Frei verfügbare Bildungsmedien in der Schule - worum geht es eigentlich?

Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema Open Educational Resources möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen, OER managen – Best practices und über OER forschen.

Der Begriff der frei verfügbaren Bildungsmateriaien oder OER ist in aller Munde – was aber genau sind OER? Einfach ausgedrückt steht der Begriff Open Educational Resources (OER) für sämtliche  Bildungsressourcen (z.B. Arbeitsblätter, Lehrbücher, Videos, Präsentationen usw.), die Lehrenden und Lernenden frei zur Verfügung stehen, ohne dass diese für die Verwendung Nutzungs- oder Lizenzgebühren zahlen müssten. Man darf OER also ausdrücklich nutzen – auch verändern und wiederveröffentlichen. Um diese Eigenschaft zu erkennen, werden sogenannte freie Lizenzen (Creative Commons) eingesetzt. Klingt kompliziert? Passt aber auf einen Bierdeckel, wie Sandra Schön vom BIMS e.V. mit ihrem oerdeckel zeigt (veröffentlicht unter der CC0 oder Public Domain-Lizenz):

Gemeinsam für eine bessere Bildung

Der Begriff OER wurde erstmals auf einem UNESCO-Forum zu OPEN Courseware im Jahr 2002 geprägt, das für die Hochschulbildung in Entwicklungsländern veranstaltet wurde. Seitdem hat er weltweit erhebliche Verbreitung gefunden und ist in Politik und Institutionen zum Gegenstand gesteigerten Interesses geworden. Viele Menschen und Institutionen befassen sich mit dem Konzept und seinem Potential, weltweit zur Verbesserung der Bildung beizutragen.

Ihre Ansprechpartnerin für den Bereich Schule:Christina König, Foto: Sonja Borski, CC BY 4.0
Christina König, Foto: Sonja Borski, CC BY 4.0

Referentin am FWU Institut für Film und Bild christina.koenig[at]fwu.de

Es hat sich gezeigt, dass das OER-Konzept großes Potential birgt, um den Wandel im Bildungsbereich zu befördern. Sein pädagogischer Wert liegt vor allem in der Nutzung von Bildungsressourcen bei der Vermittlung von Lehrstoffen, während gleichzeitig die Ressourcen leicht über das Internet verbreitet werden können.

Wichtig ist, dass es nur einen grundlegenden Unterschied zwischen OER und anderen Bildungsmaterialien gibt: ihre Lizenz. Daher ist eine OER einfach eine Bildungsressource unter einer Lizenz, die ihre Weiterverwendung – und regelmäßig auch ihre Bearbeitung – ermöglicht, ohne dass dazu vorher die Erlaubnis durch den Urheberrechtsinhaber einzuholen ist.

Broschüre “Was sind Open Educational Resources?

Um die wichtigsten Fragen zum Thema OER bündig und übersichtlich zu beantworten, hat die Deutsche UNESCO-Kommission 2013 die FAQ-Sammlung “Was sind Open Educational Resources? Und andere häufig gestellte Fragen zu OER” herausgegeben. Die Broschüre soll über das Thema informieren und damit einen Beitrag zur Debatte in Deutschland leisten. Open Educational Resources haben eine große Spannbreite: einzelne Arbeitsblätter, vollständige Kurse oder auch Videomaterialien sind OER, wenn sie unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden. Entsprechend stellen sich grundlegende Fragen, zum Beispiel zu geeigneten Lizenzen, zum Urheberrecht oder auch zur Qualitätssicherung. Was ist eine offene Lizenz? Sind OER wirklich kostenlos? Insgesamt 16 Fragen zum Thema Open Educational Resources (OER) werden in der Broschüre beantwortet.

Quiz Open Educational Resources (OER) – Grundwissen

Open Educational Resources (OER) bezeichnen freie Bildungsinhalte oder -medien. Aber was bedeutet das? Wie erkenne ich sie? Und was habe ich davon? Hier gibt es das Grundwissen zu OER.

Das Projekt OERientation ist im Rahmen der Hamburg Open Online University (HOOU) entstanden und möchte sowohl Lehramtstudierenden und Lehrenden als auch anderweitig Interessierten ein Kompass im weiten Bereich der Open Educational Resources sein: Das kostenlose Online-Projekt OERientation informiert über den Einsatz von digitalen Medien in der Lehre und begleitet Schritt für Schritt durch die Erstellung eines eigenen offenen Bildungsmaterials. OERientation kann eigenständig und in einem individuellen Tempo durchlaufen, aber auch in zeitbegrenzte Settings eingebunden werden. Nimm Dir – je nach Medienwahl und Vorwissen – mindestens eine Woche Zeit, um OERientation in Ruhe durchzuarbeiten. Das Projekt richtet sich an Lehramstudierende und Lehrende, die an der Verwendung und Erstellung von OER interessiert sind.

Auf OERinfo wird im Laufe der nächsten Monate das Informationsangebot rund um OER erweitert. OERinfo kümmert sich um Informationen, Transfer und Vernetzung zu Open Educational Resources. So soll ein anwenderfreundliches und praktisches Angebot entstehen und dazu beitragen, das Thema in die Schulen zu bringen: OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen.

Interaktive Präsentation zu OER

Diese interaktive Präsentation bietet einen kurzen Überblick über Eigenschaften und Vorteile von OER, wie man sie einordnet, welche Lizenzformen es gibt und welche miteinander kombinierbar sind. Einige Sheets enthalten Quizfragen:

Weitere Materialien

Im unteren Teil dieser Seite finden Sie eine große Auswahl an weiteren Praxisbeispielen, Videos, Handlungsanleitungen und Leitfäden, Literatur, Informationen zu Netzwerken und Stakeholdern, Materialien und vieles mehr, das Ihnen den Zugang zum Thema OER in der Schule erleichtern soll. Die Angebote sind über die jeweiligen Buttons erschlossen und werden stetig erweitert und aktualisiert!

 

Dieser Text steht unter der CC BY SA 3.0-Lizenz. Quelle: Neil Butcher “Was sind Open Educational Resources? Und andere häufig gestellte Fragen zu OER”, deutsche Fassung bearbeitet von Barbara Malina und Jan Neumann, hrsg. von der Deutschen Unesco-Kommission, Bonn 2013. Bearbeitete Übersetzung von: Neil Butcher “A Basic Guide to Open Educational Resources (OER)”, hrsg. von Commonwealth of Learning und UNESCO 2011, s. 1-22. Textbearbeitung durch Christina König, FWU Institut für Film und Bild für OERinfo – Informationsstelle OER.





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