Nützliche Tools für die kreative Gestaltung von Offenen Bildungsressourcen

Weltweit verspricht man sich viel vom Einsatz Offener Bildungsressourcen: Eine Verbesserung der Teilhabe an Bildung, Verbesserung und Innovation von Lehren und Lernen und Senkung der Kosten für die Bildungssysteme der Länder. Die UNESCO will mit Hilfe von OER eines Ihrer Globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen, nämlich Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung für alle. Damit sich das Potenzial von Offenen Bildungsressourcen voll entfalten kann, braucht es weltweit Menschen, die OER nutzen, erstellen und veröffentlichen.

Dabei ist nicht jede Tondatei, jedes Bild oder jedes Video unter offener Lizenz gleich eine OER. Erst wenn diese Dinge in einen Lehr-/Lernzusammenhang gebracht bzw. für einen Bildungszweck kontextualisiert werden (z.B. durch eine entsprechende Didaktisierung), spricht man berechtigterweise von einer „Offenen Bildungsressource“.

Schnell zur eigenen OER

Die Herstellung einer grundständig eigenen OER ist denkbar einfach (wie man am Beispiel dieser Seite sehen kann): Die passende CC-Lizenz wählen, das entsprechende CC-Lizenzsymbol in das eigene Material einfügen, Namen der Urheber/Namensnennung festlegen, Lizenz ausschreiben und verlinken, fertig. Um die spätere Auffindbarkeit im digitalen Raum zu verbessern sollten Sie noch einige Schlagworte angeben, etwa zu Themen, Inhalten, Zielgruppen und Methoden. Irights.info hat die häufigsten Fragen, die bei der Erstellung von OER entstehen, in diesem hervorragenden FAQ zusammengefasst und beantwortet.
Etwas anspruchsvoller wird es, wenn Teile von fremdem Material unter einer anderen Lizenz verwendet werden. Dabei hilft Materialautor*innen die TULLU-Regel, außerdem gibt es eine leicht verständliche Handreichung von Josef Weitzmann. Der CC-Mixer ist hier ein sehr nützliches Tool für alle, die Inhalte unter CC-Lizenz von anderen Autoren in eigenen Werken verwenden und das Ergebnis wieder veröffentlichen wollen. Er beantwortet mit drei Klicks die Frage, ob die Lizenz des Ausgangsmaterials mit der Lizenz die man selbst vergeben möchte kompatibel ist („Will it blend?“).

Anwendungen und Apps für die Erstellung von OER

Um Ihnen die Herstellung von OER zu erleichtern finden Sie nachfolgend eine Zusammenstellung weiterer nützlicher Anwendungen und Apps.
Hinweis: Keine der aufgeführten Tools bieten eine automatisierte Möglichkeit der Auszeichnung ihrer Werke mit einer freien Lizenz – das erfordert weiterhin Handarbeit. Der oben bereits genannte CC-Lizenzgenerator erleichtert Ihnen dabei zumindest die Auswahl einer passenden Lizenz.

  • Audacity ist ein kostenloses, quelloffenes Programm für die Bearbeitung von Audiodateien. Die Bedienung ist intuitiv, weshalb es auch gerne in Kursen und Seminaren verwendet wird.
  • Camtasia zeichnet Videos auf, die sich anschließend in einem einfach zu bedienenden Editor nachbearbeiten lassen. Die 30-Tage-Testversion ist kostenlos, der Download erfordert allerdings eine Registrierung mit einer gültigen Mailadresse. Eine kostenlose, quelloffene Alternative für Windows, Linux und Mac ist OBS Studio.
  • Comic Life erlaubt das einfache Erstellen von Comics mit eigenen Bildern. Die 30-Tage Testversion ist kostenlos, Bildungsarbeitern und –einrichtungen werden Rabatte eingeräumt. Die Desktop-Version gibt es für Windows und Mac, die App dazu gibt es nur für iOS, sie wird getrennt verkauft.
  • DriveOnWeb ist ein Online-Speicherdienst aus Deutschland, der daher auch den vergleichsweise strengen deutschen Datenschutznormen verpflichtet ist. Das Basispaket mit 5GB Speichervolumen und maximal 2 NutzerInnen ist kostenlos. Hier können Sie Arbeitsmaterialien und Dateien ablegen und Ihren KursteilnehmerInnen dauerhaft oder zeitweise zur Verfügung stellen.
  • ExplainEverything ist ein interaktives Whiteboard, mit dem auch Screencasts erstellt werden können mit einer Masse an Funktionen. Fertige Werke können in verschiedenen Formaten exportiert werden. Die Testversion ist 30 Tage kostenlos. Betriebssystem: Android, iOS
  • Mit H5P lassen sich ganz einfach über den Browser interaktive Elemente und Übungen gestalten, die Sie später in die eigene Webseite oder den eigenen Online-Kurs einbinden können. Voraussetzung ist dass der digitale Verwendungsort html5-fähig ist. Hinter dem Angebot steckt eine gemeinnützige norwegische Firma, alle Inhalte der Seite sind CC-BY-lizensiert. H5P bietet auch kostenlose Plugins für die Integration der erstellten Werke in moodle, WordPress oder Drupal.
  • LibreOffice hat sich als eine hochwertige, kostenlose und quelloffene Alternative zum Office-Paket von Microsoft etabliert. Wie viele Open-Source-Projekte finanziert sich das Projekt zu einem beträchtlichen Teil über freiwillige Spenden von zufriedenen NutzerInnen.
  • Mit der LicenseApp der TU Graz lassen sich eigene Fotos einfach und schnell mit einer CC-Lizenz versehen. Dabei können Nutzer die Lizenzgrafik frei im Bild platzieren. Eine gute Lösung wenn es schnell gehen muss und die Bildkomposition nicht so wichtig ist. Betriebssystem: Android, iOS
  • Moovly erlaubt das Erstellen von Animationen und stellt dafür auch ein umfangreiches Sortiment an Sounds, Bildern und Musik zur Verfügung (Achtung: diese sind unter Umständen nicht CC-lizensiert!), sofern man keine eigenen verwenden möchte. Die belgische Herstellerfirma bietet eine kostenlose Version für Bildungszwecke an. Die fertigen Werke lassen sich herunterladen, sind allerdings mit einem Standard-Outro und einem Wasserzeichen versehen.
  • OpenCourseWorld.de ist eine Plattform die kostenlose Offene Onlinekurse (MOOCs) anbietet. Bildungseinrichtung oder Coaches, Trainer/innen, Kursleiter/innen, Dozent/innen können über die Plattform auch selbst kostenlos Kurse anbieten. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt des Portals im Bereich der beruflichen Weiterbildung.
  • SHAREit erlaubt NutzerInnen der App das schnelle Tauschen von Dateien aller Art, auch ohne Internet, Kabel oder Wifi. Betriebssystem: Android, iOS
  • Trello fungiert als eine Art virtuelle Pinnwand mit Funktionen (Karten) die helfen, Projekte mit mehreren Personen zu koordinieren. Notizen, Ideen etc. können kollaborativ verwaltet und editiert werden. Ideal um die gemeinsame OER-Entwicklung zu koordinieren. Betriebssystem: Android, iOS
  • WordPress ist nicht nur ein inzwischen sehr verbreitetes Content-Management-System für Webseiten und Blogs, die Macher bieten auch eine kostenlose Online-Lösung für alle an, die keine eigene Domain besitzen oder schnell einen Blog für einen Kurs einrichten möchten. Die Einrichtung eines Blogs erfordert die Registrierung mit einer gültigen E-Mail-Adresse.
  • YourPart.eu bietet die Möglichkeit, kostenlose Etherpads (ein kollaboratives Schreibwerkzeug) einzurichten: Namen des Pads eingeben – Schaltfläche öffnen klicken – fertig. Das Angebot ist ein Gemeinschaftsprojekt zur Förderung digitaler Teilhabe der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) und der Fachstelle für internationale Jugendarbeit (IJAB).

Welche Tools nutzen Sie für die Erstellung von OER und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns!

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden:
Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.





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