Vereint für OER – Die OER Repo AG stellt sich vor

Open Educational Resources sind inzwischen weit mehr, als nur ein Nischenthema an Hochschulen. Die Nachfrage von Lehrenden nach offenen digitalen Bildungsmaterialien nimmt stetig zu und viele Hochschulen stellen sich daher die Frage, wie sie ihren Mitarbeiter*innen und Studierenden die Auffindbarkeit, Nutzung und Erstellung von OER erleichtern können.

Logo: OER Repo AG, nicht unter freier Lizenz

Ein Beitrag von Peter Rempis und Tim Wiegers

Entstehung und Gründung der OER Repo AG

In den vergangenen Jahren wurden daher verschiedene regionale und überregionale Initiativen gestartet, mit dem Ziel, OER-Plattformen aufzubauen und zu etablieren. Doch auf dem Weg zu diesem Ziel liegen einige große Fragestellungen und Herausforderungen. Um diese zu adressieren trafen sich am 19.12.2018 Vertreter verschiedener eLearning-Service-Einrichtungen zu einer ersten „Webkonferenz zu OER-Hochschul-Repositorien“. Darauf folgten seitdem ununterbrochen monatliche Sitzungen. Die entstandene informelle Gemeinschaft führt seit März 2019 den Namen „OER Repo AG“.

Die AG wurde gegründet, um sich den Aufgaben gemeinsam zu stellen und länder- und projektübergreifende Lösungen zu finden, von denen alle profitieren können. So wird der Open Culture-Gedanke nicht nur verbreitet, sondern auch nach der Grundidee der Offenheit gelebt und gearbeitet, wenn auch die OER Repo AG eine Arbeitsgruppe aus Spezialisten ist, die OER-bezogene Einrichtungen vertreten. Im Moment sind zehn deutsche Bundesländer engagiert. Seit 2021 arbeiten auch zwei Kolleginnen aus Österreich in der Repo AG mit.

Zielsetzung und Schwerpunkte der OER Repo AG

Die OER Repo AG hat es sich zum Ziel gesetzt, OER und den OER-Gedanken flächendeckend in der Hochschullehre zu verankern und hilft bestehenden Initiativen dabei, sich trotz einer sehr heterogenen Landschaft an Softwarelösungen zu vernetzen und Synergien zu nutzen. Der Schwerpunkt der AG ist dabei eine infrastrukturelle Perspektive und die Bearbeitung von Fragestellungen, die sich für institutionelle, i.d.R. öffentliche Plattformbetreiber im Hochschulbereich stellen. Neben OER-Repositorien, die sich auf die Software edu-sharing stützen, werden für die HOOU und ORCA.nrw eigene Softwarelösungen betrieben bzw. entwickelt. Auch herrscht an unseren Hochschulen eine große Heterogenität an Lernmanagement-Systemen, zu denen Schnittstellen geschaffen werden sollen. Um trotz dieser Heterogenität eine Basis für eine Kooperation und eine portalübergreifende, föderierte Suche nach offenen Bildungsmaterialien zu ermöglichen, müssen Absprachen getroffen werden, um eine möglichst gute Kompatibilität zwischen den einzelnen Repositorien zu gewährleisten. So hat sich die OER Repo AG z.B. auf denselben Metadatenstandard für OER geeinigt, um eine plattformübergreifende Auffindbarkeit von offenen Materialien zu gewährleisten.

Durch die Bemühungen der OER Repo AG konnten so bereits verschiedene Plattformen für eine überregionale Suche nach OER verbunden werden, wie z.B. das ZOERR aus Baden-Württemberg mit der HOOU aus Hamburg.

Um die selbst gesetzten Ziele der flächendeckenden Verankerung des OER-Gedankens an Hochschulen, des Schaffens von gemeinsamen Standards für die technische Infrastruktur und die Förderung von Interoperabilität der länderspezifischen OER-Repositorien und -Referatorien zu erreichen, werden die regelmäßigen Vernetzungstreffen durchgeführt, um vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu profitieren.

Aktuelle Herausforderungen

Derzeit arbeiten die Mitglieder der OER Repo AG daran, weitere Repositorien aufzubauen und bestehende Plattformen miteinander zu vernetzen. Die Repositorien sollen möglichst nahtlos in die bestehenden Infrastrukturen integriert werden. Daher werden momentan unter anderem Plugins für die verbreitetsten Lernmanagement-Systeme in der Hochschullandschaft (weiter-)entwickelt.

Doch es stehen nicht nur technische Fragen im Vordergrund. Die OER Repo AG bespricht sich regelmäßig zu kritischen Themen der Förderung von OER an Hochschulen. Dabei geht es u.a. um Qualitätsentwicklung, die Bergung von bisher unlizenzierten Materialien, die Bedingungen für OER-Produktion, um Granularitätsüberlegungen zur Verbesserung der Adaptierbarkeit von OER untereinander, sowie um Anreizsysteme und Förderprogramme.

Die OER Repo AG vereint somit alle wichtigen Bausteine, um die Nutzung von OER an den Hochschulen und darüber hinaus zu einer möglichst weit verbreiteten Alltagspraxis zu machen.

Auf unserer Website finden Sie detaillierte Beschreibungen und Ergebnisse zu den einzelnen Themen, an denen die AG arbeitet. Als Ansprechpartner für Fragen, stehen Ihnen Peter Rempis vom ZOERR, der seit deren Gründung die Moderatorenfunktion in der AG inne hat, und Dr. Konrad Faber vom Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheber soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Peter Rempis für Universität Tübingen und Tim Wiegers für Virtueller Campus Rheinland-Pfalz

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