stehen unter einer CC BY 3.0-Lizenz.

edutags.de
Edutags sind ein Social-Bookmarking-System für Lehrkräfte, das vom Deutschen Bildungsserver angeboten wird. Die Lehrenden können u.a. freie Materialien sammeln, verwalten, bewerten, kommentieren und sich darüber mit anderen angemeldeten Nutzerinnen und Nutzern austauschen. Über die Suchfunktion kann Fremdmaterial von OER-Seiten gefunden werden.

lehrer-online.de
Diese Plattform stellt u.a. Unterrichtsmaterial in Form von Arbeitsblättern und kompletten Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Themen zur Verfügung. Einige dieser Materialien stehen unter CC-Lizenzen. Dabei ist der jeweilige Lizenzhinweis bei Abruf des Materials in einer Box rechts zu beachten.

Gutenberg-Projekt
Hier werden mehr als 36.000 freie E-Books zum Herunterladen angeboten, deren Copyright ausgelaufen ist und die somit als gemeinfrei gelten. Von Aristoteles über Brontë und Shakespare bis hin zu Zola sind einige bedeutsame Autorinnen und Autoren in deutscher – und noch viel mehr in englischer – Sprache zu finden.

WikiBooks
Wikimedia stellt mit WikiBooks eine Online-Bibliothek offener Lehr-, Sach- und Fachbücher zur Verfügung. Die Suche kann nach Begriffen oder nach vorgegebenen Themen erfolgen. Jede/r kann mitmachen. Die Inhalte stehen unter einer CC BY-SA 3.0-Lizenz.

Wikiversity
Ein weiteres Projekt der Wikimedia-Foundation, das dem gemeinschaftlichen Erstellen von freien Bildungsmaterialien dient. Wikiversity bietet u.a. Online-Lehrveranstaltungen an und stellt Projekte an Schulen und in weiteren Bildungsbereichen vor, die Wikiversity nutzen. Zudem gibt es freies Unterrichtsmaterial unter einer CC BY-SA 3.0-Lizenz.

Erklärfilm-Reihe „WissensWerte“
Erklärfilme sind ein im Internet sehr beliebtes Format, um komplexe Sachverhalte einfach darzustellen. Das Unternehmen Edeos erstellt solche Filme und begleitende Materialien für Nichtregierungs-Organisationen und staatliche Institutionen. Im Mai 2015 wurden 44 Videos der Reihe „Wissenswerte“, häufig mit Skripten und teilweise mit begleitendem Unterrichtsmaterial, zum Download und unter Creative Commons bereitgestellt.

ZUM
Die ZUM oder Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet ist ein fächerübergreifendes Portal, das sowohl selbst umfassende Materialien bereitstellt als auch Verlinkungen zu weiteren Materialien anbietet. Dabei stehen urheberrechtlich geschützte Inhalte, aber auch Inhalte unter freien Lizenzen zur Verfügung. Die Angaben der jeweiligen Autorinnen und Autoren sind zu beachten. Das ZUM-Wiki stellt ebenfalls umfassende und fächerspezifische Informationen, Übungen etc. zur Verfügung, die unter einer CC BY-SA 3.0 DE-Lizenz stehen.

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Historisch-politische Bildung

tafeldigital.de
Dieses Online-Portal stellt zwei multimediale Unterrichtseinheiten für Interaktive Whiteboards zu den Themen „Stasi“ und „Sport in der DDR“ bereit. Beide stehen unter der CC BY-NC-ND 3.0-Lizenz.

SeGu – Selbstgesteuert entwickelter Geschichtsunterricht
Die Lernplattform ist ein Projekt am Historischen Institut der Universität zu Köln. Sie bündelt unterschiedliches, selbst erstelltes Material (Videos, Texte, Arbeitsblätter, etc.) für den Geschichtsunterricht, untergliedert in verschiedene Epochen. Die Inhalte stehen dabei unter der CC BY-SA 3.0-Lizenz.

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Medienbildung

Medien in die Schule
Auf www.medien-in-die-schule.de finden Lehrkräfte ganze Unterrichtspakete mit Materialien zur Bearbeitung von Medienthemen im Unterricht. Themen sind zum Beispiel: „Realität und Fiktion in den Medien“, „Nachrichtensendungen“, „Werkzeugkasten kollaboratives Lernen im Internet“ oder „Jugend und Handy“. Alle Materialien stehen unter einer freien Lizenz. Hinter den Inhalten stehen die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) und Google.

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Mathematik

serlo.org
Hier ist Lernmaterial für Schülerinnen und Schüler unter einer CC BY-SA 4.0-Lizenz zu finden. Das Material ist thematisch geordnet. Es gibt ein gesondertes Modul „Abschlussprüfungen“, das z.B. auf die Mittlere Reife oder das Abitur vorbereitet. Die Community diskutiert Fragen und Lösungswege.

Mathematik für Jung und Alt
Unter einer CC BY-SA 3.0-Lizenz stellt eine Einzelperson eigens entwickelte Arbeitsblätter und Lernspiele für den Mathematikunterricht zur Verfügung. Die meisten Materialien dienen dem Einsatz in der Grundschule.

3D Geometrie
Ein Mathematik- und ICT-Lehrer aus der Schweiz macht unter der CC BY-NC-SA 2.5 CH-Lizenz Anleitungen verfügbar, die helfen sollen, dreidimensionale geometrische Formen anzufertigen. Daneben gibt es Informationen zu freier Software und Aufgabenstellungen.

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Naturwissenschaften

Medienportal für den MINT-Unterricht der Siemens-Stiftung
Im Medienportal finden Lehrerinnen und Lehrer mehr als 3.500 offene Bildungsmedien für einen abwechslungsreichen und spannenden MINT-Unterricht. Fast alle Unterrichtsmaterialien stehen unter der offenen Lizenz CC BY-SA 4.0. Das heißt, sie können unter Nennung des Urhebers für den Unterricht eingesetzt, verändert, kombiniert und unter den gleichen Lizenzbedingungen wieder veröffentlicht werden.
Schülerinnen und Schülern bieten wir interaktive Lern- und Wissensmedien im eigenen Schülerbereich an. Dort können sie Experimente, Rätsel, Tests, Lernspiele und Erklär-Videos zum Lernen oder für Referate verwenden.

ChiLe – Chemie interaktiv lernen
Diese Plattform widmet sich ausschließlich und intensiv dem interaktiven Chemieunterricht. Unter der CC BY 3.0-Lizenz gibt es Animationen, dreidimensionale Molekülmodelle, Aufgaben und komplette Lerneinheiten. Dahinter steckt die Abteilung für Chemie der Universität Hildesheim.

Offene Naturführer
Eine Sammlung offener Materialien wie z.B.: Bestimmungshilfen, Lehr- und Lernmaterialien zur Artenvielfalt unter der CC BY-SA 3.0-Lizenz. Es stehen zahlreiche Definitionen, Bilder, Aufgabenstellungen und thematische Diskussionsforen zur Verfügung. Die Plattform wird von Einzelpersonen, Vereinen und Projekten getragen.

PSE in Bildern
Die chemischen Elemente im Periodensystem hängen doch schon in jedem Klassenzimmer? Stimmt, aber mancher braucht sie auch zu Hause oder bevorzugt ein paar plastische Bilder statt kryptischer Abkürzungen. Das geht mit dem PSE in Bildern, das unter der CC BY 3.0-Lizenz steht. Hier sind zu beinahe allen Elementen Kurzbeschreibungen und Fotos frei verfügbar.

Schulbuch-O-Mat
Dieses Projekt möchte mit seiner Online-Community offene, digitale Schulbücher gestalten. 2013 starteten sie mit dem Schul-E-Book Biologie 1, das sich an den Rahmenlehrplänen von Berlin/Brandenburg orientiert. Beinahe alle Texte sind unter einer CC BY-NC-SA-Lizenz verfügbar, während die Abbildungen unter einer CC BY-SA-Lizenz stehen.

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Religion und Musik

MusOpen
Eine Plattform, die den freien Zugang zu Musik erweitern möchte und daher gemeinfreie Musik bzw. Musik unter freien Lizenzen anbietet. Titel können nach Komponisten, Instrumenten, Epochen, etc. durchsucht werden. Die genaue Lizenz ist nach Wahl eines Titels/Künstlers in der rechten Spalte der Webseite angegeben. MusOpen arbeitet momentan an spezifischen Materialien für den Musikunterricht.

rpi-virtuell.net
Diese überkonfessionelle religionspädagogische Plattform stellt u.a. offenes Unterrichtsmaterial, geordnet nach thematischen Schlagwörtern, zur Verfügung. Verantwortlich ist das Comenius-Institut München. Nicht alle Materialien stehen unter einer CC-Lizenz. Beim Abruf des jeweiligen Materials ist auf den Lizenzhinweis am Ende zu achten. Eigenes Material kann hochgeladen werden.

rpp-katholisch.de
Das religionspädagogische Portal des Verbandes der Diözesen Deutschlands bietet seit 2005 Materialien der katholischen Kirche für den Religionsunterricht, Erwachsenenbildung und andere Bildungsbereiche an. Ein Online-Unterrichtswerk erschließt die Materialien aus der Perspektive der geltenden Lehrpläne gezielt für den Religionsunterricht. Für die Nutzung ist eine einmalige kostenlose Anmeldung nötig. Alle neuen Materialien werden unter einer CC-Lizenz veröffentlicht, bei einigen älteren Datensätze verhält es sich anders. Beim Abruf des jeweiligen Materials ist daher auf den Lizenzhinweis zu achten.

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Beispiele für Mediendatenbanken

CCMixter
Dies ist eine Plattform, auf der über 40.000 Musikerinnen und Musiker aus aller Welt ihre Remixe und Samples zur Verfügung stellen. Diese stehen unter einer CC BY-NC 3.0 US-Lizenz. Es stehen ebenfalls einige Podcasts und Fotos zur Verfügung.

Flickr
Hinter flickr.com verbirgt sich eine Fotocommunity, in der zahlreiche Fotos aus aller Welt bereitgestellt werden. Es findet sich sowohl urheberrechtlich geschütztes Material als auch solches, das unter einer CC-Lizenz steht. Über die „Erweiterte Suche“ kann das Archiv gezielt nach Inhalten unter bestimmten CC-Lizenzen durchsucht werden.

Vimeo
Auf der Videoplattform steht themenübergreifendes Videomaterial zur Verfügung, das über die erweiterte Suche gezielt gefunden werden kann. Zudem bietet eine Creative Commons-Unterseite Informationen zu den CC-Lizenzen – mit Verweis auf die unter dieser Lizenz jeweils zur Verfügung stehenden Videos.

Wikimedia Commons
Eine Sammlung von Mediendateien – hauptsächlich Fotografien, Videos, Musik und gesprochenem Text – der Wikimedia Foundation. Die Dateien sind thematisch geordnet und müssen gemeinfrei oder unter einer freien Lizenz (Übersicht) zur Verfügung gestellt werden. Die meisten Inhalte gibt es in englischer, einige auch in deutscher Sprache.

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Beispiele für Suchmaschinen

CC-Suche bei Google
Der meistgenutzte Suchmaschinenanbieter lässt mittlerweile unter seiner „Erweiterten Suche“ das Finden von frei lizenziertem Material zu. Über den letzten Punkt der „Erweiterten Suche“ können die Nutzerinnen und Nutzer die Ergebnisse nach Nutzungsrechten filtern lassen. Die Trefferseite zeigt dann Inhalte unter der ausgewählten Lizenz an. Achtung: Trotzdem sollten die Lizenzen der einzelnen verlinkten Inhalte noch einmal geprüft werden – manchmal mischen sich Inhalte in die Ergebnislisten, die nicht unter der gewünschten Lizenz stehen.

Creative Commons-Suche
Creative Commons bietet einen gebündelten Zugriff auf Suchmaschinen an, die Inhalte nach Lizenz filtern können, bzw. auf Portalen, die Inhalte unter einer freien Lizenz zur Verfügung stellen. Die CC-Suche bietet ein gezieltes Finden freier Inhalte über ausgewählte Suchmaschinen und Medienportale an. Auch hier empfiehlt sich ein letzter Lizenzcheck des gefundenen Inhalts.

Elixier
Seit 2007 kann über das Portal Elixier des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (dipf) freies Bildungsmaterial gefunden werden. Die Metasuchmaschine möchte das offene Material der Deutschen Bildungsserver auffindbar machen. Das Angebot umfasst ca. 50.000 geprüfte Inhalte. In der „Erweiterten Suche“ kann die Lizenz, unter der das Material stehen soll, angegeben werden.

lern:line NRW
lern:line NRW steht auf dem Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verfügung und ist zugleich Katalog und Suchmaschine, die eine Filterfunktion nach CC-Lizenzen besitzt.

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Beispiele internationaler Angebote

MIT OpenCourseWare (OCW)
OpenCourseWare ist ein Überbegriff für frei verfügbare Lehr- und Lernmaterialien im Internet, die i.d.R. von Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. Das MIT hat hierzu eine der bekanntesten und meistbesuchten Plattformen erschaffen, die Ende 2002 online ging. Die Seite steht unter einer CC BY-NC-SA 3.0 US-Lizenz, die Kurse und Materialien in der Regel auch. Das Angebot richtet sich nicht nur an Studierende und umfasst von Technik über Zeitgeschichte bis hin zu Gesellschaft viele Themen.

Open Education in Europe
Die Europäische Kommission hat sich mit dieser Plattform dem Thema OER angenommen. Neben allgemeinen Informationen dazu lassen sich auch konkrete Materialien in unterschiedlichen Sprachen finden. Auch hier sollte noch einmal das gefundene Material auf seine Lizenz geprüft werden.

Peer-2-Peer-University (P2PU)
Die P2PU bietet freie Online-Kurse, Webinare, MOOCs (Massive Open Online Courses) und Diskussionsforen zu unterschiedlichen Themen an. Die Seite steht unter CC BY-SA 3.0 Unported-Lizenz. Zu ihren Angeboten zählen auch die School of Education (spezialisiert auf freie Inhalte für die schulische Bildung) und die School of Open (bietet Kurse und Workshops zum Thema Open Access und Openness im digitalen Zeitalter an).

Im unteren Teil dieser Seite finden Sie eine große Auswahl an weiteren Praxisbeispielen, Videos, Handlungsanleitungen und Leitfäden, Literatur, Informationen zu Netzwerken und Stakeholdern, Materialien und vieles mehr, das Ihnen den Zugang zum Thema OER in der Schule erleichtern soll. Die Angebote sind über die jeweiligen Buttons erschlossen und werden stetig erweitert und aktualisiert!

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Die Linkliste steht unter der CC BY NC SA 3.0-Lizenz. Link zur Ursprungsdatei: Bundeszentrale für politische Bildung, kommentierte Linkliste aus dem Spezial „OER – Material für alle“. Text bearbeitet von Christina König für OERinfo.

OER finden

Für Open Educational Resources gibt es kein zentrales Repositorium, an dem alle Materialien mit einem Klick zu finden sind, auch wenn es vereinzelt Versuche gibt, solche Plattformen aufzubauen. Das würde auch der Vielfalt und Dezentralität der OER-Welt nicht gerecht werden. Allerdings sind OER in den meisten Fällen digitale Ressourcen, die im Netz auffindbar sind. Wenn sie mit entsprechenden Metadaten versehen sind, kann man auch gezielt nach Ihnen suchen. Im Folgenden erhalten Sie einige Tipps zur Recherche sowie Hinweise auf gängige Plattformen, auf denen Sie freie Materialien finden, die Sie bedenkenlos in der Lehre einsetzen können. Hierbei sei auch auf die Dossierbeiträge aus den anderen Bildungsbereichen verwiesen, die durchaus auch für die Hochschullehre sinnvoll sein könnten.

Recherche im Internet: Wie die Nadel im Heuhaufen?

Die Suche nach brauchbaren Materialien im Internet kann Desorientierung und Frust hervorrufen, so groß ist die Fülle an Materialien, so ungeordnet wirkt die Masse an Informationen auf den ersten Blick. Um den Vorteil der großen Vielfalt an Materialien nutzen zu können, ist daher ein planvolles Vorgehen zu empfehlen. Für den Hochschulkontext bietet sich bspw. ein Vorgehen in drei Schritten an:

  1. Bedarfsanalyse und Festlegen von Suchkriterien
  2. OER suchen (in Referatorien oder Repositorien)
  3. OER beurteilen und auswählen

Diese Schritte werden im Folgenden näher erläutert.

1. Bedarfsanalyse und Festlegen von Suchkriterien

Bevor Sie nach OER suchen, sollten Sie Ihren konkreten Bedarf für die Nutzung von OER erfassen. Die Analyse Ihres eigenen Materials lässt Sie gut erkennen, welche Ihrer Ressourcen Verbesserungs- bzw. Veränderungspotenzial aufweisen und durch OER sinnvoll ergänzt werden könnten.

Dieser Schritt ist meist Ausgangspunkt bzw. Anlass für die Suche nach OER und mag daher selbstverständlich erscheinen. Aufgrund der Menge und Heterogenität von OER ist es jedoch sehr zu empfehlen, die Bedarfsanalyse systematisch in das Vorgehen einzubeziehen und Suchkriterien festzulegen, die dem eigenen Bedarf entsprechen. Für die Erläuterung der Kriterien können Sie die einzelnen Felder der Tabelle ausklappen:

2. OER suchen

Technisch betrachtet gibt es zwei Arten von Plattformen, auf denen Bildungsmaterialien gesucht und gefunden werden können: Repositorien (Repositories) bezeichnen Datenbanken, auf denen Ressourcen abgelegt sind. Ein Beispiel dafür wäre ein Publikationsserver einer Bibliothek. Darüber hinaus gibt es sogenannte Referatorien (Referatories), die Metadaten und Links enthalten und somit auf die Materialien verweisen. Das Auffinden expliziter OER-Materialien wird dadurch ermöglicht, dass die CC-Lizenzen maschinenlesbar sind, nähere Informationen dazu finden Sie hier. Aus der Perspektive des Suchenden ist es zunächst unerheblich, ob man das Material direkt auf dem Server oder über ein Referatorium findet.

Für das zielgerichtete Suchen nach OER ist es in jedem Fall wichtig, die möglichen Filterfunktionen der jeweiligen Plattform zu kennen und einzusetzen. Denn die Suchergebnisse auf vielen Plattformen können – sofern nicht ohnehin ausschließlich freie Bildungsmaterialien auf den Plattformen zur Verfügung stehen – u.a. entsprechend der Lizenzen/Nutzungsrechte eingegrenzt werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Sie sollten sich nicht allein auf die entsprechenden Suchergebnisse verlassen, sondern die direkt beim Material angegebene Lizenz prüfen. Im Folgenden sind beispielhaft einige Plattformen aufgelistet, auf denen Sie offene Materialien finden können. Zunächst stellen wir einige Seiten zur allgemeinen Materialsuche vor, beginnend mit der mit Abstand meistgenutzten Suchmaschine Google:

Google Suche

Google ermöglicht in der Bildersuche das gezielte Filtern nach Lizenzen. Unter Tools und Nutzungsrechte kann man die angezeigten Ergebnisse auf entsprechend CC-lizenzierte Materialien beschränken:

Screenshot der Google Bildersuche

OERhörnchen

Das OERhörnchen nutzt die Maschinenlesbarkeit der CC-Lizenzen, um gezielt nach OER zu suchen. Das auf Open Source Software basierende Tool ermöglicht das Durchsuchen mehrerer OER-Portale gleichzeitig. Mithilfe des offenen Codes können versierte Programmierer auch weitere Portale in die Suche mit einbinden.

Screenshot des OERhoernchens

CC-Search

Ein weiteres Beispiel für eine solche Meta-Suchmaschine ist das von der Creative Commons Organisation selbst angebotene Tool CC-Search. Hier können ebenfalls bestimmte OER-Portale gezielt und synchron nach Nutzungsmöglichkeiten und Suchbegriffen durchsucht werden.

Edutags

Edutags ist ein Verweissystem, das auf der Methode des Social Bookmarking basiert. Das bedeutet, dass die User selbst Ressourcen verlinken und diese mit Schlagwörtern (=Tags) versehen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur Bewertung und zum Kommentieren der Ressourcen. Edutags ermöglicht außerdem das Anlegen von Sammlungen, was das Wiederauffinden von Materialien erleichtert. Nicht alle Materialien auf edutags sind CC-lizenziert, aber auch hier gibt es die Möglichkeit zu filtern.

Screenshot von edutags.de

Hochschulsammlungen

Wie eingangs erwähnt gibt es im deutschsprachigen Bereich keine zentrale Anlaufstelle, auf der man OER findet. Im internationalen Kontext lohnt sich ein Blick auf das Open Education Consortium, das die Suche nach Kursen und Kursmaterialien von hunderten Hochschulen weltweit ermöglicht.

Beispiele für Sammlungen von OER in Deutschland sind u.a. die Hamburg Open Online University (HOOU), ein Verbundprojekt aller Hochschulen im Land Hamburg, die Plattform OpenRUB von der Ruhr Universität Bochum, das zentrale OER-Repositorium des Landes Baden-Württemberg (ZOERR) und die MOOC-Plattform Mooin, die von der Firma Oncampus betrieben wird.

Bibliotheken

Auch für Bibliotheken sind OER ein Thema, gleichzeitig können Bibliotheken mit ihrem Know-How im Bereich Metadaten einen wertvollen Beitrag zum Ausbau einer OER-Infrastruktur leisten. Ganz praktisch schon jetzt möglich sind Filtermöglichkeiten nach OER-Lizenzen. Bei der erweiterten Materialsuche der Digitalen Bibliothek Thüringen besteht bspw. die Möglichkeit, nach Nutzungsrechten zu filtern.

3. OER beurteilen und auswählen

Wenn Sie die gerade beschriebenen Möglichkeiten der OER-Recherche erfolgreich durchlaufen haben und eine Auswahl an geeigneten Materialien für Ihre geplante Lehrveranstaltung vorliegen haben, empfiehlt es sich, die Materialien noch einmal anhand der eingangs festgelegten Kriterien zu prüfen. Wichtig ist hier vor allem die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Quelle, um das Material wirklich ohne rechtliche Bedenken nutzen zu können. Hierbei können Sie zwar nie hundertprozentige Sicherheit erwarten, aber ähnlich wie bei der Suche nach guten wissenschaftlichen Quellen eine gute Auswahl treffen. Hinweise auf glaubwürdige Quellen können bspw. die Mitwirkung einer renommierten Organisation, saubere Zitation, Quellen- und Lizenzhinweise sowie ein ansprechendes, didaktisch sinnvolles Layout sein.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: David Eckhoff, Universität Duisburg-Essen für OERinfo – Informationsstelle OER.

OER in die Praxis integrieren

Zwei zentrale Grundgedanken des Konzepts der offenen Bildungsmaterialien sind Austausch und Zusammenarbeit. Eine Gemeinschaft von Praktikern ist deshalb der ideale Ort um das Potenzial von OER voll zu entfalten. Das Modell der Communities of Practice bietet dabei eine nützliche Orientierung für Lehrende oder Institutionen für den Aufbau einer OER-Praxisgemeinschaft bzw. die Integration von OER in eine bestehende Community. Eine Anleitung in sechs Schritten.

Was ist eine Community of Practice?

Austausch und Zusammenarbeit können sowohl als Bedingung, als auch als Ergebnis der Einführung von OER betrachtet werden- auf den ersten Blick ein Henne-Ei-Problem. Jedoch brauchen Austausch und Zusammenarbeit immer einen Beitrag von mehreren Menschen. Idealerweise ist dies eine Gemeinschaft von Menschen, die in ähnlicher Weise praktisch tätig sind. Daraus ergibt sich die Chance, die Erstellung und den Austausch von offenen Bildungsmaterialien in die Routine des Praxisfeldes zu etablieren. Das vor allem in der Organisationsentwicklung und im Bereich der beruflichen Weiterbildung vielbeachtete Modell der „Communities of Practice“ (CoP) (Wenger 1998) geht davon aus, dass durch eine gemeinsame Praxis eine Gemeinschaft entstehen kann, die sich durch ein gemeinsames Interesse, aufeinander bezogenes zwischenmenschliches Handeln und ein gemeinsames Repertoire (zum Beispiel an Überzeugungen, Konzepten und Routinen) auszeichnet. CoP haben einen selbstorganisierenden Charakter und können sich sowohl online als auch offline bilden – auch Hybride sind denkbar. Dadurch ist es jedoch schwierig, ein allgemeingültiges Regelwerk für die erfolgreiche Etablierung einer CoP zu geben.

OER-Integration Schritt für Schritt

Grundsätzlich sind für den Aufbau einer CoP Maßnahmen geeignet, welche die oben genannten Dimensionen in ihrem Wachstum zu fördern, z.B. durch:

  • Etablierung von Workflows und Ritualen (z.B. für das Lizensieren von OER oder kollegiale Feedback-Routinen)
  • Schaffen von öffentlichen und geschützten Räumen für den wechselseitigen Austausch und Zusammenarbeit
  • Etablierung von verschiedenen Möglichkeiten der Teilhabe.

Um offene Bildungsressourcen als Standard in einer Institution bzw. einer Gemeinschaft von Lehrenden zu etablieren, sollten OER Schritt für Schritt eingeführt werden. Um den Prozess erfolgreich zum Abschluss zu bringen, empfiehlt es sich, dabei folgende Punkte zu beachten:

  • Relevante Personen und Ebenen sollten so früh wie möglich und sinnvoll in den Prozess eingebunden werden.
  • Die gesammelten Erfahrungen und erarbeiteten Ergebnissen sollten kommuniziert bzw. als OER veröffentlicht werden.
  • Nutzen Sie das Potenzial von OER als Alleinstellungsmerkmal und Reputationswerkzeug, indem Sie frühzeitig damit beginnen Ihre Bemühungen nach außen zu kommunizieren.

Die nachfolgend beschriebenen Schritte sind als grobe Orientierung zu verstehen. Sie müssen selbstverständlich auf die eigenen bzw. institutionellen Voraussetzungen und Bedürfnisse angepasst umgesetzt werden.

1. Machen Sie auf das Thema OER aufmerksam

Sprechen Sie das Thema zum Beispiel auf einer Mitarbeiterversammlung an oder thematisieren Sie das Konzept bei passender Gelegenheit im informellen Gespräch mit Kollegen und Kolleginnen. Diskutieren Sie die Chancen und Herausforderungen des Themas für die Institution und/oder Sie als Lehrende.

2. Finden Sie Gleichgesinnte

Nehmen Sie Kontakt zu anderen Lehrenden in ihrer Einrichtung oder in ihrem Arbeitsfeld auf, die ein Interesse am Thema OER haben. Tauschen Sie ihre jeweiligen Erfahrungen zur Nutzung und Erstellung von OER aus – formell wie informell.

3. Starten Sie ein kleines OER-Experiment

Schon Erich Kästner wusste: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. Ob Sie nun schon OER aktiv gestaltet haben oder nicht, tun Sie sich mit interessierten Kollegen und Kolleginnen zusammen und wagen Sie gemeinsam das Experiment, eine OER zu erstellen. Im Verlauf ergeben sich natürlich Fragen, es müssen Schnittmengen und Kompromisse gefunden sowie Entscheidungen getroffen werden. Dies sind allesamt Prozesse, welche wechselseitige Verbindlichkeit stärken. Außerdem bietet sich dabei die Gelegenheit etwas dazu zu lernen – trotz oder gerade wegen der Tatsache, dass die Kolleginnen und Kollegen Kurse zu anderen Themen geben. Das Erstellen und Veröffentlichen von OER muss sich dabei nicht auf die Ebene der Kursleitenden beschränken. Die gemeinsame Erarbeitung mit Kursteilnehmer*innen kann genauso erkenntnisreich sein.

4. Vom OER-Experiment zum OER-Projekt

Die logische Evolution des Experiments ist ein OER-Projekt, das Sie und Ihre Mitstreiter wie Mitstreiterinnen gemeinsam gestalten. Ein kleines Projekt könnte zum Beispiel das gemeinsame Erarbeiten und Durchführen eines Kurses oder einer Fortbildungsreihe zu einem Thema sein.
Zeitlich begrenzte Projekte haben mehrere Vorteile. Sie sind im Ressourcenbedarf besser abschätzbar und in der Regel besser zu finanzieren. Mit einer entsprechenden Zahl an Beteiligten hält sich der Aufwand für den/die Einzelnen im überschaubaren Rahmen. Trotzdem ist ein Projekt in der Regel umfangreich genug, dass es der Einrichtung von Workflows und Routinen erfordert und so die Entstehung von Ritualen fördert. Dem kollaborativen OER-Gedanken folgend sollte dabei Möglichkeiten und (physischen, zeitlichen, digitalen…) Räumen für Zusammenarbeit, Austausch und Feedback einen großer Stellenwert zugewiesen werden. Je nachdem wie das Projekt konzipiert ist, lassen sich später einige oder sogar alle davon auf die gesamte Abteilung oder die Einrichtung als Ganzes übertragen. Ein nützliches Werkzeug für die Planung eines Projekts ist der OER-Canvas für Projekte. Ein Beispiel wie ein kleines Projekt entstehen und gelingen kann finden Sie im nachfolgenden Video:

Dieses Video „Kleine OER-Projekte erfolgreich“ realisieren: warum und wie?“ steht unter der Lizenz CC BY 4.0. Als Urheber sollen genannt werden: Agentur J&K – Jöran und Konsorten für OERinfo gemeinsam mit Nele Hirsch. Die gezeigten Folien von Nele Hirsch stehen unter der Lizenz: CC BY 4.0.

5. Entwickeln Sie eine OER-Strategie

Entwickeln Sie auf der Grundlage Ihrer gemeinsamen Erfahrungen aus den Schritten 3. und 4. eine Strategie, um die Nutzung, Gestaltung und Veröffentlichung von OER zum Bestandteil ihrer Praxis bzw. der institutionellen Praxis zu machen. Die Strategie umfasst sinnvollerweise auch Festlegungen um langfristig die Qualität und die Finanzierung zu sichern. Einen geeigneten Rahmen für die Erarbeitung kann zum Beispiel eine kollegiale Beratung (für eine individuelle Strategie) oder eine Zukunftswerkstatt (für eine institutionelle Strategie) sein. In die Werkstatt sollten alle Beteiligten bzw. Betroffenen einbezogen werden. Spätestens an diesem Punkt zahlt es sich aus, wenn Sie Ihre Aktivitäten frühzeitig innerhalb der Einrichtung kommuniziert haben. Die erfolgreiche Einführung von OER ist in Institutionen zumeist als gemischter Prozess (Bottom-Up, Top-Down, Peer-to-Peer) zu verstehen. Eine Zwangsverordnung ist der Akzeptanz von Maßnahmen gegenüber abträglich und widerspricht außerdem dem Gedanken der Offenheit der OER-Praxis. Das Werben um Beteiligung sowie deren systematische Sichtbarmachung und Würdigung in Verbindung mit dem zur Verfügung stellen von Ressourcen erweist sich mittel- und langfristig oft als nachhaltiger.

6. Integrieren Sie OER-Prinzipien in das institutionelle Selbstverständnis

Viele Bildungseinrichtungen und -dienstleister verfügen bereits über ein Selbstbild respektive eine Corporate Identity (CI). Die CI bietet Orientierung für Kunden ebenso wie für (zukünftige) Mitarbeitende, und ist ein zentrales Werkzeug für die Imagepflege. Die Erstellung und Annahme einer OER-Strategie bietet die Gelegenheit, OER-Prinzipien, wo möglich und sinnvoll, in das eigene Selbstverständnis zu integrieren. Dies erhöht die Chance, dass sie nicht nur Worthülsen auf geduldigem Papier bleiben. Ein Beispiel für eine gelungene Integration von OER-Prinzipien in das Selbstverständnis findet sich beispielsweise bei der Agentur für Medienbildung.

Quellen und weiterführende Lektüre:
Arnold, P.: Open Educational Resources und Communities of Practice. Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der gemeinschaftlichen Entwicklung freier Bildungsressourcen. In: Bergamin, P.; Muralt Müller, H.; Filk, C. (Hrsg.)(2009): Offene Bildungsinhalte (OER). Teilen von Wissen oder Gratisbildungskultur? 1. Aufl. Bern: hep Bildungsverlag
Wenger, E. (1998): Communities of Practice. Learning, Meaning, and Identity. Cambridge: Cambridge University Press.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.