Open Education Italia: Warum nationale Daten für die OER World Map entscheidend sind

Open Education Italia arbeitet derzeit daran, möglichst viele italienische Initiativen, Projekte, Kurse und Organisationen, die sich dem Konzept der „Offenheit” verschrieben haben, auf der OER World Map zu verorten. In einem kurzen Interview beantwortet Fabio Nascimbeni (Europäische Stiftung für Berufsbildung), Mitglied der Open Education Italia-Community, Fragen zu Motiven, Zielen und der Vorgehensweise.

Screenshot des Eintrags von Open Education Italia auf der OER World Map, kleine Italienflagge
Open Eudcation Italia auf der OER World Map. Screenshot: Susanne Grimm, CC BY 4.0

Ein Interview mit Fabio Nascimbeni

Was ist Open Education Italia und was macht die Organisation?

Seit mehr als 10 Jahren bringt Open Education Italia Pädagog*innen, Expert*innen, Technolog*innen sowie Aktivist*innen aus Italien zusammen, um die Agenda für offene Bildung durch Wissensaustausch, Kapazitätsaufbau und Interessenvertretung voranzubringen. Im Laufe seiner Geschichte war das Netzwerk nicht nur auf nationaler Ebene aktiv, sondern fungierte auch als „Vermittler“ zwischen dem italienischen Bildungssystem und mehreren internationalen Initiativen, wie beispielsweise der OER World Map.

Was sind Ihre Beweggründe, sich auf nationaler Ebene an Aktivitäten der OER World Map zu beteiligen?

Infolge des Aufkommens der generativen KI stehen OER und Open Education an einer Gabelung und laufen Gefahr, sowohl in der politischen Debatte als auch in der Praxis an Bedeutung zu verlieren. Daher sind Netzwerke zur Fürsprache auf nationaler und internationaler Ebene wichtiger denn je, um sicherzustellen, dass Open Education als die praktikabelste Option für inklusive und technologieneutrale Bildungssysteme angesehen wird.

Ich bin seit vielen Jahren Fan und Mitwirkender der OER World Map und glaube, dass sie einen notwendigen Dienst für die globale OER-Community leistet, da sie benutzerfreundlich und flexibel genug ist, um verschiedene Arten von Einträgen aufzunehmen. Dennoch ist es nach wie vor schwierig, Menschen – abgesehen von OER-Enthusiasten und Aktivisten – davon zu überzeugen, etwas Zeit zu investieren, um sicherzustellen, dass ihre Aktivitäten auf der Karte erscheinen und bei Bedarf aktualisiert werden.

Was sind Ihre Ziele in Bezug auf Ihre Aktivitäten auf der Karte?

Wir arbeiten derzeit daran sicherzustellen, dass möglichst viele italienische Initiativen, Projekte, Kurse und Organisationen, die sich dem Konzept der „Offenheit” verschrieben haben, auf der Karte verzeichnet werden. Wir bemühen uns, einen Überblick über die vielen Entwicklungen in Italien zu geben. Damit hoffen wir, im In- und Ausland zu zeigen, dass die Open Education-Bewegung in Italien lebendig und aktiv ist.

Wie wollen Sie einen Überblick über die OE(R)-Aktivitäten und -Akteure in Italien geben?

Wir versuchen, Schulen und Universitäten anzusprechen, um zu gewährleisten, dass die OER World Map so vielen einzelnen (offen arbeitenden) Pädagogen wie möglich bekannt ist und von ihnen genutzt wird. Die Herausforderung besteht nicht darin, Pädagog*innen von der Bedeutung des Teilens ihrer Open Educational Practices zu überzeugen, sondern dies auf internationaler Ebene zu tun, da viele Aktivitäten und Kurse, insbesondere in der Primar- und Sekundarstufe, keinen internationalen Bezug haben. Deshalb nehmen wir Infos über die OER World Map in alle wichtigen Aktivitäten auf, die wir organisieren, damit die Botschaft auch wirklich ankommt.  

Wir können nicht garantieren, dass wir die gesamte „Offenheit” in Italien abbilden können, aber wir versuchen es!


Das Interview führte Susanne Grimm. Aus dem Englischen übersetzt von Gwendolyn Schulte.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Fabio Nascimbeni, Europäische Stiftung für Berufsbildung, Susanne Grimm und Gwendolyn Schulte, DIPF für OERinfo – Die Informationsstelle OER

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