OER einführen

Offene Bildungsmaterialien reihen sich ein in die Bewegungen des Open Source und Open Access und stehen in direktem Zusammenhang mit dem übergeordneten Begriff der Open Education. Geboren wurde der Begriff OER bereits 2002, als das Massachusetts Institute of Technology damit begann, Lehr- und Lerninhalte unter einer freien Lizenz der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Neben den politischen Akteuren, die den Begriff der OER auf internationaler Ebene in den Gremien der UNESCO geprägt haben, wurde das Feld weitgehend von der William and Flora Hewlett Foundation geprägt. Ein weiterer wichtiger Akteur auf dem Gebiet von OER in der Berufsbildung ist das Commonwealth of Learning (vgl. SCHUWERT&JANSEN, 2017, S. 1)

Aber wofür steht der Begriff Open Education eigentlich? Laut der Definition des Joint Research Centers (JRC), der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission versteht man darunter:

Eine Art und Weise Bildung, oftmals unter Einbezug digitaler Technologien, durchzuführenden. Ziel ist es, den Zugang und die Partizipation für alle zu erweitern, indem Barrieren abgebaut und das Lernen für alle zugänglich, breit verfügbar und anpassbar gemacht wird. Es bietet vielfältige Möglichkeiten des Lehrens und Lernens, des Wissensaufbaus und Teilens von Wissen. Darüber hinaus bietet es eine Vielzahl an Zugängen zu formaler und non-formaler Bildung und verbindet diese. (ÜdA., INAMORATO DOS SANTOS, PUNIE & CASTAÑO-MUÑOZ, 2017, S. 15)

Europäische Open Education-Policies im Überblick

In einer Studie, die die Bemühungen aller 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union hinsichtlich einer Öffnung ihrer Bildungssysteme untersucht, ziehen INAMORATO et. al. (2016) zehn Dimensionen von Open Education heran. Als sechs Kerndimensionen werden Zugang, Material, Pädagogik, Anerkennung, Zusammenarbeit und Forschung genannt. Sowie die weiteren vier Querschnitt-Dimensionen Strategie, Technologie, Qualität und Leitung. Die Studie unterstützt die Mitteilung der EU-Kommission „Die Bildung öffnen: Innovatives Lehren und Lernen für alle mithilfe neuer Technologien und frei zugänglicher Lehr- und Lernmaterialien“.

Maßnahmen, Bildung zu öffnen, werden hier des Weiteren in vier Policy-Typologien eingeteilt:

  1. Policies, die insbesondere darauf abzielen Bildung durch die Förderung von OER und Open Educational Practices (OEP) zu öffnen;
  2. Policies, die sich auf IKT zu Lernzwecken mit gewissen Bestandteilen von Open Education beziehen;
  3. umfassende strategische Policies mit gewissen Bestandteilen von Open Education und
  4. Policies, die als nationale offene Regierungspläne mit gewissen Bestandteilen von Open Education aufgestellt wurden. (ebd., S. 11)

Die Untersuchungen zeigen, dass die Mitgliedstaaten sich dem Thema Open Education bewusst sind, und nahezu alle dieses auf die ein oder andere Weise in Initiativen oder Aktionsplänen adressieren, auch wenn dieses Ziel nicht in allen Fällen ausdrücklich genannt wird. (ebd., 2017, S. 5)

Vier der 28 Mitgliedstaaten: Frankreich, Deutschland, Slovenien (Gastgeber des 2. UNESCO-Weltkongresses zu OER in Ljubliana, Slovenien in 2017) sowie Schottland führten zum Zeitpunkt der Erhebung mindestens eine spezifische Open Education-Policy durch. England konnte bereits auf eine solche Maßnahme zurückblicken. Außer im Falle Sloveniens, deren Opening Up Slovenia-Strategie einen Bottom-up-Ansatz zur Entwicklung und Umsetzung von Strategien verfolgt, der alle Bildungsbereiche in den Blick nimmt, adressiert die Mehrheit dieser Strategien/Initiativen die Hochschulbildung. Im Falle Deutschlands die Schul- und Hochschulbildung.

Buttom-up und Top-down – Initiativen und Richtlinie in Deutschland

Deutschland beteiligte sich erst relativ spät an der Diskussion um die Potenziale und Herausforderungen um OER und die damit in Verbindung stehenden Handlungsfelder. Der erste UNESCO-Weltkongress zu offenen Bildungsmaterialien 2012 und die dort verfasste Pariser Erklärung war jedoch auch für Deutschland der Startschuss zur Beteiligung an einer weiteren Entwicklung der OER-Bewegung. Die Pariser Erklärung bot Empfehlungen zur Förderung der Bekanntheit und Nutzung von OER durch gezielte Strategien und Forschungsprojekte. Auf diesem ersten Weltkongress zu OER wurde auch die Idee zur OER-World-Map geboren. OER wird in Deutschland sowohl Bottom-up als auch Top-down entwickelt. So unterstützen die OERcamps, Konferenzen und Festivals, die seit 2012 jährlich stattfinden, den Austausch von OER-Praktikern und Interessierten. Die OERcamps in 2013 und 2014 fanden am Joseph-DuMont-Berufskolleg mit Unterstützung des Kölner Schulamtes statt und beschäftigten sich von Anfang an mit Fragen zu Standards und Qualitätssicherung.

Daneben wurden viele Vorüberlegungen hinsichtlich der Potenziale und Herausforderungen von OER sowie nötiger Handlungsfelder im Bildungsbereich geleistet. Unter anderem eine Ist-Analyse zu freien Bildungsmaterialien in Deutschland in den Bildungsbereichen Schule, Hochschule, berufliche Bildung und Weiterbildung (2015), eine Machbarkeitsstudie zum Aufbau und Betrieb von OER-Infrastrukturen in der Bildung (2016) oder der OER-Atlas 2016 zu OER-Akteuren und Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (siehe auch OER-Atlas 2017)

Die im Bericht der Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes zu Open Educational Resources (2015) empfohlenen Maßnahmen zur weiteren Verbreitung von OER in Deutschland wurden top-down im Rahmen der Förderrichtlinie OERinfo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Anfang 2016 aufgegriffen. Die Förderrichtlinie zu OER leistet seit Ende 2016 einen Beitrag zur Umsetzung dieser Empfehlungen. Vornehmlich werden hier Projekte zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Multiplikatoren durch Organisationen bzw. Institutionen oder Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung von Bildungspersonal – insbesondere im Bereich der Schul- und Hochschulausbildung – gefördert, da in diesen Bereichen zunächst die meisten Potenziale für eine breite Verankerung von OER gesehen werden. Darunter finden sich auch einige wenige Projekte, die Akteure der beruflichen Bildung, explizit der beruflichen Weiterbildung adressieren.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK) verweist in seinem Beschluss zu Wirtschaftspolitischen Positionen der IHK-Organisationen (2017) auf die Notwendigkeit öffentlich finanzierter Pilotprogramme zum Auf- und Ausbau geeigneter Archiv- und Suchsysteme von Lernmedien, um hier für mehr Transparenz hinsichtlich bestehender frei zugänglicher Weiterbildungsangebote zu sorgen. Dies soll wiederum einen positiven Einfluss auf die Bildungsbeteiligung haben, vor allem im Hinblick auf Chancen und Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Überdies könne mit praxisnahen und qualitativ hochwertigen Weiterbildungen auch auf aktuelle und künftige Fachkräfteengpässe Einfluss genommen werden. (ebd. S. 25 ff.)

Literatur
DIHK, Wirtschaftspolitische Positionen der IHK-Organisationen 2017, Beschluss der DIHK-Vollversammlung am 30. März 2017, URL: https://www.coburg.ihk.de/files/wipos-2017.pdf (Stand 01.02.2018)

INAMORATO DOS SANTOS, Andreia et. al., Policy Approaches to Open Education – Case Studies from 28 EU Member States (OpenEdu Policies), Joint Research Center, European Union, Luxembourg, 2017, URL: https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/policy-approaches-open-education-case-studies-28-eu-member-states-openedu-policies (Stand 15.01.2018)

INAMORATO DOS SANTOS, Andreia; PUNIE, Yves, CASTAÑO MUÑOZ, Jonatan, Opening up Education: a Support Framework for Higher Education Institutions, 2016, URL: https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/eur-scientific-and-technical-research-reports/opening-education-support-framework-higher-education-institutions (Stand 15.01.2018)

ORR, Dominic; NEUMANN, Jan; MUUS-MERHOLZ, Joeran, German OER Practices and Policies – from Bottom-up to Top-down Initiatives, UNESCO Institute for Information Technologies in Education, Moscow 2017, URL: http://iite.unesco.org/pics/publications/en/files/3214746.pdf (Stand 18.10.2017)

SCHUWER, Robert; JANSSEN, Ben; OER in TVET, an overview of the state of affairs and harnessing the potentialities of OER for TVET, Summary of findings and recommendations, 28-9-2017, URL: http://www.unevoc.unesco.org/up/Summary_OER-in-TVET-study.pdf (Stand 22.01.2018)

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden:
Susanne Grimm, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), für OERinfo – Informationsstelle OER.

OER und Geschäftsmodelle

Das „offen“ bei Open Educational Resources (OER) wird sehr häufig mit „umsonst“ gleichgesetzt. Denn Kosten bedeuten Zugangsbeschränkungen, die dem Gedanken der Offenheit entgegenstehen. OER und Geschäftsmodelle scheinen sich so auf dem ersten Blick zu widersprechen.

Tatsache ist aber, dass bei der Erstellung und Bereitstellung von OER Kosten entstehen, die mit unterschiedlichen Finanzierungs- und Geschäftsmodellen aufgefangen werden müssen. Denn wenn sich OER in der Breite durchsetzen soll, kann dies nicht nur mit ehrenamtlichen Engagement geschehen. Sachkosten und Personalkosten fallen bei vielen Arbeitsschritten im OER-Prozess an und bedingen je nach Bildungsbereich unterschiedliche Geschäfts- und Finanzierungsmodelle.

1. Produktion

Beim Erstellen von OER gilt es Autor*innen zu vergüten. Handelt sich hierbei um Lehrende an Institutionen wie Schule oder Hochschule, kann das Honorar über die Arbeitszeit abgegolten werden, z.B. durch eine Freistellung wie es das digital.learning.lab in Hamburg praktiziert.

Auch bei betrieblichen OER können Mitarbeiter*innen dafür abgestellt werden. Zudem wäre es in der beruflichen Bildung möglich, dass Branchenverbände das Erstellen von OER finanzieren, die der Aus- und Weiterbildung ihrer Fachkräfte zu Gute kommen.

Bei freien Lehrkräften in der Erwachsenenbildung sieht es wiederum anders aus: Das Erstellen von Lernmittel so wie der größte Teil der Unterrichtsvorbereitung werden nicht extra vergütet. Die selbsterstellen Lernmaterialien sind zudem das Kapital, auf dem die freiberufliche Lehrtätigkeit beruht. Sie ohne Honorar frei zur Verfügung zu stellen, kommt für viele nicht in Frage. OER werden höchstens als Appetithappen monetarisiert, um z.B. Werbung für sich und die eigenen Seminarkonzepte zu betreiben.

Natürlich können alle Bildungssektoren auch eine externe Erstellung von OER beauftragen und entsprechende Honorare dafür bezahlen. Eine Finanzierung könnte durch Zuschüsse der öffentlichen Hand im Rahmen von OER-Förderprogrammen gesichert werden, wie z.B. beim VHS-Ehrenamtsportal teils geschehen.

Im schulischen Bereich wäre es auch denkbar, einen Teil des Lehrmittelaufwands für OER bereitzustellen, um den sich dann Verlage bewerben können, wie es z.B. in Norwegen praktiziert wird . Möglich wäre auch eine Rückvergütung von OER-Schulbüchern, die anfällt, wenn sie im Unterricht genutzt werden.

Ein alternativer Weg ist die Erstellung und auch die Bereithaltung von OER über Spenden zu finanzieren, die von Nutzeri*innen, Unternehmen und Stiftungen entrichtet oder über Crowdfunding generiert werden.

Ein weiteres Marktsegment bei der OER Produktion sind Autorentools mit denen sich einfach OER erstellen lassen. Ein Beispiel dafür ist der Online-DienstTutory. Diesen Dienst gibt es in einem Freemium-Modell, bei dem in der kostenlosen Version nur bestimmte Features zur Verfügung stehen. In der Premium-Variante gibt weitere grafische Elemente und die Möglichkeit, unbegrenzt Arbeitsmaterialien speichern zu können.

2. Qualitätsmanagement

Bei der Qualitätssicherung von OER wird Personal für die Prüfung von eingereichten OER und für die Beratung bei der Erstellung von OER benötigt. Auch hier kann in Bildungseinrichtungen über Freistellung von Personal bzw. durch die Einrichtung neuer Personal- oder Projektstellen, finanziert durch öffentliche Förderung, Abhilfe geschaffen werden. Je nach Bedarf lassen sich auch Agenturen und Dienstleister buchen, die Aufgaben bei Schulungen und Qualitätskontrolle übernehmen und dies als Geschäftsmodell anbieten.

3. Vertrieb

OER werden in der Regel digital bereitgestellt. Zu dieser Infrastruktur gehören Repositorien zum Hochladen der OER, Schnittstellen, die einen Austausch zwischen Plattformen ermöglichen, sowie Redaktionssysteme und -software. Kommerzielle Anbieter von Softwarelösungen unterstützen Bildungsinstitutionen dabei, OER-Plattformen für Schulen und Hochschulen länderspezifisch und länderübergreifend aufzubauen.

4. Marketing

Um OER bekannter zu machen und bestehende OER-Angebote zu verbreiten, sind öffentlichkeitswirksame Aktivitäten von Nöten wie Newsletter, Veranstaltungen, Podcasts, Informationsseiten, Fachtagungen etc. Sie werden in der Regel flankierend zu Projekten gefördert oder als Teil einer Repositoriumsstrategie finanziert.

5. Endkunden

Auch wenn OERs für Nutzer*innen kostenfrei sind, gibt es in diesem Bereich Geschäftsmodelle. Monetarisierungen finden meistens bei der Vergabe von Zertifikaten statt. Die große amerikanische MOOC-Plattform edx bietet Einzelzertifikate für Kurse ab 45 EUR an. Neben den freien Kursen können aber auch kostenpflichtig Weiterbildungen und sogar Online-Masterabschlüsse erworben werden, für die reguläre Studiengebühren um die 25.000 EUR anfallen.

Linktipps zu OER und Geschäftsmodellen

Auf OERinfo kommen zahlreiche Experten zum Thema Geschäftsmodelle zu Wort. Martin Weller stellt im Podcast die mit Dominic Orr durchgeführte Studie vor, in der die beiden Wissenschaftler Voraussetzungen für nachhaltige Geschäftsmodelle von Open Education an Hochschulen untersucht haben.

Im Video, das auf der OER16 entstand, diskutierten Experten aus Verlagen und Bildungsmedienagenturen darüber, welche >Geschäftsmodelle zur nachhaltigen und dauerhaften Finanzierung von OERihre Geschäftsmodelle zu OER und sprechen darüber, wie die Zukunft der OER-Geschäfte aussehen kann.

OER-Fachexpert*in

Im Rahmen der Ausbildung zur/m OER-Fachexpert*in gibt es eine Einheit zur Entwicklung von Geschäftsmodellen zu OER. Darin stellen Entwickler*innen ihre Geschäftsmodelle vor sowie wird gezeigt, wie eigene Ideen mit dem Business Modell Canvas Ideen überprüft werden können. Die Lerneinheit steht nach Anmeldung kostenlos auf onCampus zur Verfügung.

OER Geschäftsmodelle als Karten

Doit, eine Initiative zur Förderung von Gründerkultur bei Jugendlichen, hat ein Kartenset entwickelt, das Kategorisierungen von Geschäftsmodellen im Bereich OER vornimmt und eine gute Vorlage für die Einschätzung von OER-Angeboten liefert.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Sigrid Fahrer, DIPF OERinfo – Informationsstelle OER.
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Weitere Linktipps zu OER und Didaktik finden Sie beim Deutschen Bildungsserver

OER finden

Wo finden Sie OER-Schulungsmaterial, OER selbst und Literatur zu OER in der Berufsbildung?

Ein zentrales deutschsprachiges Repositorium für OER für Lehrende, Ausbilder und Auszubildende in der Berufsbildung existiert aktuell noch nicht. Das VET Repository des Bundesinstitut für Berufsbildung, ein Open Access-Repositorium für die Berufsbildung, ist jedoch seit Anfang 2019 online. Im Rahmen der weiteren Projektlaufzeit von OERinfo kann geprüft werden, inwieweit ein eigener Content-Bereich für OER in das VET Repository integriert werden könnte.

Es fehlt, trotz der im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Offenen Bildungsmaterialien der BMBF geförderten Projekte zur Sensibilisierung und Qualifizierung von OER-Multiplikatoren, jedoch an flächendeckenden und explizit auf die berufliche Ausbildung ausgerichteten Training-Angeboten zur Erstellung, Anpassung und Veröffentlichung von OER.

Frei lizenzierte Inhalte finden

Möchten Sie Ihre selbst erstellten Materialien mit frei verwendbaren Bildern, Grafiken oder Musik anreichern?

Über allgemeine Suchmaschinen wie Google finden Sie frei lizenzierte Inhalte wie Bilder, indem Sie über Einstellungen in der erweiterten Suche die gewünschten Nutzungsrechte wählen.

YouTube bietet nach der Wiedergabe von Sucheinträgen über einen Filter die Suche z. B. nach Tutorials unter Creative Commons. Youtube bietet neben der Youtube-Standardlizenz die Möglichkeit, Videos unter der Lizenz CC BY zu veröffentlichen.

Einen zentraleren Zugriff auf frei lizenzierte Inhalte weiterer Plattformen bietet CC-Search von Creative Commons.

Bildungsbereichsübergreifende Plattformen und Wikis

Einige bildungsbereichsübergreifende Plattformen bieten auch für die Berufsbildung interessante freie Inhalte.

Elixier, die Meta-Suchmaschine für Bildungsmedien des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), bietet über die Angebote des Deutschen Bildungsservers, der einzelnen Landesbildungsserver sowie weiterer Plattformen eine Suche auch nach frei lizenzierten Inhalten. Für die Berufsbildung finden sich hier Materialien für Fächer von A wie Agrarwirtschaft bis V wie Verkehr.

Mit dem OERhörnchen können ebenfalls gezielt Lehr-/Lernmaterialen gefunden werden, die aufgrund ihrer freien Lizenzierung adaptiert und weiterverbreitet werden dürfen. Das kleine aber feine Werkzeug erleichtert die Suche nicht nur nach deutschsprachigen OER-Angeboten, sondern auch nach weiteren Bildungsangeboten, die nicht ausschließlich frei lizenziert sind.

Über ZUM, das ist die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet, finden sich unter dem ZUM-Fachportal berufliche Bildung freie Inhalte. Hier finden sich u.a. Eintragungen für Fächer in der Altenpflege, der Land- und Forstwirtschaft, dem/der Mediengestalter*in Digital und Print und der Metalltechnik. In den Wikis auf ZUM ist konstruktive Mitarbeit in der Regel erwünscht. Die Inhalte hier können das Werk zahlreicher verschiedener Autorinnen und Autoren sein. Die Inhalte der Wikis stehen unter CC BY-SA 3.0-Lizenz. Darüber hinaus wird hier auch auf eigenständige Autorenseiten verwiesen, die jedoch meist prioritäre und nicht frei lizenzierte Inhalte bieten.

Eine weitere etablierte Webseite zum Thema digitale Medien im Unterricht ist Lehrer-Online.de. Auch hier werden Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen fündig. Neben einer Fülle an Unterrichtsmaterialien zu allgemeinbildenden Fächern finden sich hier auch Unterrichtseinheiten für den Unterricht an berufsbildenden Schulen. Hier finden sich z.B. Unterrichtseinheiten zum Thema Inklusion, die sich mit Rechten und Pflichten in der Ausbildung oder der Entwicklung von sozialen Kompetenzen befassen.

Die Plattform von tutory bietet einen mittlerweile reichen Fundus an dem bis heute beliebtesten Medium im Unterricht, dem Arbeitsblatt. Aktuell rund 400 von 1.200 Arbeitsblättern für das 1. bis 3. Lehrjahr für allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Geschichte oder Chemie. Über den Arbeitsblatt-Editor lassen sich die vorliegenden Arbeitsblätter auch schnell anpassen. Selbstverständlich lassen sich über diesen Editor auch eigene Arbeitsblätter herstellen und zur freien Verfügung stellen. Mehr dazu unter OER herstellen.

Auf LearningApps findet sich eine große Anzahl an kleinen interaktiven und multimedialen Bausteinen in Form von Zuordnungsübungen, Multiple Choice-Tests etc. Für den Bereich der beruflichen Bildung finden sich hier Übungen für die Bereiche von A wie Automobiltechnik bis Z wie Zahntechnik. Die Apps stellen keine abgeschlossenen Lerneinheiten dar, sondern müssen in ein Unterrichtsszenario eingebettet werden.

Branchenspezifische Plattformen und Wikis

Einzelne Ausbildungsbranchen bieten über Branchenplattformen und Branchenwikis auf einzelne Ausbildungsberufe spezifizierte und frei lizenzierte Inhalte und Medien an.

Das LERNBÜRO, die Lerncommunity für Kaufleute, bietet Lernmedien für Kaufleute für Büromanagement und andere kaufmännische Ausbildungen. Bisher finden sich Lernmedien für rund die Hälfte der 13 Lernfelder. Zum Download stehen neben .pfd und .docx-Datein vor allem h5p-Formate zur Verfügung. Nach Registrierung und Anmeldung können auch eigene Lernmedien hochgeladen werden.

Azubinet bietet Lehrenden an berufsbildenden Schulen und Ausbilderinnen und Ausbildern die Möglichkeit, ihre Auszubildenden auf Wunsch betriebs-/schulintern, -übergreifend oder auch deutschlandweit zu vernetzen. Neben dieser Infrastruktur bietet Azubinet u. a. über 5.500 Übungsaufgaben und 1.400 Lernkarten für Ausbildungsberufe hauptsächlich im kaufmännischen, aber auch im gewerblich-technischen Bereich. Die plattformeigenen Materialien stehen unter der Lizenz CC BY-SA bereit.

Für die Druck- und Medienbranche bietet die Mediencommunity 2.0, getragen durch den Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien, eine eigene Plattform. Hier bereiten sich Auszubildende gemeinsam auf ihre Prüfungen vor. Aktuell gibt es bis zu 700 Wikis, die in Zusammenarbeit mit den Auszubildenden selbst entstanden sind. Moderatoren unterstützen sie dabei. Die von den Nutzerinnen und Nutzern erstellten Inhalte können unter einer CC BY-NC-SA 3.0-Lizenz veröffentlicht werden. Wo möglich wurden auch Tutorials mit einer freien Lizenz attribuiert.

Die öffentliche und kostenlose Lernplattform Pflegewiki, angeboten durch den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, seit vielen Jahren kostenlose, frei zugängliche und frei lizenzierte Inhalte.

Für die Grünen Berufe der Land- und Forstwirtschaft bietet das Hortipendium, getragen durch die Dienstleistungszentren Ländlicher Raum, eine umfangreiche Sammlung an frei lizenzierten Wiki-Beiträgen.

Das Dachdeckerwiki möchte möglichst umfassend Informationen aus dem Bereich des Unterrichtsfaches Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik liefern. Es orientiert sich dabei am Lehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen für die Dachdecker.

Querschnittsthemen für die Berufsbildung

Ergebnisse aus 18 Modellversuchen des BMBF-Förderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“ (BBNE), darunter auch Lehr- und Lernmaterialien, finden sich unter der Themenseite Nachhaltigkeit des Bundesinstitut für Berufsbildung.

Darunter fallen die Lernmodule von Pro-DEENLA. Unter dem Titel „Nachhaltig(-keit) ausbilden mit Pro-DEENLA‘-Lernmodulen” sind 27 Lernaufgaben zu insgesamt 10 Themengebieten erschienen. Das Angebot richtet sich an betriebliches Berufsbildungspersonal und Auszubildende in Unternehmen der Transport- und Logistikbranche.

Im BBNE-Modellversuch InnoNE wurde die INE-Toolbox für KMU des stationären Einzelhandels entwickelt. Sie bietet individuelle und kooperative Lernmaterialien sowie Messinstrumente für die Evaluation.

Einige der im Projekt Foenako, Förderung der Nachhaltigkeitskompetenz in der Berufsausbildung im Einzelhandel, entstandenen Erklärvideos stehen auf dem Projekteigenen Youtube-Kanal handle-nachhaltig unter der Lizenz CC BY zur Verfügung.

OER in der Berufsbildung international

Suchen Sie nach englischsprachigem Material zum Beispiel für Ausbildungsberufe mit internationaler Ausrichtung oder für die Lokalisierung der Inhalte auf den deutschen Arbeitsmarkt?

UNESCO-UNEVOC hat mit Hilfe der internationalen OER-Community eine Reihe an Initiativen und Ressourcen zu OER in der Berufsbildung gesammelt. Die kommentierte Liste bietet hinweise auf Plattformen und Dienste, die offen lizenzierte Inhalte mit explizitem Schwerpunkt auf die berufliche Bildung bereitstellen oder deren Zugang erleichtern.

Darunter befindet sich SkillsCommons, eine freie und offene Online-Bibliothek mit einer umfassenden Sammlung an Materialien für die Ausbildung. Erstellt von über 700 Community Colleges, entwickelt in Zusammenarbeit mit lokalen Industrien, von Fachexperten überprüft und angepasst an die Bedürfnisse des aktuellen Arbeitsmarktes finden sich hier Materialien für die Land- und Forstwirtschaft, den Bergbau, das Baugewerbe, den Großhandel und vielen weiteren Branchen.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Susanne Grimm, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), für OERinfo – Informationsstelle OER.

Allgemein – Über OER forschen

Willkommen auf der Seite zu OER-Forschung!
OER gewinnt als Forschungsthema verstärkte Aufmerksamkeit von Wissenschaftler/innen unterschiedlicher Disziplinen. OERinfo will für diese im Aufbau begriffene Forschungscommunity eine zentrale Anlaufstelle werden. Auf dieser Seite werden nach und nach Informationen für und von der Forschungscommunity rund um Open Education auffindbar gemacht. Zu unsere Zielen gehören u.a.:

  • Profile der Forschenden
  • Verfügbarkeit und Zugang zu Forschungsliteratur und ggf. Forschungsdaten sicherstellen
  • Dokumentation von Forschungsprojekten im deutschsprachigen Raum
Ihr Ansprechpartner für OER-Forschung:Markus Deimann, Foto nicht unter freier Lizenz
Markus Deimann, Foto nicht unter freier Lizenz

MOOC-Maker, FH Lübeck markus.deimann[at]th-luebeck.de

Die FIS-Literaturdatenbank bietet bereits ein umfangreiches Angebot an Literatur zum Thema Open Education: OER-Bibliographie.

Erster Anlaufpunkt zur Kommunikation und zum Ideenaustausch ist zurzeit das von Markus Deimann aufgesetzte Google Doc: OER Forschung – Arbeitsgruppe
Auch ein Slack-Channel wurde eingerichtet: OERde-Forschung.slack.com

Kontaktadresse: markus [dot] deimann [at] th-luebeck [dot] de

Weitere Entwicklungen wie neue Forschungsprojekte werden hier in Zukunft hier dokumentiert und zusammengetragen.

OER managen (Bib)

OER Managen lässt sich unter verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Das viel diskutierte Thema Qualitätssicherung gehört dazu, das sich mit Kriterien zur Bewertung von OER beschäftigt. Auch Best-Practice-Beispiele die zeigen wie OER-Projekte und -Dienste gelingen können und wo Fallstricke lauern, tragen zum Management von OER bei. Technische Fragen rund um OER Managen widmen sich beispielsweise der Archivierung und Versionskontrolle. OER Managen bedeutet auch Workflows zu erarbeiten, die einen Rahmen für die gemeinschaftliche Erstellung von OER liefern. Wie diese Workflows eingesetzt werden können und welche Modelle es gibt, erfahren Sie hier.

Was gibt es bei OER-Workflows zu beachten?

  • Das „eines für alle“-Prinzip funktioniert beim OER-Workflow leider selten. Das bedeutet, dass Abläufe an die jeweiligen OER-Produkte angepasst werden müssen. Beim Schreiben von offenen Lehrbüchern gibt es z.B. andere Schritte zu absolvieren als beim Erstellen von offenen Kursen.
  • Eine wichtige Frage für den Workflow ist dabei, ob existierendes Material „OERfiziert“ werden soll oder ob es sich um originär selbst erstellte Ressourcen handelt.
  • Auch der Umfang des Projekts spielt eine Rolle. Um den Workflow abschätzen zu können, sollte das Ziel der OER-Erstellung bekannt sein sowie die verfügbaren Ressourcen, wozu auch Zeit, Personen und Technik gehören.
  • Eng hängt damit zusammen, wie groß die Anteile von kollaborativen Arbeiten im Projekt sind und an welchen Stellen diese Phasen im Prozess vorkommen.
  • Zu bedenken ist auch, wie häufig die Zwischenergebnisse veröffentlicht werden und wie viele Iterationen vorgesehen sind.
  • Abhängig von diesen Faktoren, können Sie aus den bereits existierenden Modellen eines auswählen und dann an Ihr OER-Szenario anpassen bzw. mit einem anderen kombinieren.

Beispiele für Workflows

OER-Workflow von Nele Hirsch

Die https://oerworkflow.de/index.html“>Online-Lerneinheit von Nele Hirsch mit dem Untertitel „So erstellst Du zeitgemäße Bildungsmaterialien mit Herz und Offenheit“ umfasst fünf Schritte. Als erstes stehen die Konsequenzen einer breiten Lerner*innengruppe für die OER-Erstellung auf dem Plan. Dann folgen Einheiten zum Remixen und zum kollaborativen Arbeiten. Im vierten Teil wird der Mut zur Veröffentlichung geweckt und als letztes vorgestellt, wie Feedback eingeholt und wertgeschätzt werden kann.

OER-Workflow von Open Education Austria

Der Workflow des Projekts Open Education Austria legt einen Fokus auf die Schritte nach dem Erstellen von OER. Definiert werden diese in der Abfolge von OER ablegen, OER anreichern, OER archivieren, OER bereitstellen und OER nutzen, die im Schaubild „Prototypischer Workflow“ visuell darstellt sind.

Ein technisches System der HOOU zur kollaborativen OER-Entwicklung

Axel Dürkop, Andreas Böttger, Tina Ladwig und Sönke Knutzen stellen in diesem Blogbeitrag das technische System vor, das die Hamburg Open Online University für die kollaborative OER-Entwicklung nutzt. Erklärt und bewertet wird die Verwendung u.a. von der Open Source Software- Gitlab, des Static-Site-Generators GitBook, Klonen und Forken sowie von Mattermost für die Projektkommunikation.

Open Educational Resources University of Hawai’i (auf Englisch)

Billy Meinke stellt im Blog des OER-Projekts der Universität von Hawaii verschiedene OER-Workflow-Modelle vor. Alle Modelle brechen den Prozess der OER-Erstellung in verschiedene Phasen herunter. Das OERu-Modell orientiert sich an den Erstellungsschritten Auswahl, Design, Entwicklung, Verbreitung und Überarbeitung, CORRE wiederum an den Schlagwörtern Inhalt, Offenheit, Wiederverwendung & Umfunktionieren, Belegen. Lisa Rogers von der Heriot-Watt University hat ein technisches Diagramm entlang der Phasen Erstellung, Qualitätskontrolle, Technik, Urheberrecht, Katalogisieren entwickelt, das den OER-Erstellungsprozess strukturiert und erleichtert.

Die Open Educational Resources University of Hawai’i hat einen eigenen Workflow erarbeitet, der verschiedene Elemente der vorgestellten Modelle vereinigt. Das Besondere an diesem Modell sind die Entscheidungsfragen, mit denen OER-Produzent*innen beim Erstellen geleitet werden.

Booksprint

Eine besondere Methode, ein offenes Lehrbuch gemeinsam zu gestalten, ist der Book- oder Publications-Sprint. Expert*innen finden sich dabei zusammen, um gemeinsam ihr Wissen in einer Ressource aufzubereiten. Lambert Heller, Leiter des Open Science Labs der Technischen Informationsbibliothek, gibt im Vodcast von e-teaching.org Auskunft, wie Booksprints funktionieren, und schildert in einem „Kochrezept“ die Schritte, die dafür notwendig sind.

 

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OER herstellen – Bildungsbereichsübergreifend

Arbeit in Wikis

Einer der einfachsten und schnellsten Wege selber Material zu erarbeiten und ggf. bestehende Inhalte zu ergänzen ist über die Arbeit in Wikis. Hervorzuheben ist hier die Familie der ZUM-Wikis, die zu den ersten Formen der gemeinschaftlichen Erstellung von Lehr- und Lerninhalten gehören.

Interaktive Elemente mit H5P

Die Software H5P bietet eine intuitive Umgebung an, um interaktive Lerninhalte wie z.B. Videos oder Präsentationen zu gestaltet. So können Quizaufgaben in Videos eingebettet werden oder interaktive Zeitstrahle erstellt werden. Ein Beispiel ist die OER-Timeline auf unserer Website, die auch mit H5P erstellt wurde:

Nutzer können entweder über das Interface der Website www.h5p.org Inhalte bearbeiten oder ein H5P-Plugin für ihre eigene Umgebung installieren. Derzeit gibt es Plugins für WordPress, Moodle und Drupal. H5P ist komplett frei und quelloffen und setzt ausschließlich auf offene Standards.

Arbeitsblätter einfach erstellen mit tutory

Das Unternehmen tutory bietet auf www.tutory.de einen umfangreichen Editor, um Arbeitsblätter schnell und einfach zu erstellen. Durch Anbindung an freie Bilderdatenbanken, können frei lizenzierte Bilder sofort eingebunden und weiter genutzt werden. Auch ist es möglich vorhandene Arbeitsblätter anzupassen und nach den eigenen Bedürfnissen zu verändern. Insbesondere für Lehrer*innen und Lehramtsanwärter*innen ist tutory ein idealer Einstieg in die Welt der OER. In den umfangreichen tutory-Leitfäden gibt es weitere Hinweise und Tipps zur Arbeit mit OER

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Team OERinfo für OERinfo – Informationsstelle OER.

OER finden

Das Internet ist der Fundort für offene Bildungsmaterialien (OER) schlechthin. Aber wie kann man sich in den Wirrungen und Tiefen des Internets zurechtfinden und wo genau findet man dort OER? Die schlechte Nachricht: Die Informationen sind weit verstreut, es gibt ihn leider nicht, den einen Fundort für OER. Dieses stellt für die Nutzerinnen und Nutzer eine Herausforderung dar und kann schnell frustrieren. Die gute Nachricht: Es gibt Suchstrategien, mit denen man dennoch schnell an die benötigten OER-Informationen kommt. So kann man Suchmaschinen wie Google oder CC-Search nutzen oder auf einem der zahlreiche Portale, Referatorien oder Repositorien nach passenden OER recherchieren.

Erste Hilfestellungen zum optimalen Einsatz von Suchmaschinen und einige Fundorte zum Thema „OER finden“ haben wir hier für Sie zusammengestellt:

OER erklärt – so findet man OER im Netz

Aus der großen Auswahl freier Bildungsmedien können sich Lehrende ihr eigenes Material zusammenstellen. Mit ein paar Tricks und Kniffen ist die Suche nach OER im Netz ganz einfach. Ein Video „OER erklärt – so findet man OER im Netz“ der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verrät, welche Portale für welche Fächer geeignet sind und wie man gezielt nach freiem Material sucht.

Wo und wie finde ich Open Educational Resources? Anlaufstellen und Suchstrategien für OER

Im Internet gibt es unzählige Materialien für den Bildungsbereich. Immer mehr davon sind sogenannte Open Educational Resources (OER), die die Bearbeitung und Weitergabe ausdrücklich erlauben. Dieser Artikel des wb-web erklärt verschiedene Möglichkeiten und Wege, wie Lehrende OER finden können. Bei den einzelnen Schritten dieser Handlungsanleitung werden konkrete Beispiele genannt und möglichst genau beschrieben, wie der Suchpfad zum gewünschten Ergebnis aussehen sollte.

OER-Contentbuffet – Inhalte für OER-Qualifizierungsmaßnahmen

Im OER-Contentbuffet entstehen und wachsen zahlreiche Sammlungen aus Materialien für OER-Qualifizierungen, angelegt und gemeinsam bearbeitet in den OERde-Arbeitsgruppen.

Wo finde ich kostenlose Bilder, Audio und Video?

Es ist eigentlich nicht schwierig, z. B. Fotos und Grafiken zur Illustration von Texten und Folien im Internet zu finden, wenn die Unsicherheit bezüglich des Urheberrechts nicht wäre. Einen Ausweg bieten frei lizenzierte Materialien. Die Seite CC-Search von Creative Commons bietet einen zentralen Zugriff auf frei lizenzierte Inhalte weiterer Plattformen. Da die Lizenzen unterschiedliche Möglichkeiten zur Weiterverwendung bieten, ist unbedingt bei jedem gewählten Material zu schauen, unter welcher CC-Lizenz es veröffentlicht wurde.

ELIXIER – ein Projekt der Bildungsserver

ELIXIER ist ein gemeinschaftliches Angebot öffentlicher Informationsdienste in Form eines gemeinsamen Ressourcenpools für Lehr-/Lernmaterialien, insbesondere für den Schulunterricht. Das Angebot umfasst redaktionell ausgewählte und auf Qualität geprüfte Bildungsmedien.

OERhörnchen

Lehr- und Lernmaterialien unter freier Lizenz (Open Educational Resources) im deutschsprachigen Raum zu finden ist etwas tricky. Das World Wide Web gleicht dem hektischen Großstadtdschungel, durch den sich auch manche Eichhörnchen bewegen müssen auf der Suche nach Futter. Das OERhörnchen soll die Suche nach Inhalten unter freier Lizenz als kleines Werkzeug vereinfachen. Das OERhörnchen nutzt hierfür die Maschinenlesbarkeit von Creative Commons Lizenzen.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Michaela Achenbach, DIPF OERinfo – Informationsstelle OER.
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Weitere Linktipps zu OER und Didaktik finden Sie beim Deutschen Bildungsserver

OER einführen

Veränderungsprozesse

Change Management oder Veränderungsmanagement kann Strategien und Ansatzpunkte für Organisationen und Einzelpersonen bieten und ermöglicht es organisatorische und strukturelle Änderungen in Prozessabläufen und Richtlinien zu erarbeiten. Veränderungsprozesse können sehr gut auch in kleineren Organisation oder Organisationsteilen umgesetzt werden. Wichtig sind in erster Linie ein gutes Konzept und Unterstützer und Befürworter, die das Projekt tragen.
Helfen kann hierbei z.B. die folgende Checkliste:

  • Entwicklung eines Veränderungsplans bzw. eines zur Institution passenden OER-Leitbildes
  • von den Änderungen betroffene Personen und ihre Ziele definieren
  • Notwendigkeit, gesteckte Ziele und Vorteile des Einsatzes von OER möglichst effektiv und klar kommunizieren
  • mögliche Risiken sowie etwaige Abhängigkeiten beachten und Kosten planen
  • einen Trainings- und evtl. sogar Qualifizierungs-Plan zum Thema OER entwickeln und anbieten, um Lehrende zu unterstützen und Hilfe zu signalisieren

Tipps

  • Eine Graswurzelbewegung wie die OER-Initiative sollte aus strategisch-hierarchischer Sicht gesehen gleichermaßen von oben nach unten (Top-Down) wie von unten nach oben (Bottom-Up) stattfinden.
  • Bei Widerstand einzelner Personen lohnt es sich, das persönliche Gespräch zu suchen.
  • Veränderungen sind Prozesse, die nicht über Nacht geschehen – Fine-Tuning und Optimierungen sind nicht nur möglich, sondern ein erwarteter Faktor.

Weitere Materialien zu dem Thema befinden sich auch im OER-Contentbuffet.
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Einführung einer OER-Policy

Policy Development Tool

Das amerikanische Unternehmen Lumen Learning hat ein sogenanntes OER Policy Development Tool veröffentlicht. Dieses basiert auf einer Vielzahl bestehender OER-Policys und ermöglicht es dem Nutzer durch verschiedene Kombinationen und Komponenten einen Ansatz für eine individuelle OER-Policy zu entwerfen.

Bildkarten

Mit Veränderungsprozessen sind immer auch emotionale Aspekte verknüpft. Ein möglicher Ansatzpunkt in Auftaktworkshops zum Thema OER ist die Arbeit mit Bildkarten, um einen assoziativen Zugang zu persönlichen Bedenken, Vorbehalten, Wünschen oder Bedürfnissen zu eröffnen. Auch kann somit die Kommunikation und Reflexion dieser Emotionen unterstützt werden. Gleichzeitig nähern sich die Teilnehmer*innen der Veranstaltung dem Thema evtl. aus neuen Richtungen, die Diskussionen gut unterstützen, insbesondere zu Beginn eines Prozesses.

Sammlung OER Einführen und Policy im Content-Buffet

Im OER-Contentbuffet gibt es eine Sammlung mit Materialien zum Thema OER einführen. Sie beziehen sich auf sowohl auf Institutionen wie die Hochschule als auch auf das Etablieren von OER-Policies in größeren Zusammmenhängen. 

OER-Policy-Hub

Das Team der OER World Map hat eine Sammlung von OER-Policies weltweit gestartet und an die 200 Dokumente gesammelt, die zeigen, wie OER strategisch eingeführt und weiterentwickelt werden kann.
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Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Team OERinfo für OERinfo – Informationsstelle OER.

Forschungsstand zu OER in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung

Die Gewinnung und Auswertung von Erkenntnissen zur Nutzung und Verbreitung von offenen Bildungsressourcen ist ein wichtiger Baustein in den Bemühungen, OER im Bereich zu etablieren. Hier besteht insbesondere hierzulande großer Bedarf: Forschungsergebnisse zur Nutzung und Verbreitung von OER in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung sind kaum vorhanden.

Laut einer Erhebung des Instituts für Wissensmedien (IWM) in Tübingen 2015 besteht großer Bedarf an freien Bildungsmaterialien bei Lehrenden in der Weiterbildung, um gute Praxis zu unterstützen. Ergebnisse einer nicht-repräsentativen Online-Befragung von Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung durch das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung im Jahr 2017 stützen die hier vorgenommene Analyse der verschiedenen Bereiche zum Teil. Sie zeigen, dass OER in allen Bereichen genutzt werden, jedoch unterschiedlich intensiv: Lehrende aus der Allgemeinen Erwachsenenbildung nutzen OER eher häufig oder sehr häufig, während Lehrende aus der beruflichen und betrieblichen Weiterbildung eher selten oder sogar nie auf offene Bildungsressourcen zurückgreifen. Offene Bildungsressourcen werden in allen Bereichen vor allem aus Gründen von Zeit- und Kostenersparnis geschätzt. Kritisch sehen die Befragten insbesondere die Qualitätssicherung der Materialien und nur ein kleiner Teil von ihnen stellt OER selbst her und gibt sie weiter. Insgesamt bestätigt sich hier das Bild, dass auch schon Muuß-Merholz und Kollegen in Ihrer Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2015 gezeichnet haben (Muuß-Merholz 2015).

Weitere Quellen:

Muuß-Merholz, J. (Hg.) (2015): Whitepaper Open Educational Resources in der Weiterbildung/Erwachsenenbildung. Bestandsaufnahme und Potenziale 2015 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung mit open-educational-resources.de – Transferstelle für OER. Frankfurt a. M.

Schöb, S. et al. (2015). Information und Vernetzung – Bedarfe und Erwartungen von Lehrkräften an online-gestützte Fortbildungsangebote. Abgerufen von www.die-bonn.de/doks/2015-erwachsenenbildner-01.pdf am 30.08.2017

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.