OER als Medium der Leseförderung

Bei der Leseförderung geht es darum, Kindern und Jugendlichen die Freude am Lesen zu vermitteln. Dabei umfasst sie alle Maßnahmen und Initiativen zur Förderung der Lesefertigkeit. Sowohl in der Freizeit, als auch in Kitas, Krippen oder in der Schule kommen dabei Bildungsmedien zum Einsatz. Das passgenaue, auf die jeweiligen Bedürfnisse der Lernenden zugeschnittene Material zu finden, ist schwierig. Offene Bildungsmaterialien sind dazu da, dass Lehrende sie genau an ihre Wünsche und die Bedürfnisse ihrer Lernenden anpassen oder selbst erstellen können.

Cartoon zu OER als Medium der Leseförderung, Junge mit Buch auf einer Wiese
(via pxhere), CC0 1.0

Ein Beitrag von Carolin Anda und Susanne Grimm

Digitale Leseförderung

Bei der Leseförderung geht es darum, Kindern und Jugendlichen die Freude am Lesen zu vermitteln. Dabei umfasst sie alle Maßnahmen und Initiativen zur Förderung der Lesefertigkeit. Sowohl in der Freizeit, als auch in Kitas, Krippen oder in der Schule kommen dabei Bildungsmedien zum Einsatz.

Lesekompetenz, die sogenannte Reading Literacy, umfasst die Fähigkeit geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um so eigene Ziele erreichen zu können, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und letztendlich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Im Zuge der Digitalisierung ist der Fundus an Bildungsmedien und Materialien gewachsen, zusätzlich zum Lesen von Büchern oder Texten auf Papier, ist es ebenfalls relevant geworden, Lesefertigkeiten auch im Digitalen anzuwenden. Das Lesen digitaler Inhalte erfordert dabei erweiterte Lesestrategien und ein Vertrautmachen mit digitalen Umgebungen und Medien. Digitale Lesekompetenz umfasst nicht nur die Fähigkeit sich mithilfe digitaler Medien relevante Informationen zu beschaffen und diese zu verstehen, sondern auch ihr Wahrheitsgehalt und ihre Nützlichkeit für bestimmte Zwecke kritisch zu bewerten.

Um eine zeitgemäße digitale Leseförderung zu verfolgen, bietet es sich an, Bildungsmaterialien gleich mithilfe digitaler Mittel zu erstellen, sie für die Zielgruppe zu gestalten und niederschwellig mit ihnen zu arbeiten.

OER als Medium der Leseförderung: Praxisbeispiele

Von einzelnen Geschichten, Reimen und Gedichte, eingebettet in Lesepfade, Arbeitsblätter und interaktive Übungen hin zu Lesetexten und Schullektüren usw. – alle diese Ressourcen sind OER, wenn sie unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden.

Aktuelle Kinderbücher sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Die Global Digital Library hat es sich zum Ziel gesetzt, hier Abhilfe zu schaffen. Sie sammelt offene Kinderbücher und ermutigt die Übersetzung in andere Sprachen. Nutzer*innen können sich als Übersetzende beteiligen und so zu freier, mehrsprachiger Kinder- und Jugendliteratur beitragen. Das deutschsprachige Angebot bietet Bücher mit unter 50 Wörtern für Leseanfänger*innen und solche mit bis zu 250 Wörtern für das Lese-Niveau 1 an.

Das Grundschullernportal der Zentrale für Unterrichtsmedien bietet eine Vielzahl an Lesepfaden zur Bearbeitung, in als auch außerhalb der Schule. Sie bieten u. a. Aufgaben, die auf das sprachliche Lernen und Textverstehen abzielen; Diskussionsfragen, die zum Austausch und literarischem Lernen anregen; oder Aufgaben zu thematischen Aspekten wie Hauptfiguren, Schauplätzen oder Fremdwörtern.

Das Team der Stadtbibliothek Gladbeck hat interaktive Lesegeschichten mithilfe der Software Twine erstellt. Diese bieten den Leser*innen verschiedene Auswahlmöglichkeiten, wie die Geschichten weitergehen sollen. Auch auf OERinfo finden sich eine Reihe offener Webtools, die sich für die praktische Leseförderung eignen.

Viele weitere offene Bildungsmaterialien für die Leseförderung, wie Unterrichtsplanungen, Arbeitsblätter, interaktive Übungen oder Lernkontrollen von unterschiedlichsten Anbietern lassen sich über die Suchmaschine für geprüfte Bildungsmaterialien Elixier finden.

Mehrwert von OER für die digitale Leseförderung

OER werden zumeist in digitaler Form angeboten und verbreitet. Digitale Formate bieten den Vorteil, dass Materialien einfach vervielfältigt, bearbeitet und neu zusammengefügt werden können. Über das Internet können sie mit anderen geteilt oder direkt kollaborativ erstellt und weiterentwickelt werden.

Offene Bildungsmaterialien lassen sich rein rechtlich an allen Orten der Leseförderung einsetzen. Sie sind nicht auf bestimmte Bildungskontexte beschränkt wie urheberrechtlich geschütztes Material, das z. B. nur für die Schule bestimmt ist. OER können in Kitas, Grundschulen, im Nachhilfeunterricht, in Bibliotheken oder auch von Anbietern der Erwachsenenbildung z. B. im Bereich der Alphabetisierung von Erwachsenen oder zum Leseverstehen im Sprachunterricht in einer Fremd- oder Zweitsprache genutzt werden.

Das passgenaue, auf die jeweiligen Bedürfnisse der Lernenden zugeschnittene Material zu finden, ist schwierig. Das passgenaue, auf die jeweiligen Bedürfnisse der Lernenden zugeschnittene Material zu finden, ist schwierig. Offene Bildungsmaterialien sind dazu da, dass Lehrende sie genau an ihre Wünsche und die Bedürfnisse ihrer Lernenden anpassen oder selbst erstellen können.

Weitere hilfreiche Hinweise zu OER und Leseförderung finden Sie im Dossier OER-Wissen im gleichnamigen Beitrag von Sigrid Fahrer für OERinfo.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Die Namen der Urheberinnen sollen bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Carolin Anda und Susanne Grimm, DIPF für OERinfo.

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