OER herstellen – Bildungsbereichsübergreifend

Arbeit in Wikis

Einer der einfachsten und schnellsten Wege selber Material zu erarbeiten und ggf. bestehende Inhalte zu ergänzen ist über die Arbeit in Wikis. Hervorzuheben ist hier die Familie der ZUM-Wikis, die zu den ersten Formen der gemeinschaftlichen Erstellung von Lehr- und Lerninhalten gehören.

Interaktive Elemente mit H5P

Die Software H5P bietet eine intuitive Umgebung an, um interaktive Lerninhalte wie z.B. Videos oder Präsentationen zu gestaltet. So können Quizaufgaben in Videos eingebettet werden oder interaktive Zeitstrahle erstellt werden. Ein Beispiel ist die OER-Timeline auf unserer Website, die auch mit H5P erstellt wurde:

Nutzer können entweder über das Interface der Website www.h5p.org Inhalte bearbeiten oder ein H5P-Plugin für ihre eigene Umgebung installieren. Derzeit gibt es Plugins für WordPress, Moodle und Drupal. H5P ist komplett frei und quelloffen und setzt ausschließlich auf offene Standards.

Arbeitsblätter einfach erstellen mit tutory

Das Unternehmen tutory bietet auf www.tutory.de einen umfangreichen Editor, um Arbeitsblätter schnell und einfach zu erstellen. Durch Anbindung an freie Bilderdatenbanken, können frei lizenzierte Bilder sofort eingebunden und weiter genutzt werden. Auch ist es möglich vorhandene Arbeitsblätter anzupassen und nach den eigenen Bedürfnissen zu verändern. Insbesondere für Lehrer*innen und Lehramtsanwärter*innen ist tutory ein idealer Einstieg in die Welt der OER. In den umfangreichen tutory-Leitfäden gibt es weitere Hinweise und Tipps zur Arbeit mit OER

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Team OERinfo für OERinfo – Informationsstelle OER.

OER herstellen

Die Frage nach der Herstellung von OER überschneidet sich stark mit der Frage nach der Herstellung digitaler Lehr- und Lernmaterialien im Allgemeinen, mit dem Unterschied, dass für OER noch die Kriterien der technischen, rechtlichen und didaktischen Nachnutzbarkeit hinzukommen. Im Rahmen der Hamburg Open Online University wurden und werden hier sogenannte Toolchains erstellt, die den Entstehungsprozess digitaler Materialien aus UserInnenperspektive beschreiben.

Toolchains

Toolchains sind wörtlich übersetzt Ketten von Werkzeugen, die man bei der Umsetzung von Projektideen verwenden kann. In der Synergie Praxis OER-Know-How 2018 kann man einige dieser Ketten für die Erstellung von OER kennen lernen. Die Idee der Toolchains wurde u.a. auf dem OER-Camp Nord 2018 von Mitarbeitenden des Projekts SynLLOER präsentiert, die Folien sind hier zu sehen:

Voraussetzungen für OER-Produktion

Natürlich reicht es meistens nicht aus, auf die eigenen Lehrmaterialien einfach eine CC-Lizenz zu vergeben und sie als OER zu veröffentlichen. Einige Aspekte sollten beachtet werden, um bei der OER-Herstellung die Rechtssicherheit und Wiederverwendbarkeit zu gewährleisten:

  1. Open Content verwenden: Um ein Werk als OER zu veröffentlichen, darf es nur aus freien Inhalten bestehen. Achten Sie also darauf, keine Bilder, Textpassagen, Animationen ö.Ä. zu verwenden, die nicht durch eine freie Lizenz ausgezeichnet sind. Auch CC-lizenzierte Materialien, die mit dem Attribut ND versehen sind, dürfen nicht mit anderen Inhalten kombiniert werden. Sollten Sie Inhalte verwenden, über deren Nutzungsrechte Sie nicht selber verfügen, müssen Sie rein rechtlich die Erlaubnis des Urhebers bzw. der Urheberin einholen. Bei verwendeten Bildern, Logos etc. ist dabei außerdem die Schöpfungshöhe ein wichtiges Kriterium dafür, ob das Werk urheberrechtlich geschützt ist.
  2. Offene Dateiformate verwenden: Materialien unter Open Access bereitszustellen, sodass jeder sie einsehen kann, ist bereits ein großer Mehrwert. Der Gedanke von OER geht noch einen Schritt weiter und beinhaltet auch Aspekte wie die Wiederverwendbarkeit und die Kombinierbarkeit von Materialien. Dateiformate sollten daher so ausgewählt werden, dass diese Kriterien erfüllt werden. Eine Datei im Open Data Format ist daher für OER besser geeignet als eine statische pdf-Datei.

Bereitstellung von OER

Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, um OER bereitzustellen und Sie sich dafür entschieden haben, die Materialien als OER zur Verfügung zu stellen, gibt es noch einige Punkte zu beachten. Legen Sie fest, welche Lizenz für das Material die Passende ist. Hierbei kann bspw. der Lizenzgenerator von Creative Commons hilfreich sein.

Je nach der intendierten Zielgruppe kann es sein, dass das Material noch einmal inhaltlich angepasst werden muss. Wenn es auf einem Fachportal bereitgestellt wird, können wissenschaftliche und technische Details problemlos verwandt werden, für Materialien, die eher einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, benötigt man oft weitere Instruktionen.

Der Vorgang der Veröffentlichung selbst erfordert auch noch einige Überlegungen. Gibt es an Ihrer Hochschule ein OER-Repositorium? Dieses wäre eine geeignete Plattform für eine Erstveröffentlichung. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Material mit Metadaten versehen ist, damit es leichter gefunden werden kann. Selbstverständlich muss der Weg damit nicht zu Ende sein. OER können an verschiedenen Orten, auch in verschiedenen Versionen zugleich abgespeichert sein.

Zusammenfassung

Der Königsweg zur Herstellung von OER existiert nicht. Es bietet sich jedoch an, sich vorher Gedanken über die inhaltliche Gestaltung, Dateiformate, Lizenzen u.Ä. zu machen, da OER vor allem dann ihren Wert entfalten, wenn sie technisch, rechtlich und (fach-)didaktisch wiederverwendet und angepasst werden können.

Das BMBF-geförderte Projekt OERinForm hat zum Thema OER-Erstellung ein lohnenswertes Einführungsvideo produziert:

Wie erstellt und teilt man OER? by OERinForm, CC BY-SA 4.0

Links

OERinForm: Wegweiser zur Erstellung von OER für Lehrende

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: David Eckhoff, Universität Duisburg-Essen für OERinfo – Informationsstelle OER.

Weltweit verspricht man sich viel vom Einsatz Offener Bildungsressourcen: Eine Verbesserung der Teilhabe an Bildung, Verbesserung und Innovation von Lehren und Lernen und Senkung der Kosten für die Bildungssysteme der Länder. Die UNESCO will mit Hilfe von OER eines Ihrer Globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen, nämlich Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung für alle. Damit sich das Potenzial von Offenen Bildungsressourcen voll entfalten kann, braucht es weltweit Menschen, die OER nutzen, erstellen und veröffentlichen.

Dabei ist nicht jede Tondatei, jedes Bild oder jedes Video unter offener Lizenz gleich eine OER. Erst wenn diese Dinge in einen Lehr-/Lernzusammenhang gebracht bzw. für einen Bildungszweck kontextualisiert werden (z.B. durch eine entsprechende Didaktisierung), spricht man berechtigterweise von einer „Offenen Bildungsressource“.

Schnell zur eigenen OER

Die Herstellung einer grundständig eigenen OER ist denkbar einfach (wie man am Beispiel dieser Seite sehen kann): Die passende CC-Lizenz wählen, das entsprechende CC-Lizenzsymbol in das eigene Material einfügen, Namen der Urheber/Namensnennung festlegen, Lizenz ausschreiben und verlinken, fertig. Um die spätere Auffindbarkeit im digitalen Raum zu verbessern sollten Sie noch einige Schlagworte angeben, etwa zu Themen, Inhalten, Zielgruppen und Methoden. Irights.info hat die häufigsten Fragen, die bei der Erstellung von OER entstehen, in diesem hervorragenden FAQ zusammengefasst und beantwortet.
Etwas anspruchsvoller wird es, wenn Teile von fremdem Material unter einer anderen Lizenz verwendet werden. Dabei hilft Materialautor*innen die TULLU-Regel, außerdem gibt es eine leicht verständliche Handreichung von Josef Weitzmann. Der CC-Mixer ist hier ein sehr nützliches Tool für alle, die Inhalte unter CC-Lizenz von anderen Autoren in eigenen Werken verwenden und das Ergebnis wieder veröffentlichen wollen. Er beantwortet mit drei Klicks die Frage, ob die Lizenz des Ausgangsmaterials mit der Lizenz die man selbst vergeben möchte kompatibel ist („Will it blend?“).

Anwendungen und Apps für die Erstellung von OER

Um Ihnen die Herstellung von OER zu erleichtern finden Sie nachfolgend eine Zusammenstellung weiterer nützlicher Anwendungen und Apps.
Hinweis: Keine der aufgeführten Tools bieten eine automatisierte Möglichkeit der Auszeichnung ihrer Werke mit einer freien Lizenz – das erfordert weiterhin Handarbeit. Der oben bereits genannte CC-Lizenzgenerator erleichtert Ihnen dabei zumindest die Auswahl einer passenden Lizenz.

  • Audacity ist ein kostenloses, quelloffenes Programm für die Bearbeitung von Audiodateien. Die Bedienung ist intuitiv, weshalb es auch gerne in Kursen und Seminaren verwendet wird.
  • Camtasia zeichnet Videos auf, die sich anschließend in einem einfach zu bedienenden Editor nachbearbeiten lassen. Die 30-Tage-Testversion ist kostenlos, der Download erfordert allerdings eine Registrierung mit einer gültigen Mailadresse. Eine kostenlose, quelloffene Alternative für Windows, Linux und Mac ist OBS Studio.
  • Comic Life erlaubt das einfache Erstellen von Comics mit eigenen Bildern. Die 30-Tage Testversion ist kostenlos, Bildungsarbeitern und –einrichtungen werden Rabatte eingeräumt. Die Desktop-Version gibt es für Windows und Mac, die App dazu gibt es nur für iOS, sie wird getrennt verkauft.
  • DriveOnWeb ist ein Online-Speicherdienst aus Deutschland, der daher auch den vergleichsweise strengen deutschen Datenschutznormen verpflichtet ist. Das Basispaket mit 5GB Speichervolumen und maximal 2 NutzerInnen ist kostenlos. Hier können Sie Arbeitsmaterialien und Dateien ablegen und Ihren KursteilnehmerInnen dauerhaft oder zeitweise zur Verfügung stellen.
  • ExplainEverything ist ein interaktives Whiteboard, mit dem auch Screencasts erstellt werden können mit einer Masse an Funktionen. Fertige Werke können in verschiedenen Formaten exportiert werden. Die Testversion ist 30 Tage kostenlos. Betriebssystem: Android, iOS
  • Mit H5P lassen sich ganz einfach über den Browser interaktive Elemente und Übungen gestalten, die Sie später in die eigene Webseite oder den eigenen Online-Kurs einbinden können. Voraussetzung ist dass der digitale Verwendungsort html5-fähig ist. Hinter dem Angebot steckt eine gemeinnützige norwegische Firma, alle Inhalte der Seite sind CC-BY-lizensiert. H5P bietet auch kostenlose Plugins für die Integration der erstellten Werke in moodle, WordPress oder Drupal.
  • LibreOffice hat sich als eine hochwertige, kostenlose und quelloffene Alternative zum Office-Paket von Microsoft etabliert. Wie viele Open-Source-Projekte finanziert sich das Projekt zu einem beträchtlichen Teil über freiwillige Spenden von zufriedenen NutzerInnen.
  • Mit der LicenseApp der TU Graz lassen sich eigene Fotos einfach und schnell mit einer CC-Lizenz versehen. Dabei können Nutzer die Lizenzgrafik frei im Bild platzieren. Eine gute Lösung wenn es schnell gehen muss und die Bildkomposition nicht so wichtig ist. Betriebssystem: Android, iOS
  • Moovly erlaubt das Erstellen von Animationen und stellt dafür auch ein umfangreiches Sortiment an Sounds, Bildern und Musik zur Verfügung (Achtung: diese sind unter Umständen nicht CC-lizensiert!), sofern man keine eigenen verwenden möchte. Die belgische Herstellerfirma bietet eine kostenlose Version für Bildungszwecke an. Die fertigen Werke lassen sich herunterladen, sind allerdings mit einem Standard-Outro und einem Wasserzeichen versehen.
  • OpenCourseWorld.de ist eine Plattform die kostenlose Offene Onlinekurse (MOOCs) anbietet. Bildungseinrichtung oder Coaches, Trainer/innen, Kursleiter/innen, Dozent/innen können über die Plattform auch selbst kostenlos Kurse anbieten. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt des Portals im Bereich der beruflichen Weiterbildung.
  • SHAREit erlaubt NutzerInnen der App das schnelle Tauschen von Dateien aller Art, auch ohne Internet, Kabel oder Wifi. Betriebssystem: Android, iOS
  • Trello fungiert als eine Art virtuelle Pinnwand mit Funktionen (Karten) die helfen, Projekte mit mehreren Personen zu koordinieren. Notizen, Ideen etc. können kollaborativ verwaltet und editiert werden. Ideal um die gemeinsame OER-Entwicklung zu koordinieren. Betriebssystem: Android, iOS
  • WordPress ist nicht nur ein inzwischen sehr verbreitetes Content-Management-System für Webseiten und Blogs, die Macher bieten auch eine kostenlose Online-Lösung für alle an, die keine eigene Domain besitzen oder schnell einen Blog für einen Kurs einrichten möchten. Die Einrichtung eines Blogs erfordert die Registrierung mit einer gültigen E-Mail-Adresse.
  • YourPart.eu bietet die Möglichkeit, kostenlose Etherpads (ein kollaboratives Schreibwerkzeug) einzurichten: Namen des Pads eingeben – Schaltfläche öffnen klicken – fertig. Das Angebot ist ein Gemeinschaftsprojekt zur Förderung digitaler Teilhabe der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) und der Fachstelle für internationale Jugendarbeit (IJAB).

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jan Koschorreck, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), für OERinfo – Informationsstelle OER.

OER herstellen – Informationen für die Schule

Um die einzelnen Aspekte rund um das Thema Open Educational Resources möglichst übersichtlich zugänglich zu machen, haben wir unser Angebot auf OERinfo in thematische Kapitel geordnet, die Sie auch über die Navigation im oberen Bereich dieser Seite erreichen: Erste Infos zu OER, OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER managen – Best practices und über OER forschen.

Gemeinsam für einen starken Auftritt

Ziel der OER-Community ist es, neben der Verbreitung des Wissens um das Wesen und den Nutzen frei verfügbarer Bildungsmaterialien auch die Bereitschaft zu fördern, selbst OER herzustellen. Um jedoch einen selbst erstellten Inhalt – bspw. ein Arbeitsblatt oder eine Präsentation – mit einer freien Lizenz zu versehen, muss man im Besitz aller dafür erforderlichen Rechte sein. Konkret heißt das in erster Linie: Die Inhalte, die als OER (und zwar egal ob digital oder als Print) verbreitet werden sollen, müssen entweder selbst erstellt worden sein oder sie sind bereits mit einer freien Lizenz versehen. Andernfalls ist eine weitere Vergabe freier Lizenzen kaum möglich, da sie sehr weitreichende Nutzungsrechte für Dritte einräumt und im einfachen Praxisfall nur die Urheberin oder der Urheber diese Rechte verwirklichen kann. Auf dieser Seite finden Sie eine Vielzahl hilfreicher Tipps und Links zu weiterführenden Informationen, die Ihnen bei der Erstellung eigener OER helfen sollen.

Lehrerfortbildung mit und durch OER

Das Projekt LOERn – Lehrerfortbildung durch Nutzung und Erstellung von OER-Materialien widmet sich in der dreiteiligen Filmreihe “OER kompakt” unter anderem der Frage, wie man OER selbst erstellt und teilt und wendet sich vor allem an (angehende) Lehrkräfte:

OER KOMPAKT – Wie erstelle und teile ich OER? FWU Institut für Film und Bild, CC-BY-SA 4.0

Unterricht mit digitalen Medien hat urheberrechtliche Fragen mit neuer Dringlichkeit in den Alltag von Lehrpersonen gebracht. Dass Open Educational Resources eine Antwort auf diese Fragen bieten kann, verstehen mittlerweile viele Lehrende. Wie aber stellt sich die Arbeit mit freien Lizenzen und der Nutzung offener Bildungsmaterialien in der Praxis dar? Das Saarländische Ministerium für Bildung und Kultur und das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) haben die Handreichung Lizenzierung und Nutzung offener Bildungsmaterialien herausgegeben. Die Handreichung behandelt rechtliche Fragen, die praktische Anwendung von OER und Fundstellen im Netz. Die Handreichung steht unter CC BY-SA 3.0 DE. Wir stellen die Broschüre (PDF) und den zugehörigen Einleger (PDF) zum Download zur Verfügung.

Tipps und Tricks für die eigene Arbeit mit und an OER

Hier kommt eine gute Nachricht: Alles, was man über OER und die wichtigsten Lizenzen wissen muss, passt auf einen Bierdeckel! Als Unterlage für den Kaffeebecher auf dem Schreibtisch sind damit die zentralen Informationen zum Thema OER immer zur Hand. Und das beste daran: der Bierdeckel ist selbstverständlich offen lizenziert und kann nach Herzenslust weiterverwendet werden!

Vorderseite des OER-Bierdeckel: Logo von OERinfo auf weißem Grund mit abgerundeten Ecken. Der Schriftzug „OER“ ist groß und bunt gemustert; im Buchstaben „R“ ist ein roter Pfeil mit dem Wort „INFO“ integriert. Darüber steht die URL „www.open-educational-resources.de“, darunter der Slogan „...Dein Portal mit Durchblick!“.
OER-Bierdeckel, CC0
Rückseite des OER-Bierdeckel: Infografik auf weißem Grund mit abgerundeten Ecken, die Freie Bildungsmaterialien (OER) und Lizenzen erklärt. FREIE BILDUNGSMATERIALIEN (auch OER genannt): Es handelt sich um Lern- und Lehrmaterialien, die von jedem genutzt, verändert und wiederverwendet werden dürfen. Um dies erkennbar zu machen, werden freie Lizenzen eingesetzt. FREIE LIZENZEN (was man mit den Materialien machen darf): Lizenz-Erklärungen (visualisiert durch Gedankenblasen): CC0 (Einfach nutzen!), CC BY (Zusätzlich: Angaben zu den Urheber*innen, zur Lizenz und zu etwaigen Veränderungen machen und verlinken) und CC BY-SA (Zusätzlich: Auf Grundlage fremder Inhalte erstellte Materialien müssen unter die gleiche Lizenz gestellt werden.)
OER-Bierdeckel, CC0

Hier findet Ihr den OERdeckel im Original!

Hilfreich bei der Frage, welche CC-Lizenz für das eigene Werk die passende sein könnte, ist das Poster Der Weg zur passenden CREATIVE-COMMONS-Lizenz von Anne Vagt (Grafik), Sonja Borski und Jöran Muuß-Merholz (Konzept und Text) für die Bertelsmann Stiftung.

Auch der Leitfaden für Lehrkräfte Offene Bildungsmaterialien nutzen, erstellen und bearbeiten von Thomas Haubner und Thomas Hoyer bietet einen leicht verständlichen und praxisbezogenen Einstieg in die freien Lizenzen von Creative Commons, offene Bildungsmaterialien (engl.: OER – Open Educational Resources) und liefert zahlreiche Unterrichtsbeispiele für ihre Anwendung. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit den Fragen nach, was bei der Verwendung von OER rechtlich zu beachten ist, welche urheberrechtlichen Fragen es zu berücksichtigen gilt und vieles mehr.

Ein echtes Upgrade für den Unterricht: Infografiken einsetzen und selbst erstellen

Infografiken haben beim Lehren und Lernen in der Schule großes Potential und der sichere Umgang mit ihnen gehört zu einer zeitgemäßen Bildung unbedingt dazu. Grundsätzlich lassen sich Infografiken in allen Fächern und Klassenstufen aufgreifen. Nele Hirsch vom eBildungslabor zeigt in ihrem Blogbeitrag Infografiken zum Lehren und Lernen anschaulich und mit vielen Praxisbeispielen, wie man Infografiken im Unterricht einsetzen und selbst herstellen kann.

Die TULLU-Regel

Wer selbst OER erstellen möchte, greift dabei mehr oder weniger häufig auch auf bereits vorhandenes, mit unterschiedlichen OER-Lizenzen versehenes Material zurück. Doch dabei ist Vorsicht geboten, denn es gilt wichtige Fragen zu beachten: Was muss in die Lizenzangabe? Wie ist der Urheber zu nennen und was ist sonst zu beachten? Wenn man die Vorgaben nicht einhält, ist die Lizenz nicht gültig. Die hier vorgestellte TULLU-Regel hilft dabei, freies Bildungsmaterial korrekt weiterzuverwenden.

Grafik mit den Bestandteilen der TULLU-Regel

Die Bestandteile der TULLU-Regel

Titel – wie ist das Material benannt? Wenn ein Titel angegeben ist, sollte dieser genannt werden.

Urheber*in  – wer hat das Material erstellt? Der Name muss so angegeben werden, so wie ihn der/die Urheber*in genannt hat, auch wenn es sich um Nutzernamen, einen Gruppen-, Firmen- oder Vereinsnamen handelt.

Lizenz – unter welcher Creative Commons Lizenz ist das Material veröffentlicht worden? Die Lizenzversion muss mit allen Bestandteilen genannt werden (siehe Beispiel unten), dazu gehört auch die Versionsnummer und ggf. die Angabe, ob es sich um eine portierte (an die Gesetzgebung eines Landes angepasste) Version handelt.

Link zur Lizenz – wo ist der Lizenztext zu finden? Ein Link auf die Lizenz muss angegeben sein (bei Printprodukten wird der Link ausgeschrieben). Sehr unüblich, aber möglich ist es, anstelle eines Links eine Kopie des Lizenztextes mit dem Werk zu verbreiten.

Ursprungsort – wo ist das Material zu finden? Ein Link auf den Fundort ist notwendig, damit Nachnutzer*innen den Ursprung nachvollziehen können.

Der Lizenzhinweisgenerator

Ein weiteres hilfreiches Werkzeug ist der Lizenzhinweisgenerator. Diese Anwendung soll dabei helfen, Bilder aus Wikipedia und dem freien Medienarchiv Wikimedia Commons einfach und rechtssicher nachzunutzen. Der Nutzer wird durch einen kurzen Dialog geleitet und erfährt dadurch die für den Lizenzhinweis entscheidenden Einzelheiten der individuellen Nachnutzung. Nach Beantwortung dieser wenigen Fragen kann man schnell und einfach den entsprechenden Lizenzhinweis auf verschiedene Arten kopieren und in die eigene Publikation einfügen.

Umfassende Information für alle Themenbereiche

Auf OERinfo wird laufend das Informationsangebot rund um OER erweitert. OERinfo kümmert sich um Informationen, Transfer und Vernetzung zu Open Educational Resources. Die Plattform versteht sich als anwenderfreundliches und praktisches Angebot das dazu beiträgt, das Thema in die Schulen zu bringen: OER finden, mit OER lernen und lehren, aber auch OER herstellen.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Videos, Handreichungen, Praxisbeispielen und vieles mehr, das Ihnen dabei helfen soll, Open Educational Resources erfolgreich in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Egal ob Sie Lehrkraft, Schülerin oder Eltern sind: frei verfügbare Bildungsmaterialien bieten für alle große Potentiale!

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christina König, FWU Institut für Film und Bild für OERinfo – Informationsstelle OER.  Der Text zur TULLU-Regel steht unter der CC BY 4.0-Lizenz und stammt von Jöran Muuß-Merholz und Sonja Borski  für OERinfo – Informationsstelle OER und wurde bearbeitet von Christina König. Die Infografik von Julia Eggestein nach einem Konzept von Jöran Muuß-Merholz und Sonja Borski  für OERinfo – Informationsstelle OER steht unter der CC BY 4.0-Lizenz.

OER herstellen

Die Erstellung zusätzlichen Materials ist den Lehrenden an berufsbildenden Schulen nicht fremd. Auch der Austausch über gutes Lehrmaterial und die gemeinsame Qualitätsbeurteilung „mit den Füßen“ ist nichts Neues.

Auch OER können kollaborativ erstellt werden. Dies geht jedoch weit über das eigene Kollegium hinaus. Gerade bei fachspezifisch Lehrenden, die im eigenen Kollegium kaum Austausch finden, bietet der Austausch auch außerhalb des eigenen Kollegiums großes Potenzial. Inhalt und Methodik können durch den gemeinsamen Austausch immens erweitert werden. Darüber hinaus sehen viele Augen mehr als zwei! Durch die Öffnung des eigenen Materials bleiben „Fehler“ im Material nicht mehr im Klassenzimmer.

Warum nicht auch einmal den Lernenden oder Auszubildenden in die Produktion von Materialien mit einbeziehen. Die Erstellung von Erklärvideos auch durch Auszubildende selbst z.B. als Arbeits-/Lernauftrag wird immer öfter auch in Betrieben in Betracht gezogen. Durch eine freie Lizenzierung kann dieses Material einem breiteren Publikum angeboten und weiterentwickelt werden.

Ausgewählte Autorentools für die Erstellung von OER

Von freien Inhalten über Arbeitsblätter bis zum Erklärvideo. Die im Folgenden gelisteten Autorentools sollen Ihnen Impulse für die eigenständige Erstellung von OER unterschiedlichster Medienformen bieten.

Wikis bieten nicht nur freie Inhalte zur Erweiterung des eigenen Materials. Inhalte auch gemeinsam mit Lernenden und Auszubildenden zu schaffen ist am einfachsten über Wikis. Die inhaltliche Erarbeitung von Wikis z.B. als Einzel- oder Gruppenarbeit für Lernende eingesetzt, kann den Selbstlernprozess unterstützen. Bereits Erlerntes wird rekapituliert, erweitert, neu geordnet und wiedergegeben. Natürlich müssen die Lernenden bei der Erstellung begleitet werden, um ihnen geeignete Methoden der Qualitätsbeurteilung an die Hand zu geben.

Zur Erstellung des immer noch beliebtesten Mediums im Unterricht bietet tutory neben einem mittlerweile reichen Fundus an Arbeitsblättern, auch einen Arbeitsblatt-Editor. Mit diesem Editor lassen sich nicht nur bereits bestehende Arbeitsblätter schnell an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Selbstverständlich lassen sich über diesen Editor auch eigene Arbeitsblätter schnell und einfach erstellen und zur freien Verfügung stellen. Hier können Sie auch direkt auf freies Bildmaterial zugreifen und in Ihr Arbeitsblatt integrieren.

H5P ist eine freie und quelloffene Software zum Erstellen von interaktiven Lehr- und Lernmaterialien. Die hier angebotenen Medienformen wie Videos oder Präsentationen mit Quiz-Aufgaben, Timelines oder Memory sind miteinander kombinierbar. Die auf der Website erstellten Materialien werden anschließend über einen Code in den Quelltext des eigenen Blogartikels eingefügt oder auch über ein Plug-in WordPress, Moodle oder Drupal integriert.

Über LearningApps können kleine interaktive und multimediale Bausteinen erstellt und in Lerninhalte eingebunden werden. Für die Bausteine (Apps genannt) steht eine Reihe von Vorlagen (Zuordnungsübungen, Multiple Choice-Tests etc.) zur Verfügung. Die Apps stellen keine abgeschlossenen Lerneinheiten dar, sondern müssen in ein Unterrichtsszenario eingebettet werden.

Azubinet bietet neben den plattformeigenen Materialien Autorentools zur Erstellung eigener Übungsaufgaben und Prüfungssimulationen zur Vorbereitung auf Zwischen- und Abschlussprüfungen. Auszubildende können hier mit entsprechendem Arbeitsauftrag eigenständig Wiki-Beiträge, Lernkarten oder Erfahrungsberichte zu bereits abgelegten Prüfungen erstellen, die von nachfolgenden Jahrgängen genutzt werden können.

Bereitstellung der eigenen Materialien

Ihre eigenen oder erweiterten Inhalte letztendlich als OER einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen ist denkbar einfach. Jedoch sind auch hier einige wichtige Aspekte zu beachten:

  1. Greifen Sie bei Bildmaterial auf eigenes oder frei lizenziertes Material zurück. Unter OER finden werden Ihnen einige Suchoptionen aufgezeigt. ACHTUNG! Freie Lizenzen berühren nicht die Persönlichkeitsrechte, wie das Recht am eigenen Bild oder Ton- und Videoaufnahmen. Diese müssen separat eingeholt werden.
  2. Greifen Sie auf frei lizenzierte Inhalte zurück, müssen diese miteinander kompatibel sein. Welche Lizenzen miteinander kombiniert werden können, beantwortet Ihnen der CC-Mixer. Je weniger Einschränkungen die jeweilige Lizenz vorgibt, desto kompatibler ist diese.
  3. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Rechte an den Inhalten besitzen und/oder diese bereits durch eine freie Lizenz zur Nachnutzung freigegeben wurden.
  4. Entscheiden Sie sich für eine geeignete Lizenz. Die Übersicht zu den Nutzungsbedingungen der einzelnen CC-Lizenzen des Open Learn Ware Teams der TU Darmstadt verschafft Ihnen hierbei einen ersten Überblick. Der CC-Lizenzgeber hilft ebenfalls bei der Entscheidung für die entsprechende Lizenz. Der nötige Lizenzhinweis wird durch die Beantwortung von zwei simplen Fragen automatisch generiert und kann anschließend für unterschiedliche Medienformen per copy & paste den rechtlichen Vorgaben entsprechend in das eigene Material integriert werden.
  5. Auch frei lizenzierte Materialien sind urheberrechtlich geschützt. Die Lizenzmodelle von Creative Commons bauen auf dem Urheberrecht auf. Die jeweiligen Lizenzbestimmungen müssen daher unbedingt eingehalten werden. Die TULLU-Regel hilft Ihnen bei der korrekten Nennung der obligaten Bestandteile. Die richtige Attribuierung ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Zum einen signalisiert sie Nutzer klar die jeweiligen Nutzungsrechte. Zum anderen garantiert Sie die ordnungsgemäße Nennung des Urhebers sowie den ordnungsgemäßen Lizenzhinweis. Denn wenn man die Vorgaben nicht einhält, ist die Lizenz nicht gültig.

Über die untenstehenden Buttons finden Sie weitere Informationen zum Thema OER herstellen, z.B. in Form von Handlungsanleitungen & Leitfäden, wie dem Leitfaden zur Erstellung eigener Unterrichtsmaterialien für Lehrende an berufsbildenden Schulen. Er bietet grundlegende Informationen zum Urheberrecht sowie Informationen zur Erstellung und Entstehung freier Inhalte durch die Vergabe von offenen Lizenzen in kompakter Form. Auch ein kurzer Einstieg in die Suche nach freien Inhalten wird geboten. Anhand von Fallbeispielen werden urheberrechtliche Zusammenhänge geschildert, die beim Erstellen eigener Unterrichtsmaterialien zu beachten sind.

 

Creative Commons LizenzvertragDieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name der Urheberin soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Susanne Grimm, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), für OERinfo – Informationsstelle OER.