KindOERgarten – Kristin Narr und Sandra Schön im Interview zu OER für das Kindergartenalter

Kristin Narr im Gespräch über das Projekt kindOERgarten. Das Foto steht unter der Lizenz <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode"> CC BY 4.0</a>. Als Urheber soll Tilman Vogler für OERde17 genannt werden. Bei einer Weiterverwendung muss der Titel des Bildes nicht angegeben werden.
Kristin Narr im Gespräch über das Projekt kindOERgarten. Das Foto steht unter der Lizenz CC BY 4.0. Als Urheber soll Tilman Vogler für OERde17 genannt werden. Bei einer Weiterverwendung muss der Titel des Bildes nicht angegeben werden.

Mit dem Projekt KindOERgarten wird eine Lücke geschlossen, denn OER für das Kindergartenalter waren bisher kaum ein Thema.
Welches Ziel das Projekt verfolgt, wer die Macher*innen aus Deutschland und Österreich hinter KindOERgarten sind und dass es bei dieser Konstellation auch zu sprachlichen Unterschieden kommt, darüber sprechen Kristin Narr und Sandra Schön im Interview mit OERinfo.

 

Kristin Narr, Foto von Anika Dollmeyer, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode">CC BY 4.0</a>
Kristin Narr, freie Medienpädagogin, Leipzig. Foto von Anika Dollmeyer, CC BY 4.0

 

Dr. Sandra Schön, Foto von Werner Moser | Salzburg Research 2014, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode">CC BY 3.0 DE</a>
Sandra Schön, Pädagogin, Bad Reichenhall/Salzburg. Foto von Werner Moser | Salzburg Research 2014, CC BY 3.0 DE

 

OERinfo: Was ist die Idee hinter KindOERgarten?

Sandra Schön: Durch unsere Arbeiten im Feld von offenen Bildungsressourcen – z. B. die Ist-Analyse zu OER in Deutschland oder die Machbarkeitsstudie zu OER-Schulbüchern in Österreich – wissen wir recht genau: OER für das Kindergartenalter gibt es praktisch nicht. Wir wollten das ändern. Als Pädagoginnen – und auch Eltern. Daher gibt es nun KinderOERgarten.

OERinfo: Welches Ziel verfolgt das Projekt?

Kristin Narr: Wir wollen OER für das Kindergartenalter entwickeln und veröffentlichen. Und wir möchten auch im Sinne von OER etwas Neues ausprobieren: Die Materialien veröffentlichen wir unter der CC-0-Lizenz – unser Material ist also gemeinfrei – und wir sind gespannt, was damit passiert. Gleichzeitig, auch das ist kein Geheimnis: kindOERgarten ist mittelfristig zwar als gemeinnütziges, aber nicht als ehrenamtliches Projekt gedacht. D. h. wir befinden uns gerade in der Aufbauphase, damit mögliche Sponsorinnen und Sponsoren eine Idee davon erhalten, wie wir arbeiten. Das Geschäftsmodell, das dahinter steckt, wird als „Robin-Hood-Modell“ beschrieben: Organisationen und Personen unterstützen uns für die Erstellung einzelner Blätter oder auch größerer Projekte. Wir geben das Material an – im Wortsinne – alle weiter, natürlich ohne jemanden wirklich zu überfallen. Wir nennen die Unterstützer*innen in Blogbeiträgen, auf Social Media und sie erhalten von uns weitere Unterstützer*innen-Materialien. Als gemeinnütziger Verein kann der BIMS e.V. auch Spendenquittungen ausstellen.

OERinfo: Wer sind die Personen hinter dem Projekt?

Kristin Narr: Tom Narr weiß aus der Perspektive einer Kindergartenleitung, was im Kindergarten gefragt und was pädagogisch sinnvoll ist. Er ist aber nicht der einzige Pädagoge, auch Sandra Schön und Martin Schön haben Pädagogik studiert und ich als Medienpädagogin – wir können es dann oft nicht lassen, genauer hinzusehen, wenn es um das frühe Zählen und ähnliches geht. Es ist ja nicht so, dass man dazu nichts Schlaues findet, wie solche Materialien aufbereitet sein sollten. Martin Ebner von der TU Graz ist als Bildungsinformatiker und OER-Praktiker gefragt – Kindergartenkinder sind beruflich eigentlich nicht seine Zielgruppe, aber wir wollen ja halt alle die Welt ein wenig besser machen. Und wer weiß, dass wir zusammen schon ein Handbuch zum Making herausgegeben haben, kann sich denken, dass wir alle nur darauf warten, nun nach den ca. ersten 100 Arbeitsblättern zu Portfolio-Arbeit, Zählen, Zahlen und Lauten, auch vermehrt Materialien zu DIY-Aktivitäten, frühes Forschen und Medien zu veröffentlichen.

OERinfo: Wie kam es zur Kooperation der beteiligten Personen?

Sandra Schön: Das Projekt hat uns gefunden, wir haben uns gefunden. So etwas geht nur mit reichlich Sympathie, gemeinsamer Vision, Vertrauensvorschuss und Elan – ist alles vorhanden 🙂

OERinfo: KindOERgarten ist ja ein deutsch-österreichisches, also grenzübergreifendes Projekt. Gibt es Unterschiede in der Elementarbildung der beiden Länder, die z. B. bei der Erarbeitung der Materialien eine Rolle spielen?

Kristin Narr: Ja, die gibt es. Da gibt es z. B. sprachliche Unterschiede. Natürlich hat unser Blatt zum Buchstaben „G“ keine Giraffe – in Österreich ist das eine “Schiraffe”. Und wir schauen natürlich auch da und dort was passiert – in Graz gibt es z. B. auf Behördenseiten zahlreiche mehrsprachige Blätter für Eltern von Kindergartenkindern – sowas hätten wir auch gerne. Und wir haben uns in Berlin die Bestätigung eingeholt, dass wir die Arbeitsblätter für das Berliner Sprachlerntagebuch neu gestaltet und unter CC 0 veröffentlichen können. Tatsächlich ist die Ausbildung der unterschiedlichen Berufe allerdings auch in Deutschland sehr heterogen – und kein Kindergarten arbeitet wie der andere. Das macht es für uns sehr spannend, unsere Ideen zu verwirklichen.

OERInfo: Wenn Sie es sich wünschen könntet, wo steht KindOERgarten in 3 Jahren?

Sandra Schön: In jedem Konzept und Curriculum für alle, die mit Kindern im Kindergartenalter arbeiten. Und auf unserer Gehaltsabrechnung als Arbeitgeber. Ach ja, und ein OER-Award für das Projekt mit der größten Reichweite wäre auch cool. An Ambition fehlt es nicht.

OERinfo: Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabi Fahrenkrog für OERinfo – Informationsstelle OER und Kristin Narr und Sandra Schön für KindOERgarten.

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