Pro- und Contra-Argumente zu OER in der Hochschule

Argumente-Skala zu OER (Screenshot, nicht unter freier Lizenz)
Argumente-Skala zu OER (Screenshot, nicht unter freier Lizenz)

e-teaching.org hat im Kontext von COER15 eine Sammlung von Argumenten zu Open Educational Resources (OER) zusammengestellt, die der Nutzer sichten und bewerten kann.Wir haben uns das mal angeschaut und versuchen uns in einer groben Bewertung.

Vorab: Es wird erst auf den zweiten Blick sichtbar, dass sich das Angebot auf den Bereich Hochschule bezieht. Vereinzelt wird auf den Weiterbildungsbereich Bezug genommen.

Einleitend wird das Verfahren erläutert:

„Auf den folgenden Seiten bieten wir Ihnen deshalb auch zum Thema OER einen spielerischen Zugang mit unserer Pro-und-Contra-Skala. Damit können Sie frei durch verschiedene Pro- und Contra-Argumente navigieren und diese auch bewerten. Da wir das neue Informationsformat auch zu Forschungszwecken einsetzen möchten, würden wir uns freuen, wenn Sie zudem einige kurze Fragen zu Ihrer Person und Ihrer Meinung zum Thema OER beantworten.“

Der Ablauf danach sieht wie folgt aus:

Schritt 1

Das Angebot beginnt mit einem kurzen Fragebogen, auf dem man zunächst sein eigenes Vorwissen zu OER einschätzt. Außerdem werden drei Fragen zur persönlichen Bewertung von OER (im universitären Einsatz) gestellt.

Schritt 2

Anschließend erscheint eine Skala von Argumenten von stark pro OER bis stark contra OER. Hinter jedem der sechs Punkte findet sich ein Argument, dessen Überzeugungskraft man auf einer Skala zwischen 1 und 6 Sternen bewerten kann. Kurzgefasst geht es um folgende Aspekte:

  • problematische Qualitätssicherung
  • Schwierigkeiten mit freien Lizenzen
  • OER vs. Verlagswelt
  • OER als Marketing
  • Effizienzsteigerung durch OER
  • OER schafft Rechtssicherheit

Schritt 3

Abschließend wird der Nutzer gebeten, die eingangs gestellten Fragen zur allgemeinen Bewertung von OER erneut zu beantworten, also einen Vorher-Nachher-Test auszufüllen. Es folgt ein Freitextfeld und abschließend noch Fragen zu Arbeitswelt, Alter und Geschlecht.

Fazit

Der spielerische Zugang zum Thema ist ein reizvolles Vorgehen. Auch eine alternative Form des Abschlusses eines Online-Kurses (wobei man den nicht absolviert haben muss, um das Angebot zu nutzen) ist ein interessanter Ansatz.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ein vereinfachender Zugang mit einer linearen Skala die Komplexität der Debatte stark reduzieren muss. Dennoch erfüllt die Überschrift „Experten-Argumente zu OER“ nicht unbedingt ihr Versprechen. Zum einen fehlen die Experten. Die Argumente (je zwei bis drei Sätze) stehen dort einen Bezug zu Personen. Eine mögliche Erwartung wäre ja, dass sich unterschiedliche Expert/innen zu den (durchaus umstrittenen) Themen äußern. Zum zweiten: Es könnte gerne etwas mehr sein. Zentrale Argumente wie z.B. die mögliche Qualitätssteigerung durch OER, die Förderung von Zusammenarbeit und Austausch, Innovationen in der Hochschullehre mit OER oder schlicht der offene Zugang für alle fehlen.

tl;dr / kurz gefasst

Ein interessanter Ansatz, um Informationsangebot, Evaluation und Befragung miteinander zu verbinden, wobei inhaltlich noch großes Potential für eine Version 2.0 besteht.

Selbst ausprobieren

zum Angebot auf e-teaching.org

Creative Commons LizenzvertragDer Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz.Der Name des Autors soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jöran Muuß-Merholz für www.open-educational-resources.de – Transferstelle für OER.

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