Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet

Urheberrechtsverletzungen bei freien Lizenzen?

Die Nutzung von Bildern unter freier Lizenz sind eine beliebte Möglichkeit für Präsentationen und Websites. Sie ermöglichen eine kostenlose und einfache Nutzung von Fotos und Grafiken, die sich mit dem Urheberrecht verträgt. Allerdings: „Unter freier Lizenz“ bedeutet nicht „lizenzfrei“ – im Gegenteil. Was viele nicht wissen: Wer bei der Nutzung nicht alle Vorgaben der Lizenz einhält, der begeht einen Urheberrechtsverstoß. Das Video erläutert die Auflagen anhand einer Checkliste mit 10 Punkten. Auch das Recht am eigenen Bild wird dabei berücksichtigt.

Video „Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet“ von Blanche Fabri, Melanie Kolkmann, Tessa Moje, Jöran Muuß-Merholz für open-educational-resources.de – Transferstelle für OER unter CC BY 4.0 – auch auf Wikimedia Commons und YouTube

Update 8.12.2014

Das Video ist beim VWA-Wettbewerb „Videos für Wikipedia“ als bestes Video in der Kategorie „Animation“ ausgezeichnet worden. Mehr dazu …

Checkliste

Die folgende Checkliste gibt es auch zum Download: .odt / .pdf.

  1. Man prüfe, auf welchen Inhalt genau sich die Lizenz erstreckt! Z.B. sind an vielen Stellen im Web Texte neben Bildern vorhanden – und auf getrennte Elemente besteht je ein gesondertes Urheberrecht.
  2. Man prüfe, ob man die einzelnen Vorgaben der Lizenz einhält! Diese stehen im jeweiligen Lizenztext, der immer verlinkt sein sollte. Neben der Namensnennung können das Auflagen wie „nicht-kommerziell“, „Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ oder „keine Bearbeitung“ sein.
  3. Man nenne den Namen des Urhebers! Die Namensnennung muss so erfolgen, wie der Urheber das vorgibt, also z.B. auch mit Pseudonym oder Organisation.
  4. Man gebe einen Hinweis auf die Lizenz!
  5. Dazu gehört auch: Man muss einen Link zum Lizenztext beifügen.
  6. Man vergesse nicht, den Titel des Werks zu nennen! Das gilt natürlich nur, wenn ein Titel angegeben ist, wobei strittig ist, ob z.B. „IMG_6464.jpg“ überhaupt ein Titel ist.
    (Diese Auflage entfällt bei Werken, die nach der neuesten Lizenzversion 4.0 freigegeben werden.)
  7. Man darf die Lizenzangaben nicht verstecken. Es gibt allerdings keine genaue Vorgabe, wo exakt der Hinweis platziert sein muss. Am besten ist es, wenn der Hinweis direkt am Bild zu finden ist. Auf jeden Fall muss der Hinweis ohne große Mühe zu finden und eindeutig dem Werk zuzuordnen sein.
  8. Man kennzeichne Abwandlungen! Das bedeutet: Wer einen Inhalt verändert, muss das deutlich machen.
  9. Jetzt noch ein Hinweis, der gar nicht direkt mit der Lizenz zu tun hat – aber der Lizenz wegen sehr häufig übersehen wird: Man vergesse nicht, auf Persönlichkeitsrechte und Datenschutz zu achten! Denn eine freie Lizenz regelt nur das Recht des Urhebers, also z.B. des Fotografen. Das Recht der abgebildeten Personen ist davon vollkommen unberührt.
  10. Als Zugabe haben wir noch eine Sache, die gar kein MUSS ist – aber sehr hilfreich: Man setze einen Link zur Fundstelle.

Creative Commons Lizenzvertrag Der Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Autors soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Jöran Muuß-Merholz auf www.open-educational-resources.de – Transferstelle für OER. 
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