LOERSH – OERinfo – Lessons Learned in 5×5 Zeilen

Fragen von OERinfo an Claudia Kuttner vom Institut für Medienbildung an der Europa-Universität Flensburg

Screenshot, nicht unter freier Lizenz
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Im Projekt LOERSH – OER in die Schule! Landesweite OER-Qualifizierung Schleswig-Holstein wurde ein besonderer Ansatz verfolgt: hier wurden auch Schüler*innen als Multiplikator*innen ausgebildet. Dies ist nicht die einzige Besonderheit des Projekts, auf das die Projektverantwortliche Claudia Kuttner zurückblickt.

Wenn Sie auf die Projektzeit zurückblicken, was würden Sie dann sagen …

Alleinstellungsmerkmal: Was haben Sie gemacht, was die meisten anderen nicht gemacht haben?

Claudia Kuttner vom Projekt LOERSH an der Europa-Universität Flensburg. Foto: privat, nicht unter freier Lizenz.
Claudia Kuttner vom Projekt LOERSH an der Europa-Universität Flensburg. Foto: privat, nicht unter freier Lizenz.
Das Projekt LOERSH war eng verzahnt mit dem Projekt MediaMatters! (ebenfalls Seminar für Medienbildung der Europa-Universität Flensburg). Schwerpunkt war die Sensibilisierung und Qualifizierung von Mulitiplikator*innen, u.a. von Schüler*innen als Medienscouts.

Eine wichtige LOERSH-Zielgruppe ist eine bisher noch deutlich vernachlässigte Zielgruppe im OER-Kontext: Schüler*innen. Die gezielte Zusammenarbeit mit „Medienscouts“ sollte zum einen auf Jugendliche als wichtige Multiplikator*innen (nicht nur) für „Urheberrecht und OER“ verweisen, zum anderen einmal mehr die Tatsache betonen, dass Schüler*innen Schulentwicklungsprozesse im Kontext Medienbildung nicht nur mittragen, sondern vielerorts durch diverse Impulse auch initiieren.

Was hat *besonders* gut geklappt?

Die Akquise der Teilnehmenden. LOERSH ist eng verzahnt mit dem Projekt MediaMatters! (ebenfalls Seminar für Medienbildung der Europa-Universität Flensburg), im Zentrum dessen ein Netzwerk von am Thema Medienbildung interessierten schulischen Akteur*innen steht. Viele kennen uns in Schleswig-Holstein bereits. Das bringt einen Vertrauensvorschuss mit sich und hilft in der Phase des Bewerbens von Angeboten ungemein dabei, die Hürde der Selektion durch Schulsekretariate zu überwinden.

Was fehlt? Was müsste es in Deutschland geben, um die OER-Landschaft deutlich zu verbessern? (Und warum?)

Mit Blick auf Lehrkräfte: Ich werde regelmäßig gefragt, ob Unterrichtsmaterialien von dieser oder jener Website genutzt und bearbeitet werden dürften oder nicht. Die Recherche zeigt dann oft, dass es zwar erlaubt und sogar erwünscht ist, entsprechende Hinweise darauf jedoch im Impressum oder unter „Über uns“ versteckt oder missverständlich formuliert sind. Bei diesen Anbieter*innen die CC-Lizenzen bekannt(er) zu machen und eine explizite Kennzeichnung als OER anzuregen, wäre eine große Hilfe.

Was bleibt? Inwieweit hat das Projekt einen Unterschied gemacht, der 2019 sichtbar ist?

Nachhaltigkeit wird wohl insbesondere durch die Bereitstellung von Workshop- und weiterführenden OER-Materialien (Präsentationen, Linklisten usw.) eingelöst: sowohl über die LOERSH-Website als auch durch entsprechende Verweisstrukturen innerhalb des MediaMatters!-Netzwerkes (v.a. https://mediamatters-sh.de/). Darüber hinaus ist es gelungen, in Schleswig-Holstein einige OER-Muliplikator*innen auszubilden – vor allem mit Blick auf die Medienscouts fällt meine Prognose da äußerst optimistisch aus.

Werden Sie als Projektbeteiligte*r sich auch nach der Förderung noch mit dem Thema OER beschäftigen? In welcher Weise

Mindestens durch das derzeit im Aufbau befindliche „Medienscout-Netzwerk S-H“, dessen Konzeption ganz wesentlich der Idee einer neuen Kooperationskultur i.S.v. „Open Educational Practices“ verschrieben ist, wird es auch nach der LOERSH-Projektlaufzeit für das Seminar für Medienbildung zahlreiche Anlässe geben, sich mit dem Thema OER zu befassen. Zudem sind wir auch zukünftig bemüht, auf der MediaMatters!-Website v.a. CC-lizenzierte Materialien von Schulen für Schulen bereitzustellen.


Dieser Artikel ist Bestandteil der Reihe „Lessons Learned in 5×5 Zeilen“, die zum Abschluss der Projektförderung der OERinfo-Projekte entstanden ist.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Claudia Kuttner für LOERSH und Jöran Muuß-Merholz für OERinfo – Informationsstelle OER.

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